Before the Bell: DAX geht nach fünf Verlusttagen in Serie auf Erholungskurs, US-Futures legen zu

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Das Intraday-Reversal in New York, wo die Indizes ihre anfänglich hohen Verluste nahezu vollständig aufholen konnten, sorgt zur Wochenmitte auch am Frankfurter Parkett für eine Kurserholung. Der DAX hat den Kampf mit der bei rund 5.780 Punkten verlaufenden 200-Tage-Linie, die gestern klar unterboten wurde, wieder aufgenommen. Der nachhaltige Sprung über den viel beachteten Gleitenden Durchschnitt gelang bislang jedoch noch nicht.

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Unsicherheit bleibt

Trotz der nach fünf Verlusttagen in Serie überfälligen Erholung, die heute einsetzt, hat sich an der unsicheren Lage nichts geändert. Während die einen in dem heutigen Anstieg nur eine Korrektur in einer größeren Abwärtsbewegung sehen, halten andere das aktuelle Kursniveau für attraktiv. Fakt ist: Die charttechnische Lage bleibt angespannt. Die Gefahr, dass sich die Abwärtsbewegung nach einer kurzen Erholung fortsetzt, ist längst nicht beseitigt. Zur Vorsicht mahnt auch die weiterhin hohe Volatilität. Der VDAX gibt heute zwar deutlich nach, notiert mit gut 33 Zählern aber nach wie vor auf einem gefährlich hohen Niveau.

GfK-Konsumklima trübt sich ein

Von der Tatsache, dass der GfK-Konsumklimaindex deutlicher gesunken ist als erwartet, zeigen sich die Börsianer unbeeindruckt. Offenbar hatten die Anleger angesichts der Schuldenkrise in Südeuropa und der Euro-Schwäche bereits mit einer entsprechenden Entwicklung gerechnet. Der Konsumklimaindex für Juni sank auf 3,5 Punkte, während im Vorfeld ein Wert von 3,6 Zählern erwartet worden war. Der Vormonatswert wurde von 3,8 auf 3,7 Punkte nach unten revidiert. Während die Konjunktur- und die Einkommenserwartung deutlicher sanken, ging die Anschaffungsneigung nur leicht zurück.

OECD hebt Prognose für deutsches BIP an

Es gibt auch positive Nachrichten. So hat die OECD ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft deutlich angehoben. Dank anziehender Exporte soll das deutsche Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr um 1,9 Prozent wachsen, im Jahr 2011 sogar um 2,1 Prozent. Der private Konsum dagegen dürfte in diesem Jahr sogar schrumpfen. „Die tendenzielle Wachstumsdynamik ist intakt“, so das Fazit der OECD. Allerdings geht der Aufschwung am Arbeitsmarkt vorbei und wird zudem von der akuten Schuldenkrise gefährdet. So soll die Arbeitslosenquote in diesem Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent steigen und 2011 sogar 8 Prozent erreichen. Wachstumsmotor der globalen bleibt die US-Wirtschaft, die laut der OECD in diesem und im kommenden Jahr um jeweils 3,2 Prozent wachsen soll.

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Neuer Chef für T-Mobile USA

Gemäß dem Motto „Neue Besen kehren gut“ präsentierte die Deutsche Telekom heute einen neuen Chef für ihre US-Tochter. Philip Humm, bis Ende 2008 Chef von T-Mobile Deutschland, wird ab Februar 2011 als neuer Chef von T-Mobile USA der Nachfolger von Robert Dotson. Der hat es bislang nicht geschafft, die US-Tochter im Konkurrenzkampf mit AT&T und Verizon entscheidend voranzubringen. Allein im ersten Quartal verlor T-Mobile USA 77.000 Kunden, Umsatz und operativer Gewinn gingen zurück. Die Anleger honorieren den Führungswechsel, die Telekom-Aktie gewinnt derzeit fast 2 Prozent.

Kartellstrafe für Praktiker

Die polnische Tochter der Baumarktkette Praktiker hat von den polnischen Kartellbehörden ein Bußgeld in Höhe von 9,4 Mio. Euro auferlegt bekommen. Dem Unternehmen werden unzulässige Preisabsprachen in den Jahren 2000 bis 2006 vorgeworfen. Eine Rückstellung, die Praktiker für die Strafzahlung bilden wird, dürfte das Ergebnis des zweiten Quartals beeinträchtigen. Die Anleger kümmert diese Meldung heute nicht. Die Praktiker-Aktie, die innerhalb von gut vier Wochen mehr als 30 Prozent an Wert verloren hatte, verbessert sich heute um rund 4 Prozent.

US-Futures liegen im Plus

An der Wall Street sind heute nur wenig marktbewegende Nachrichten zu erwarten. Lediglich die Verkäufe neuer Häuser für den Monat April stehen am Nachmittag zur Veröffentlichung an. Bereits vor Handelsbeginn meldete Toll Brothers Zahlen. Aufgrund geringerer Abschreibungen konnte der Häuslebauer den Verlust im zweiten Quartal von 83,2 auf 40,4 Mio. Dollar verringern, verfehlte mit einem Minus von 24 Cents je Aktie die Erwartungen aber um einen Cent. Die Aktie legt vorbörslich dennoch deutlich zu.

Nach der eindrucksvollen Aufholjagd am Vortag deuten die US-Futures auf einen freundlichen Handelsstart hin. Während der S&P 500 um 0,9 Prozent zulegt, verbessert sich der NASDAQ um 0,8 Prozent. Der DAX gewinnt in Frankfurt derzeit 1,9 Prozent und notiert bei 5.779 Punkten.


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