Big Data: Das ganz große Ding

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

„Wissen ist Macht“. Dieses Sprichwort geht laut Wikipedia auf den englischen Philosophen Francis Bacon (1561–1626) zurück. Auch wenn es mehr als 400 Jahre als ist, ist es heute, im Zeitalter von Big Data, aktueller denn je. Es hat sich ein riesiger Markt rund um das Sammeln, Auswerten, Schützen oder Speichern von Daten entwickelt. Und dieser Markt wird immer größer.

Wir leben im Informationszeitalter

Wenn wir heutzutage im Internet nach bestimmten Produkten wie zum Beispiel nach einem Gasgrill suchen, werden wir in der Folge wie durch Zauberhand von Werbung verfolgt, die das Thema Grillen abdeckt. Dies ist nur ein winziges Beispiel dafür, wie Informationen heutzutage verarbeitet werden. Natürlich nur, um uns unser Leben leichter zu machen. Schließlich erspart es uns die weitere Suche, wenn wir gleich mit den passenden Angeboten für Grills bombardiert werden. Und natürlich wollen Firmen ihre Werbung möglichst nahe an der Zielgruppe platzieren. So ärgerlich oder erfreulich die Art ist, wie die Internetsuche heutzutage funktioniert auch ist, handelt es sich nur um einen kleinen Teil einer ganz neuen Welt, in der Informationen für Unternehmen immer wichtiger werden. Nicht nur für den Suchmaschinengiganten Google oder das führende Soziale Netzwerk Facebook, mit seinen bald zwei Milliarden Nutzern.

Die voranschreitende Digitalisierung, Trends wie SmartHome, vernetzte Autos, selbstfahrende Fahrzeuge, Cloud Computing oder das Internet der Dinge sorgen dafür, dass die Informationsflut zunimmt. Gleichzeitig steigen damit die Anforderungen an Unternehmen, die Daten zunächst zu gewinnen, zu sortieren, zu speichern, abzusichern, auszuwerten oder zu übertragen. In jedem dieser Bereiche haben sich große Märkte entwickelt. Nicht nur große US-Technologiekonzerne wie Alphabet (Google), Facebook, Amazon oder Microsoft wollen ein Kuchenstück ergattern.  Auch kleine Spezialisten in Bereichen wie Cyber-Security kommen zum Zuge. Außerdem können sie kleinen und mittelständischen Unternehmen in vielen Fällen eine persönliche Kundenbeziehung liefern, was unter anderem in Fragen der Sicherheit und damit des Vertrauens ein großes Plus sein kann. Trotzdem denken wir zunächst an die US-Technologiebranche, wenn es um solche Zukunftsthemen wie Big Data geht.

Amazon gewinnt ein großes Rennen

Der US-E-Commerce-Riese Amazon (WKN: 906866 / ISIN: US0231351067) verfügt dank seiner gleichnamigen Handelsplattform über einen riesigen Schatz an Kunden- oder Kreditkarteninformationen. Dazu musste das Unternehmen große Rechenzentren vorhalten und die Daten miteinander in Einklang bringen. Beispielsweise können sie daraufhin untersucht werden, ob sich Muster ergeben, die Betrüger identifizieren. Da liegt es nahe, anderen ähnliche Dienstleistungen für ein gewisses Entgelt anzubieten. Es entstand ein wichtiger Geschäftszweig. In den vergangenen Jahren ist Amazon selbst dazu übergegangen, unter anderem Daten für andere Firmen zu speichern und auszuwerten. Diese können je nach Bedarf auf IT-Ressourcen zurückgreifen. Den teuren Aufbau und die Verwaltung von Infrastruktur kann man sich sparen. Amazon verdient wiederum sehr gut an den Gebühren.

Häufig werden Firmen zuvor mit kostenlosen Angeboten geködert. Interessant vor allem für kleine und mittlere Unternehmen, die nicht ständig große IT-Ressourcen vorhalten können. Auch dank des Wachstums neuer Geschäftszweige wie des Bereichs Big Data konnte Amazon zuletzt einen wichtigen Meilenstein erreichen. Am 30. Mai knackte die Amazon-Aktie erstmals die 1.000-US-Dollar-Marke. Noch vor der Google-Mutter Alphabet. Zuvor hatten sich beide Wertpapiere dank der Anlegereuphorie und steiler Kursanstiege ein spannendes Rennen um das Erreichen dieser Marke geliefert. Nicht nur dank dieses Erfolgs dürfte Amazon gestärkt in den Kampf um Marktanteile auf Zukunftsmärkten gehen.

Gemalto: Datensicherheit immer wichtiger

Big Data ist ein wichtiges Zukunftsthema. Allerdings nicht das einzige. Die Digitalisierung unserer Welt schreitet voran. Angesichts immer neuer Möglichkeiten, mit denen Menschen kommunizieren, reisen, einkaufen, Bankgeschäfte erledigen, sich unterhalten lassen oder arbeiten können, steigen die Anforderungen an die digitalen Sicherheitslösungen. Angesichts dieser Entwicklung ist davon auszugehen, dass Unternehmen und Behörden rund um den Globus immer mehr Lösungen von Anbietern wie Gemalto (WKN: A0CA8L / ISIN: NL0000400653) nachfragen werden, um Milliarden von Nutzern sichere und praktische digitale Dienste anzubieten. Dabei statten die Niederländer zum Beispiel SIM-Karten, Bankkarten, Gesundheitskarten, elektronische Reisepässe und Personalausweise mit ihrer sicheren Software und Betriebssystemen aus.

Dies ist extrem wichtig. Cyber-Attacken oder Datendiebstahl sorgen für einen Vertrauensverlust. Irgendwann könnte ein Umdenken in der Gesellschaft einsetzen, im Zuge dessen es Unternehmen erschwert würde, Daten auf die sie inzwischen so dringend angewiesen sind, zu beschaffen. Hier kommt Gemalto ins Spiel. 2016 wurden mit rund 15.000 Mitarbeitern Umsatzerlöse in Höhe von 3,1 Mrd. Euro erzielt. Die guten Aussichten haben sich zuletzt kaum im Aktienkurs niedergeschlagen. Das heißt aber auch, dass die Anteilsscheine von Gemalto mit einem für 2018 geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwas über 14 insbesondere für Technologiewerte eine relativ günstige Bewertung vorzuweisen haben.

Nielsen will Konsumenten verstehen

Informationen werden heutzutage auf viele Arten beschafft. Zahlungsvorgänge oder sonstige Kundenkontakte liefern Unternehmen eine wahre Flut an Daten. Nicht zu vernachlässigen sind aber auch direkte Befragungen. Diese sind jedoch nur eine Möglichkeit für Nielsen (WKN: A14ZR0 / ISIN: GB00BWFY5505) seiner Hauptaufgabe nachzugehen. Das Marktforschungsunternehmen will ganz genau wissen, was sich die Verbraucher ansehen und kaufen. Dazu ist Nielsen in 47 europäischen Märkten und in über 100 Ländern weltweit aktiv. Insgesamt werden auf diese Weise mehr als 90 Prozent der Weltbevölkerung abgedeckt. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden weltweit Umsatzerlöse in Höhe von 6,3 Mrd. US-Dollar erzielt.

Für 2017 hat sich das Management ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 5 bis 6 Prozent vorgenommen. Allerdings wird auf bereinigter Basis nur eine gegenüber dem Vorjahr stabile EBITDA-Marge in Aussicht gestellt. Solch enttäuschende Ergebnisaussichten dürften ein Grund sein, warum die Nielsen-Aktie zuletzt nicht zu einer Erholungsrallye ansetzen konnte. Damit bleibt die Aktie immerhin für Turnaround-Trader und Schnäppchenjäger interessant. Das für 2018 geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt gerade einmal bei 13. Gleichzeitig kann das Unternehmen angesichts einer Dividendenrendite von mehr als 3 Prozent auch als attraktiver Dividendenwert punkten.

Broadcom setzt auf wichtige Wachstumstrends

Im Zuge des Big-Data-Booms müssen immer mehr Daten bewegt werden. Außerdem müssen immer mehr Geräte miteinander vernetzt werden. Zudem hat das mobile Internet unser Leben vollkommen umgekrempelt. Gut für Broadcom (WKN: A2ADV9 / ISIN: SG9999014823). Das Unternehmen hat sich auf Funksysteme spezialisiert. Diese kommen zum Beispiel in Smartphones zum Einsatz. Dabei hat das Unternehmen eine bewegte Geschichte. Vor fast zwei Jahre übernahm Avago Technologies aus Singapur Broadcom für 37 Mrd. US-Dollar. Der entstandene Konzern wurde jedoch in Broadcom Ltd. umbenannt. Anleger zeigten sich angesichts des Wachstumskurses des Unternehmens und der guten Aussichten begeistert.

Für die Broadcom-Aktie ging es zuletzt fast ausschließlich steil nach oben. Trotzdem bleibt das Papier angesichts eines 2018er-KGV von etwas über 13 günstig bewertet. Insbesondere im Vergleich zu anderen Technologietiteln. Nicht gerade alltäglich für Technologiewerte sind auch die ausgezahlten Dividenden. Zumal Broadcom zuletzt stark gewachsen ist. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 wuchsen die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf 4,2 Mrd. US-Dollar. Auch Analysten zeigten sich zuletzt in Bezug auf weitere Umsatz- und Gewinnsteigerungen optimistisch. Nicht nur in 2017, sondern auch für die kommenden Jahre.

Bildquelle: dieboersenblogger.de


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