Kaufen, wenn andere ängstlich sind!

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Kaufen wenn die Kanonen donnern? Dies ist nur eine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Aber auch mit dem anderen Extrem lässt sich eine Überrendite erzielen!

Regelmäßig veröffentlichen wir auf dem Godmode eine Liste von Aktien, die gerade ein neues 52-Wochen-Hoch markieren konnten. Technisch kann bei diesen Aktien von einem intakten Bullenmarkt ausgegangen werden, der weitere Chancen für Anleger bereithält. Lediglich emotional mag es schwerfallen, dann einzusteigen, wenn die Kurse bereits weit gelaufen sind. In diesem Fall könnten die folgenden Statistiken helfen, den Mut für Trades dieser Art aufzubringen.

In Abbildung 1 widmen wir uns der Performance der im MDAX (WKN: 846741 / ISIN: DE0008467416) gelisteten Aktien, wenn ein Indexmitglied ein neues 52-Wochen-Hoch erreicht. In diesem Fall wird die Aktie für 2.500 EUR gekauft. Parallel dazu wird ein willkürlich gewähltes Kursziel von 50 % und ein Stopploss von 10 % genutzt:

Chart erstellt mit ©Tradesignal Terminal

Mit Blick auf Abb. 1 können wir ein erstes Mal durchatmen: die Taktik ist profitabel. Wie profitabel, zeigt die folgende Grafik:

Chart erstellt mit ©Tradesignal Terminal

Eine wichtige Kennzahl in dieser Auswertung ist bspw. der Nettoprofit in Relation zum Max. Intraday-Drawdown. Hier wird die Performance ins Verhältnis zum Risiko gesetzt, was einen Vergleich bspw. mit einer Buy&Hold-Taktik erlaubt. Unser 52-Wochen-Ansatz konnte in den vergangenen Jahren 362 % in Relation zum zwischenzeitlich maximalen Rückschlag (Drawdown) verdienen. Vergleichen wir dies mit einer Buy & Hold im MDAX Kursindex (ohne Dividenden), wo dieses Ratio 222 % beträgt, so schneidet unser Ansatz besser ab. Gleiches trifft sogar zu, wenn wir den Performanceindex mit seiner Ratio von 276 % als Vergleichsbasis nehmen. Auch hier schlägt sich die 52-Wochen-Hoch-Taktik besser, obwohl in dieser keinerlei Dividende berücksichtigt wird. Im Gegenteil. Der Dividendenabschlag wirkt sogar in die andere Richtung und verschlechtert das eigentliche Ergebnis spürbar.

Und wie stabil ist das Ergebnis?

Um der Frage nachzugehen, wie stabil unser Ergebnis ist bzw. ob sich der Profit vielleicht noch erhöhen lässt, „jagen“ wir die Daten durch den Optimierer. Hierfür konzentrieren wir uns ausschließlich auf das Profitziel. Die folgende Abbildung zeigt, wie sich der Gesamtprofit in Abhängigkeit vom Profitziel in % entwickelt:

Chart erstellt mit ©Tradesignal Terminal

Unschwer zu erkennen ist, dass sich gegenüber unserem willkürlich gewählten 50 %-Ziel noch eine Menge mehr herausholen lässt. Größere Ziele sind tendenziell besser, zumindest bis hin zu einem Ziel von 105 %. Danach nimmt die Performance wieder ab. Dies ließe sich damit erklären, dass es starke Trends zwar gibt, aber keiner davon ewig hält. Früher oder später kommt die Korrektur. Die Bäume wachsen leider nicht in den Himmel.

Abschließend können Sie einen Blick auf die Rahmendaten der über die letzten Jahre am besten performenden Einstellung werfen. Die folgende Abbildung zeigt links den Kontoverlauf, rechts die dazugehörige Statistik.

Chart erstellt mit ©Tradesignal Terminal

Einfach und effektiv!

Neue 52-Wochen-Hochs zu kaufen, scheint sich zu lohnen, auch wenn es emotional schwerfällt. Eventuell ist dies sogar der Grund, warum die Taktik in diesem Test auf Basis des MDAX besser abschneidet, als eine reine Buy&Hold-Strategie. Längerfristig orientierten Anlegern bietet sich so die Möglichkeit, Alpha (Überrendite ggü. dem Gesamtmarkt) zu erzielen. Dafür muss der Anleger jedoch aktiv werden.

Ob es nun Sinn macht, genau die hier vorgestellte Logik zu handeln, bleibt offen bzw. jedem selbst überlassen. Ziel dieses Beitrages war es, einen ersten statistischen Hintergrund auf die Frage zu liefern, ob es wirklich Sinn macht, erst dann einzusteigen, wenn die Kurse schon weit gelaufen sind? Zumindest in dem hier getesteten Rahmen spricht nichts dagegen, im Gegenteil. In diesem Sinne

Viel Erfolg

Rene Berteit

Autor: Rene Berteit, Tradingcoach und Charttechnischer Analyst bei GodmodeTrader.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: dieboersenblogger.de


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