Who the F*** is Mr. Market?

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Wie kann es sein, dass der Wert einer Unternehmensbeteiligung jeden Tag stark schwankt – obwohl die Unternehmensperspektiven unverändert sind?

In den letzten Tagen und Wochen war es ein einziges Auf und Ab an der Börse. Einer der berühmtesten Value-Investoren, Benjamin Graham, hat dieses Phänomen einmal so erklärt: Stellen Sie sich vor, Sie sind Inhaber einer Firma und der andere Inhaber ist eine manisch-depressive Person namens Mr. Market.

Mr. Market ist für unberechenbare Stimmungsschwankungen bekannt. Jeden Tag bietet Ihnen genau dieser Verrückte an, Ihnen Ihren Firmenanteil zu einem bestimmten Preis abzukaufen oder Ihnen seinen Anteil der Firma zu diesem bestimmten Preis zu verkaufen. Die Entscheidung, auf diesen Deal einzugehen obliegt voll und ganz Ihnen und Sie haben jeden Tag genau drei Möglichkeiten:

  • Sie können Mr. Market Ihren Unternehmensanteil zum genannten Preis verkaufen,
  • Sie können ihm seine Anteile zum gleichen Preis abkaufen
  • oder Sie halten einfach die Füße still und machen gar nichts.

Wer macht schon Geschäfte mit einer manisch-depressiven Person?

Zu manchen Zeiten ist Mr. Market völlig euphorisch und total gut gelaunt, dass er einen Preis anbietet, der weit über dem tatsächlichen Wert der Unternehmensbeteiligung liegt. Genau an solchen Tagen wäre es sicher sinnvoll, ihm Ihren Anteil zu verkaufen. Doch dann gibt es wiederum Zeiten, an denen Mr. Market sehr schlecht gelaunt ist. Der von Ihm angebotene Preis ist dann extrem niedrig. An solchen Tagen sollten Sie nicht lange überlegen und den Firmenanteil von Mr. Market, zu einem Preis unter Wert, erwerben. Sollte Mr. Market einen Preis nennen, der im Verhältnis zum Unternehmenswert weder extrem hoch noch extrem niedrig ist, tun Sie logischerweise nichts.

Genau so funktioniert die Börse…

Doch halt! Woher soll man wissen, wie viel ein Unternehmen wert ist? Der Star-Investor Graham machte sich den Börsen-Irrsinn zunutze, denn er ermittelte den „fairen“ Preis einer Aktie über den Buchwert. Diese Kennzahl entspricht in etwa dem Eigenkapital eines Unternehmens. Der Buchwert hat den Vorteil, dass er im Vergleich zu anderen Unternehmenskennzahlen nicht so leicht manipuliert werden kann. Graham und seine Gefolgschaft an Value-Investoren kaufen gerne Aktien, deren Börsenwert unter dem Buchwert liegt. Je niedriger das Kurs-Buchwert-Verhältnis, desto günstiger ist die Aktie bewertet. Graham kaufte Aktien somit immer nur dann, wenn sie unter Wert zu haben waren.

Zum Glück sind die Preise, die uns tagtäglich von Mr. Market angeboten werden, auf lange Sicht gar nicht so irrational, wie sie vielleicht erscheinen mögen. Aus diesem Grund sollten Sie auch bei volatilen Marktphasen Ruhe bewahren!

Autor: Frederik Geiger, Technischer Analyst bei GodmodeTrader.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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