Ökonomische Kennzahlen – Arbeitslosenquote

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

In der Artikelreihe „Ökonomische Kennzahlen“ stelle ich die wichtigsten ökonomischen Kennzahlen dar. Gerade der direkte Börsenbezug ist an dieser Stelle relevant. Außerdem werde ich die mögliche Interpretation von Börsenausschlägen nach der Bekanntgabe der Kennziffern wiedergeben. Ziel ist es, den Lesern von Trading-Treff einen Vorteil bei der Beurteilung der Märkte zu geben. Den Beginn in der Reihe macht die Arbeitslosenquote.


Was sagt die Arbeitslosenquote aus

Die Arbeitslosenquote gibt den arbeitslosen Anteil der Bevölkerung an. Dabei ist zu beachten, dass die Berechnung der Quote sich von Land zu Land unterscheiden kann und so wenig absolute Aussagekraft im direkten Vergleich hat. Außerdem werden nur die wirklich registrierten Arbeitslosen in der Quote angegeben. Zur Berechnung werden die Arbeitslosen in Relation zu den Erwerbspersonen gesetzt.

Der Volkswirt würde sagen: „Die Arbeitslosenquote gibt die relative Unterauslastung des Produktionsfaktors Arbeit an.“


Bedeutung der Arbeitslosenquote für die Wirtschaft

Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Arbeitslosenquote, desto besser geht es der betreffenden Volkswirtschaft. Eine niedrige Quote wird dabei oftmals von folgenden Begleiterscheinungen flankiert:

  • höherer Optimismus der Bevölkerung
  • höhere Konsumausgaben
  • höhere Gehaltssteigerungen
  • höhere Inflation
  • höhere Steuereinnahmen des Staates
  • niedrigere Sozialausgaben des Staates

Auswirkungen der Arbeitslosenquote auf die Börsenkurse

Im Normalfall ist eine niedrige Quote positiv für das Börsenumfeld. Allerdings verhalten sich die Börsen nicht immer „logisch“. Gerade die Arbeitslosenquote ist dabei ein heikles Thema. Sollte eine besser als erwartete Arbeitslosenquote zu stark fallenden Kursen führen, so mag dieser Umstand eigenartig wirken. Allerdings ist es zu dem Zeitpunkt denkbar, dass die Marktteilnehmer die Börsensituation eher aus dem Blickwinkel der Geldpolitik betrachten. Immerhin wären Zinserhöhungen mit starken Lesungen der Arbeitslosenquote deutlich wahrscheinlicher, als mit schwachen Lesungen. Sollten Sie also nach der Veröffentlichung von den Zahlen zum Arbeitsmarkt spekulieren wollen, sollten Sie sich das aktuelle Umfeld genau ansehen. Dominiert der Glaube an die Geldpolitik den Glauben an die Wirtschaft, dürften guten Zahlen eher zum Abverkauf führen und vice versa.


Börsenprognose aus der Arbeitslosenquote

Wie ein berühmter Spruch schon sagt, sind Prognosen schwierig, gerade wenn sie die Zukunft betreffen. Trotzdem kann es Sinn machen, sich die Reaktionen auf die Veröffentlichung der Quote an der Börse anzusehen. Sollten die Reaktionen an der Börse auf Dominanz der Geldpolitik deuten, wäre eine eher pessimistische Sicht auf die Wirtschaft und die Börse zu vermuten. Die Marktreife ist so noch nicht zu unterstellen. Marktkorrekturen stellen dabei oftmals gute Einstiege dar.

Im entgegengesetzten Fall kann der Markt sich einer großen Wende nähern. Je besser positive Daten aufgenommen werden, desto „reifer“ ist der Markt bereits. In dieser Phase lohnen Verkäufe in Rallyes.


Entwicklung der Arbeitslosenquote in Deutschland seit 1950


source: tradingeconomics.com


Die Arbeitslosenquote allein stellt natürlich noch kein umfassende Instrument zur Beurteilung der Märkte dar. In den nächsten Teilen dieser Serie werden weitere Kennziffern folgen.

Weitere Grundlagen zum Trading finden Sie hier.

Ich wünsche weiterhin eine gute Zeit auf Trading-Treff,

deepinsidehps

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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