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Können die Computer uns die Zukunft sagen? Manchmal erscheint es so und gerade bei der technischen Analyse kommt dieser Gedanke manchmal nahe, gerade wenn automatisierte Handelssystem dann Entscheidungen entsprechend umsetzen. Dazu hier ein Beispiel und danach mein Blick auf den S&P500 in der Volumen-Analyse (oder kurz: SPX500 Volumen Analyse) – eine sehr spannende und effektive Technik.

Ein Super-Computer sagt den Crash voraus

die Webseite ZeroHedge berichtet, dass einer der leistungsfähigsten Super-Computer auf einen Crash in den nächsten Monaten setzt. Der Super-Computer hat seinen Standort in der Schweiz, und wird ständig mit Marktdaten gefüttert. Das Institut Financial Crisis Observatory (FCO) gibt auf Basis der Computer-Berechnungen einen Report bezüglich globaler Marktblasen heraus.

Eines der wichtigsten Indizien für einen zukünftigen Crash ist das exponentielle Wachstum von Marktsektoren. Der Computer wird jedoch nicht nur mit nüchternen Marktdaten gefüttert, er bekommt ein umfassendes Paket an Infos. Das reicht zum Beispiel von YouTube-Videos, Anzahl epileptische Anfälle bis hin zu auffälligen Verhaltensproblemen in der Bevölkerung.

Die 100%-Genauigkeit gibt es nicht

Eine erstaunliche Vielfalt, die vermutlich den menschlichen Verstand überfordern würde. Man kann natürlich darüber diskutieren, ob grundsätzlich ein Computer in der Lage ist, treffsichere Prognosen zu geben. Unzweifelhaft ist, dass die Märkte einen hohen Anteil chaotischer Bewegungen enthalten. Versucht man chaotische Bewegungen zu prognostizieren, muss es zwangsläufig Fehler geben. Ansonsten wäre es ja auch kein Chaos. 😉 In dieser Hinsicht sollte man dem Super-Computer keine 100%ige Genauigkeit zugestehen.

Der Super-Computer führt auch vier Portfolios. Seit Anfang Juni hat er sich mehrheitlich auf Short-Positionen umgestellt.

Das ist eine interessante Information und Grund genug, um sich den US-Aktienmarkt näher anzuschauen.

SPX500 Volumen Analyse
SPY in der Wochenanalyse

Bild beschreibung: Wochen-Chart des SPY mit Volumen-Indikatoren. Der SPY ist einer der größten ETFs auf Basis des S&P500. Er spiegelt Angebot und Nachfrage für Aktien sauber wider. Für die Volumen-Analyse ist er besser geeignet als der S&P500-Index.

Was kann die SPX500 Volumen Analyse?

Das Wesen der Volumenanalyse ist es Widerstände und Unterstützungen zu diagnostizieren. Aus dem Verlauf von Kurs und Volumen lassen sich Divergenzen und Konvergenzen herausarbeiten. Daraus ergeben sich Aussagen zur zukünftigen Kursbewegung. Bei einer Divergenz neigt der Kurs zur Umkehr und bei der Konvergenz zur Fortsetzung.

Technische Ausgangssituation des Marktes

Das auffälligste Merkmal des Marktes ist sicherlich der homogene Aufwärtstrend seit Anfang 2016. Die Volatilität der Bewegung nahm kontinuierlich ab, und zwar je höher der Index anstieg. Es ist meistens ein zuverlässiges Indiz dafür, dass der Trend weiterhin stabil bleibt. Damit der Markt auch in Zukunft steigt, muss eine ausreichende Menge an Käufern der Meinung sein, dass der Gipfel noch nicht erreicht ist.

Der Verlauf des OBV ist eine starke Warnung

Kommen wir zum Verlauf des OBV (unterer Indikator). Der OBV ist ein Volumenindikator bei dem das Handelsvolumen in Abhängigkeit zum Kurs addiert oder subtrahiert wird. Der OBV gibt einen Einblick für die Energie des Aufwärtstrends.

Der Vergleich zwischen Kursverlauf und OBV zeigt eine Kursschwäche. Das Handelsvolumen geht seit April kontinuierlich zurück, und so entstand eine bearishe Divergenz zum Kursverlauf. Beachten Sie besonders die Hochs des Kursverlaufs und die des OBVs. Während der Kurs neue Höchststände erzielen konnte, blieb der OBV zurück. Es lässt darauf schließen, dass weniger Käufer im Markt aktiv waren.

Daraus entsteht eine zweite Frage: Wenn es weniger Käufer gab, warum fiel der Markt nicht stärker? Ein Markt kann nur dann mit geringerem Handelsvolumen weiter steigen, wenn zugleich der Anteil der Verkäufer abnimmt. Das könnte man mit den Worten zusammenfassen, dass es nur wenige Käufer gibt, aber noch weniger Verkäufer.

Kurzfristige Prognose nach der SPX500 Volumen Analyse

In der Mitte des Charts sehen Sie einen besonderen Indikator. Hierbei wurde der RSI und der OBV miteinander kombiniert. Grünliche Schattierungen deuten auf kurzfristig ansteigende Kurse hin. Im Gegensatz dazu sind die rötlichen Schattierungen mit zukünftigen bearischen Kursen verbunden.
Vor etwas mehr als vier Wochen gab es für fallende Kurse ein Short-Signal (siehe Pfeil). Passend dazu verhielt sich der Kursverlauf auch. Allerdings nur mit einer schwachen Dynamik. Es ist keine impulsive Abwärtsbewegung sondern nur eine leichte Konsolidierung zu erkennen. Das lässt vermuten, dass der Gipfel des Aufwärtstrends noch nicht erreicht ist. Eine Analyse dazu gab es von mir bereits am 23. Juni an dieser Stelle. Daher sollte bei der nächsten positiven Wirtschaftsmeldung der S&P500 ein neues Hoch erreichen. Das Top ist noch nicht erreicht!

Fazit der SPX500 Volumen Analyse

In der beschriebenen Marktsituation sollte man als Börsianer vorsichtig sein. Das reduzierte Handelsvolumen macht den Markt fragil. Unerwartete heftige Marktbewegungen sind möglich. Das passt übrigens auch ideal zu der beschriebenen Short-Prognose des Super-Computers.

Der US-Aktienmarkt ist momentan nicht für langfristige Trader geeignet. Soweit mein Fazit der SPX500 Volumen Analyse.

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Christian Lukas von www.Trading-Ideen.de


Dieser Beitrag von Christian Lukas wurde von trading-treff.de zur Verfügung gestellt. Dort gibt es Analysen, Wissen und Emotionen zum Trading.

Christian Lukas beschäftigt sich seit 1998 mit der Börse. Als privater Trader handelt er in erster Linie den DAX- und den Bund-Future. Seine Spezialität ist das Volumen-Trading. Dabei wird der Kursverlauf mit dem Volumen in eine Beziehung gesetzt. Seine Webseite ist: www.trading-ideen.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Trading-Treff.de / dieboersenblogger.de


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