Thyssenkrupp will sich von Stahlgeschäft trennen

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Bildquelle: Pressefoto ThyssenKrupp

Der Industriekonzern Thyssenkrupp (WKN: 750000 / ISIN: DE0007500001) bestrebt eine Fusion seines Stahlgeschäfts mit dem Konkurrenten Tata Steel Europe und will diesbezüglich noch im Juli eine Entscheidung fällen.

Thyssenkrupp ist ein deutsches Industrieunternehmen welches in sechs verschiedenen Geschäftsbereichen operiert: Components Technology, Elevator Technology, Industrial Solutions, Materials Services, Steel Europe und Steel Americas.

Laut einem Bericht im Handelsblatt will sich der Konzern bereits im September von seinem Stahlgeschäft trennen. Der Bereich trägt mittlerweile nur noch ein Fünftel des gesamten Umsatzes bei und ist meist sogar für Verluste verantwortlich. Die Stahlbranche befindet sich seit einiger Zeit in der Krise – hat mit volatilen Preisen und einem Überangebot zu kämpfen.

Es werde ein Zusammenschluss mit dem indischen Wettbewerber Tata Steel Europe angestrebt. Doch würde dies nicht klappen, sei man auch bereit sich auf andere Wettbewerber in Asien oder Osteuropa einzulassen. Auch ein eigener Börsengang werde in Betracht gezogen.

Durch die Fusion mit Tata könne man jährlich bis zu EUR 500 Millionen sparen, hieß es aus Konzernkreisen. Man wolle jedoch weniger als 50 Prozent am möglichen Fusionsunternehmen halten. Dadurch würde das Stahlgeschäft aus der Bilanz von Thyssenkrupp verschwinden und durch einen Schuldtransfer könnte diese enorm aufgebessert werden. Des Weiteren könnte die Fusion neuen finanziellen Spielraum für andere, lukrativere Industriesparten schaffen.

Viele Hindernisse zu bewältigen

Der Deal sei jedoch längst nicht beschlossen, da wichtige Eckdaten und Fragen bisher ungeklärt seien. Unter anderem herrsche Unklarheit über die Pensionsverpflichtungen für die britischen Stahlarbeiter von Tata. Dem dafür vorgesehenen Fonds fehlen noch rund zwei Milliarden Pfund. Thyssenkrupp möchte, laut Unternehmenskreisen, für die ausstehende Summe nicht selber bürgen und so hoffe man auf die Regierung in London, welche im Gegenzug eine Beteiligung an den britischen Werken, oder dem Gesamtkonstrukt erhalten könnte.

Regen Widerstand zu der Fusion könnte es jedoch von den 27.000 Angestellten der Stahlabteilung geben. Diese sehen die Sparte mit Thyssenkrupp fest verankert, zittern um ihre Jobs und können sich eine Abspaltung vom Konzern nicht vorstellen.

Der derzeitige Vorstandschef Heinrich Hiesinger ist bekannt dafür, nicht vor Unternehmensabspaltungen zurückzuschrecken. So ließ er in seiner Amtszeit bereits die Servicesparte Xervon mit 9000 Mitarbeitern, das Edelstahlgeschäft, sowie ein Stahlkraftwerk in Alabama veräußern.

Solide Quartalszahlen

Mit den in diesem Jahr bereits veröffentlichten Quartalszahlen konnten die Aktionäre zufrieden sein. Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 5,6% (yoy) und im zweiten Quartal 2017 um 10,7% (yoy). Das EBIT belief sich im ersten Quartal auf EUR 339 Millionen (+ 35,1% yoy) und im zweiten auf EUR 410 Millionen (+7,0% yoy).

Zukunftssicher ist das deutsche Unternehmen jedoch wohl noch nicht aufgestellt. Speziell in Konjunkturschwankungen könnte das Eigenkapital von EUR 2,3 Milliarden nicht ausreichend sein und Thyssenkrupp in Bedrängnis bringen.

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Bildquelle: Pressefoto ThyssenKrupp


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