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Seit Frühjahr letzten Jahres steigen die Börsen schier unaufhaltsam an und das trotz der regelmäßigen „Schwarzen Schwäne“, die wie trächtige Säuen alle paar Monate durchs Dorf gejagt werden. Ob Ukraine-Krise, Brexit-Votum, Italien-Referendum oder die US-Wahl, bei allen Ereignissen wurden kräftige Kursverluste vorhergesagt – und wenn es welche gab, dann nur für kurze Zeit, bevor Anleger zurück in den Börsenmarkt strömten. Zu alternativlos erscheint der Aktienmarkt angesichts Negativzinsen zu sein.

Nun haben die meisten Unternehmen ihre Quartalszahlen vermeldet und in Deutschland ist Hauptversammlungssaison. Im Anschluss steuern die Börsen auf die eher unterdurchschnittliches Halbjahr titulierten Börsenmonate zu und auch der gefürchtete Herbst steht vor der Tür. Vorher lockt allerdings noch dem Sommer und bald schon kommen die nächsten Quartalsergebnisse, in der dann die Unternehmen ihre Geschäftszahlen aus dem zweiten Quartal präsentieren werden. Und mit den Ergebnissen einher gehen die Schätzungen und Erwartungen der Analysten.

Zuletzt waren die Börsen besonders dank der US-Tech-Giganten Alphabet (Google) (WKN: A14Y6H / ISIN: US02079K1079), Amazon (WKN: 906866 / ISIN: US0231351067), Apple (WKN: 865985 / ISIN: US0378331005), Facebook (WKN: A1JWVX / ISIN: US30303M1027) und Netflix (WKN: 552484 / ISIN: US64110L1061) angezogen, doch nun gab es einen deutlichen Rücksetzer gerade bei diesen Tech-Werten. Goldman Sachs warnte, die Bewertungen könnten inzwischen überzogen sein. Das ist wohl wahr. Andererseits sind gerade diese Tech-Giganten diejenigen Unternehmen, die unsere Welt komplett aus den Angeln heben und immer neue Märkte revolutionieren. Stichwort Disruption. Ihr Manna sind die Daten und wer die Daten kontrolliert (und auswerten kann), der gewinnt die Zukunft. Die Umsatzpotenziale sind enorm und die Wachstumsraten ebenso. Und anders als im Jahr 2000, als die Internetblase platzte, schreiben die heutigen Tech-Stars überwiegend Gewinne. Sie sind also nicht auf ständig neue Kapitalerhöhungen angewiesen, um ihr Wachstum stemmen zu können, sondern sie können es aus ihrem Cashflow finanzieren. Ihr Erfolg nährt sich selbst. Und macht die Bewertung umso schwieriger. Denn gemessen an klassischen Bewertungskennziffern, wie dem Kurs-Buchwert-Verhältnis oder dem Kurs-Gewinn-Verhältnis wären diese Unternehmen keinen zweiten Blick wert. Dass sie es trotzdem sind, liegt an der unbändigen, disruptiven Kraft, mit der sie bestehende Branchen aufrollen und unser aller Leben verändern…

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KissigEin Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Bildquellen: Michael C. Kissig / dieboersenblogger.de


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