Alltäglicher Wahnsinn in der uneigentlichen Republik

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In Weimers Woche geht es mal wieder ans Eingemachte. In der uneigentlichen Republik. Und man kann Wolfram Weimer da nur zustimmen. Angefangen vom verschobenen Koordinatensystem der deutschen Parteienlandschaft.

So ist eigentlich die CDU noch die CDU. Tatsächlich spielt sie die neue SPD. Eigentlich ist die FDP die FDP. Tatsächlich spielt sie die neue CDU. Eigentlich ist die SED die PDS. Tatsächlich nennt sie sich Linkspartei.

Was mir in der Aufzählung lediglich noch fehlt ist die SPD, die – ja wen spielt sie denn? – sich selbst vor 30 Jahren? Ich glaube, das weiß sie selbst nicht so genau – Selbstfindung auf Staatskosten sollte aber nicht gerade jetzt stattfinden. Und die Grünen? Existieren die überhaupt noch in diesen Krisenzeiten? Oder wird grünes gerade – außer von Apple in seinem neuestem Werbespot – noch wahrgenommen?

Aber neben der Politik, die versucht ein Konjunkturpaket nach dem anderen durch die Instanzen zu jagen, gibt es ja noch die Wirtschafts- und Finanzwelt. Und in dieser uneigentlichen Republik wird ja auch da zur Genüge herumprobiert. Weimer nochmals:

Eigentlich haben in der aktuellen Finanzkrise die Staatsbanken – von IKB über KfW bis zu den Landesbanken – die schlimmsten Fehler gemacht. Tatsächlich aber verstaatlichen wir nun auch die letzten Privatbanken. […]

[…] Eigentlich haben sich einige westliche Gesellschaften – vor allem die USA – so überschuldet, dass über das Stocken des Refinanzierungsmotors die gesamte Weltwirtschaft abgebremst wird. Eigentlich haben wir also zu viele Schulden gemacht, eigentlich müssten wir jetzt solide haushalten. Tatsächlich aber verabschieden wir nach den Milliardenschulden nun Billionen-„Konjunkturpakete“ (auch so ein uneigentlicher Begriff), die in Wahrheit das Schuldenmonopoly nur eine Runde weiterdrehen.

Genau diese Schuldenpolitik wird uns in Europa, aber auch in den USA, früher oder später das Genick brechen. Schon tauchen die ersten Fragen auf, was denn passiert, wenn das heute verabschiedete Konjunkturpaket II nichts bringt? Kommt dann Nummer III und Nummer IV? Wie lange wollen wir da weitermachen? Staatliche „Investitionen“ aus dem populären vulgärkeynesianischen Honigtopf bringen vielleicht doch nicht den gewünschten Effekt? Uiii, wäre hätte das jetzt gedacht…

Das Spiel mit immer mehr „Spielgeld“ kann man eine Weile durchziehen, aber besonders die USA werden bald merken, dass das eine gewaltige Inflation und eine ebenso drastische Dollarabwertung zur Folge haben wird. Egal welchen Optimismus die Fed versucht zu verbreiten. Aber selbst für Deutschland wird ja inzwischen nicht mehr von Deflation oder so geredet. Angesichts der Milliarden-Rettungspakete wird vielmehr für die Zukunft eine kräftige Geldentwertung prognostiziert. So erwartet Thomas Straubhaar, der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), laut Focus für Deutschland: „Schon in einigen Monaten wird die Inflation deutlich nach oben schießen.“ Dabei rechnet er „mit einer Geldentwertung zwischen fünf und zehn Prozent pro Jahr für die Zeit nach 2010″.

Und was macht da Otto-Normal-Anleger? Die Börsen auf der Talfahrt beobachten und stattdessen das Geld auf dem Tagesgeldkonto weniger werden lassen? Tja, Gold und Silber sind vielleicht doch besser? Über Silberkannen, Goldstandard und Goldvrenelis hab ich ja schon geschrieben… man muss das ganze ja nicht immer physisch im eigenen Haus haben – auch wenns schöner anzuschauen ist.


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