DAX-Chartanalyse nach Range-Woche

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

In Kurzform vorweg: Die Dynamik der Vorwoche konnte nicht fortgesetzt werden. Es gab zwar erneut schnelle und vor allem für Daytrader spannende Bewegungen am Aktienmarkt. Doch für Positionstrader blieb hier kein Raum für Signale. Die Handelsspanne betrug weniger als 200 Punkte oder rund 1,6 Prozent auf den DAX-Stand bezogen. Im Detail wurden einzelne Daten zur weiteren Entwicklung der US-Wirtschaft jedoch mit Spannung erwartet und entsprechend darauf reagiert. Diese stelle ich hier noch einmal vor und widme mich anschließend der DAX-Chartanalyse nach Range-Woche zu.

Rückblick auf die Range-Woche

Die Handelswoche begann am Montag erneut stark, wie schon in den Vorwochen erlebt. Dabei entstand erneut ein GAP, welches den Marktteilnehmern Respekt einflößte. Es wurde erst einmal ignoriert, aber nicht vergessen!

DAX-Chartanalyse nach Range-Woche: GAP-Zone
GAP am Montag im DAX

Der DAX wandte sich zuerst seinem Korrekturziel zu. Dieses hatte ich in der Vorwochenanalyse skizziert (->)

Gut möglich also, dass zum Monats- und Quartalsstart die Kurse etwas zurücklaufen, im Sinne von einer Korrektur der starken Abwärtsbewegung. Für dieses Szenario halte ich einen Rücklauf bis 12.490 Punkte für realistisch. Dies wäre auch das Tief aus Mitte Mai und im Chartbild der erste Punkt der gezeigten unteren Trendkanal-Linie.

DAX-Chartanalyse nach Range-Woche: Vorwoche
DAX Chartbild aus Vorwoche

Es sollten am Montag dann „nur“ 12.486 Punkte im Hoch sein. Das GAP am Dienstag entstand zur Abwechslung auf der Unterseite, wurde jedoch sehr dynamisch gleich zum Handelsstart geschlossen. Erneut bremste der Markt knapp vor der 12.490 ab. Ein erwarteter Impuls durch das US-Notenbankprotokoll blieb aus und Spekulationen über den Zeitpunkt der nächsten Zinsanhebung durch die FED im Markt.

Selbiges beobachteten wir am Mittwoch, wie hier nachzulesen ist. Marktstart mit GAP und dynamisches Schließen bis hin zur Marke bei rund 12.490 Punkten.

Alle Hochpunkte lagen bis zum Donnerstagabend an dieser Linie, wie man der historischen Tabelle entnehmen kann:

DAX-Chartanalyse nach Range-Woche: Tagesbilanzen
Auflistung der Tages-Ranges im DAX

Auf der Unterseite tat sich ebenso wenig, so dass man am Donnerstag eine Range im Chartbild visualisieren:

DAX-Chartanalyse nach Range-Woche
Range der Handelswoche bis Donnerstag

Immerhin wurde die untere Begrenzung, welche auch die GAP-Kante von Montag (Bild 1 der Analyse) darstellte, als Trigger kurze Zeit später aktiviert. Der DAX nahm die Chance auf GAP-close wahr und schloss dieses am Donnerstag recht genau:

DAX-Chartanalyse nach Range-Woche: GAP geschlossen
GAP geschlossen im DAX

Da es kein weiteres Short-Signal im Sinne eines neuen Mehr-Wochentiefs gab, orientierten sich die Marktteilnehmer wieder auf der Oberseite und kamen mit dem Schwung aus den USA am Freitag zurück in die gezeigte Range. Denn die Arbeitsmarktdaten waren sehr robust. 220.000 neu geschaffene Stellen zeigten ein Wachstum auf, welches so nicht erwartet war. Warum daraus keine Rallye entstand, ist erst auf den zweiten Blick erkennbar. Denn die Arbeitslosenquote stieg leicht auf 4,4 Prozent und die Lohnentwicklung stieg leider nicht mit. Der Aufschwung scheint somit nicht wirklich bei der breiten Bevölkerung anzukommen. Doch das ist ein anderes Thema. Hier geht es eher um die Frage: Verharren wir auch in der Folgewoche in dieser Range?

Immerhin schlossen DAX, Dow Jones, Nasdaq, EUROSTOXX und auch TecDAX im Plus. Gut zu sehen im Wochenrückblick hier auf Trading-Treff.

Die weitere Entwicklung im DAX

Das in der Vorwoche erwähnte Frankreich-GAP wurde nicht ganz erreicht. Es fehlt noch ein Stückchen Weg, wenn man im 4 Stundenchart ganz genau hinsieht:

DAX-Chartanalyse nach Range-Woche: Frankreich-GAP
DAX knapp vor Frankreich-GAP

Ab dem Allzeithoch kann man dem DAX zudem eine klare Abwärtstendenz im Stundenchart bescheinigen:

DAX-Chartanalyse nach Range-Woche: Abwärtstendenz
Abwärtstendenz im Stundenchart DAX

In dieser Einstellung ist auch der Widerstand um 12.490 deutlicher zu sehen, der in der Vorwoche als Korrekturziel ausgegeben wurde:

DAX-Chartanalyse nach Range-Woche: Dreh- und Angelpunkt
Dreh- und Angelpunkt im DAX

Ein Überspringen dieser Marke, idealerweise per Schlusskurs, wäre ein sehr bullisches Signal und könnte damit die beiden Tiefs der Woche als mögliche W-Formation oder Doppelboden im Chartbild zurücklassen.

DAX-Chartanalyse nach Range-Woche: Doppelboden
Doppelboden im DAX?

Ziel für dieses Szenario wäre dann ca. die 12.550 im Chartbild, abgeleitet aus dem, Verlaufstief am 27. Juni.

Der mögliche Doppelboden ist logischerweise mit einem Unterschreiten der 12.310 nicht mehr existent. Und dann käme das große gelbe GAP, welches ich nun schon seit Wochen durch die Chartbilder „schleife“ in den genauen Fokus.

Eine weitere Range-Woche zwischen 12.310 und 12.490 Punkten kommt natürlich allen Urlaubern entgegen. Denn dann muss das Depot entsprechend wenig bis gar nicht umgeschichtet werden. Womöglich ist diese der Grund für die im Juli abgenommene Volatilität. Doch mit Rücksicht auf die Nerven der sich nicht im Urlaub befindenden Positionstrader ist ein Ausbruch durchaus wünschenswert. Vielleicht zu den Wirtschaftsterminen der kommenden Handelswoche? Es muss ja nicht gleich Krieg sein, wie Goldman Sachs etwas hart formulierte. Die Redaktion von wallstreet-online berichtete ->

An Terminen sieht es in der kommenden Woche leider auch dünn aus. Die Ferienzeit dominiert und so muss nur Janet Yellen als FED-Chefin am Donnerstag zum Rapport. Um 16 Uhr wird sie vor dem Kongress womöglich Einblicke in die weitere Zinsstrategie der US-Notenbank geben. Am Freitag um 14.30 Uhr stehen dann noch die US-Verbraucherpreise und Einzelhandelsumsätze auf der Agenda. Alle weniger wichtigen Termine finden Sie auf der Startseite HIER auf Trading-Treff.

Herzlichen Dank für Ihr Interesse an der Analyse „DAX-Chartanalyse nach Range-Woche“ und einen erfolgreichen Wochenstart,

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

andreasmuellerEin Beitrag von Andreas Mueller

Andreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf dieboersenblogger.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

Bildquellen: Andreas Mueller / dieboersenblogger.de

 


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