Averaging im Trading: Nur ein böses Wort?

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Wohl kaum ein Literat, welches sich um Börsenweisheiten dreht, lässt das Thema Averaging (z. dt. „Verbilligen“) aus. Auch habe ich z. B. in Webinaren, bei denen es um ganz andere Themen ging schon öfter bemerkt, dass Teilnehmer sofort nahezu allergisch reagiert haben, wenn nachgekauft wurde, auch wenn es nur zu Demonstrationszwecken einer ganz anderen Funktion diente und nicht einmal ein Trading-Ansatz als solches besprochen wurde. Aus diesem Grund widme ich heute ausführlich dem Thema Averaging im Trading.

Verbilligen, was ist das? Nun, erst einmal nichts anderes, als die gleiche Positionierung an einem besseren Punkt aufzustocken. Das heisst, wenn man z. B. Long im DAX ist, und beispielsweise bei 12.000 eingekauft hat, der Kurs aber z. B. um 100 Punkte fällt, man bei 11.900 noch einmal gleich groß einkauft und damit einen Average, also mittleren Wert von 11.950 hat. Damit muss der DAX nur noch 50 Punkte steigen um in die Gewinnzone zu kommen. Der Haken an der Sache ist natürlich, dass man seinen Verlust verdoppelt, wenn der DAX nur um weitere 50 Punkte fällt. Wiederholt man das Spiel bei 11.800 und der DAX fällt weiter, dreht sich die Abwärtspirale auf dem Konto immer schneller nach unten. Daher ist Averaging verpönt, oder wie es so schön heisst: „Only Losers average Losers“.

Martingale als Königsklasse

Die Königsklasse des Averaging ist übrigens die klassische Martingale-Strategie, hier wird bei jeder weiteren Verbilligung die gesamte Positionierung um den Faktor 2 erhöht. Bei nur 8 Wiederholungen hat man bereits das 256-fache der ursprünglichen Positionsgröße, dass das nicht ohne weiteres gut geht, liegt auf der Hand. Dennoch, so lange es gut geht ist die Performance exorbitant. Hierzu zum Beispiel der Dow. So hätte die Equity-Kurve ausgesehen, wenn man seit 2016 bis heute alle 25 Punkte bis zu 10x verbilligt hätte und bei 25 Punkten Gewinn jeweils aufgelöst hätte und dann noch einmal von vorne begonnen hätte. Damit hätte man das gesamte Marktrauschen zu seinen Gunsten genutzt und jede Buy & Hold-Strategie mit einer Performance von 800% um ein Vielfaches geschlagen.

Averaging im Trading: Kapitalkurve
Kapitalkurve bei Martingale – getestet mit der Strategic-Order-Funktion des StereoTrader

Die maximale Positionsgröße wurde dabei automatisch der Equity angepasst und ein Stop-Loss natürlich nicht verwendet…

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Dieser Beitrag von Dirk Hilger wurde von trading-treff.de zur Verfügung gestellt. Dort gibt es Analysen, Wissen und Emotionen zum Trading.

Dirk Hilger ist Entwickler der Plattform „StereoTrader“ und seit den 90er Jahren mit Börse und Informatik eng verbunden. Als passionierter Price-Action-Trader liegt sein Schwerpunkt auf dem DAX. Seine Kombination aus (Teil-)Automationen und alternativen Handelsansätzen geht weit über konventionelle Techniken hinaus.

Bildquellen: Trading-Treff.de / dieboersenblogger.de


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