Warren Buffett und der unterschätzte Mehrwert von Aktienrückkäufen

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„Einfallslos und langweilig“ sind die nicht selten zu vernehmenden Einschätzungen, wenn Unternehmen Aktienrückkaufprogramme verkünden. Der freie Cashflow solle doch lieber im eigenen Unternehmen investiert werden, in die Entwicklung neuer Produkte oder gezielt in Zukäufe. Und diese Sichtweise hat durchaus etwas für sich, sofern das Unternehmen etwas Sinnvolles mit dem Geld anstellt.

Nicht selten werden aber Zukäufe getätigt, die sich dann als Rohrkrepierer erweisen und unter dem Strich das Geld der Aktionäre vernichten. Oder so teuer sind, dass sie in absehbarer Zeit eigentlich keine Rendite einfahren können. Abschreckende Beispiele gibt es zuhauf, wie die Time Warner Übernahme durch AOL oder das Skype-Experiment von Ebay, die Pleite von Rupert Murdochs News Corp. mit MySpace oder die gescheiterte Rover-Übernahme durch BMW. Ganz zu schweigen von dem traurigen Einkaufsmix, den sich Yahoo über die Jahre zusammenschustert und der nie zu einer erfolgreichen Strategie geführt hat. Konsequenz ist, dass man sein Stammgeschäft nun an Verizon verkauft hat und dass Yahoo nur noch eine Holding für die Alibaba-Beteiligung und den Anteil an Yahoo Japan. Passend dazu ist neue Firmenname Altaba ist eine einfallslose Verquickung aus „alternatvie“ und „Alibaba“. Was für ein Trauerspiel für diesen Internet-Pionier, der die Internetsuche noch vor Google beherrschte – und sich dann die Butter vom Brot nehmen ließ, weil man sein Kerngeschäft zugunsten vermeintlicher Wunderideen vernachlässigte.

Wie man anhand dieser Beispiele sehen kann, fahren Aktionäre unter Umständen besser, wenn die liquiden Mittel des Unternehmens in die eigenen Aktien investiert werden, als irgendetwas Dummes mit dem Geld anzustellen. Doch auch Aktienrückkäufe sind kein Selbstgänger, die immer Mehrwert für Aktionäre schaffen. Es kommt eben drauf an…

Auf www.intelligent-investieren.net geht es weiter.

KissigEin Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Bildquellen: Michael C. Kissig / dieboersenblogger.de


1 KOMMENTAR

  1. Schöner Teaser, ich bin dem Link zu Intelligent Investieren gefolgt um weiter zu lesen.
    Kleiner Hinweis: es findet sich oben ein Vertipper – „alternatvie“

    Buybacks machen viele der Amerikaner gut wie ich finde, wobei das Timing natürlich eine wichtige Rolle spielt. Gilead z.B. hat effektiv Geld der Anleger verbrannt indem zu recht teuren Kursen signifikante Aktienrückkäufe durchgeführt wurden. AOBC – eine unserer Aktienempfehlungen die übrigens morgen Quartalszahlen veröffentlichen – ist ein besseres Beispiel dafür wie Shareholder Value kreiert werden kann. Zudem wurde ein neues Buyback Programm verkündet das bis 2019 reicht.

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