Das Comeback der T-Aktie?

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Bildquelle: Pressebild Deutsche Telekom

Vor einigen Jahren schaffte es die Deutsche Telekom (WKN: 555750 / ISIN: DE0005557508) nicht, ihre lange Zeit schwächelnde US-Mobilfunktochter zu verkaufen. Jetzt, da T-Mobile US mit einem beeindruckenden Kundenzustrom aufwarten kann, haben sich ganz neue Optionen für den DAX-Konzern ergeben. Noch ist jedoch nichts unter Dach und Fach. Außerdem ergeben sich auch ganz neue Herausforderungen.

Seit Weihnachten 2016 hatte sich die Aktie der Deutschen Telekom kaum von der Stelle bewegt. Mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr dieses Jahres wurde der DAX-Wert zum Leben erweckt. Dafür war allerdings weniger die Sonne verantwortlich, sondern die neuesten Spekulationen im Hinblick auf eine mögliche Fusion am US-Telekommunikationsmarkt. Im Mittelpunkt steht dabei T-Mobile US, die amerikanische Mobilfunktochter der Bonner. Diese hat in den vergangenen Jahren für reichlich Furore gesorgt und in besonderer Weise zum Erfolg des Gesamtkonzerns beigetragen, während das Europa-Geschäft der Deutschen Telekom eher schleppend verlief.

Dabei steht der charismatische T-Mobile-US-Chef John Legere wie kein anderer für den Erfolg des inzwischen nach Verizon und des Marktführers AT&T drittgrößten Mobilfunkanbieters in den USA. Dank beeindruckender Wachstumsraten bei den Kundenzahlen wurde Sprint, der zum japanischen Softbank-Konzern gehörende und lange Zeit drittgrößte Anbieter in den USA, überflügelt. Genau dieser scheint nun der Favorit im Fusionspoker rund um T-Mobile US zu sein. Am 17. Februar hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Softbank einen Verkauf der Mehrheit an Sprint an T-Mobile US vorbereiten würde. Anders als bei den in den vergangenen Jahren angedachten Deals, als sich die US-Wettbewerbshüter quergestellt hatten, wäre dieses Mal voraussichtlich nicht T-Mobile US der Juniorpartner. Zudem könnte eine Fusion dieses Mal wahrscheinlicher sein als noch vor einigen Jahren. Schließlich sitzt mit Donald Trump ein ausgewiesener „Deal-Maker“ als US-Präsident im Weißen Haus.

Wie wichtig das US-Geschäft inzwischen für die Deutsche Telekom ist, zeigte sich anhand der am 11. Mai veröffentlichen Zahlen für das erste Quartal 2017. Der Konzernumsatz kletterte um 5,8 Prozent auf 18,6 Mrd. Euro. T-Mobile US erreichte sogar ein Umsatzplus von 14,9 Prozent auf 8,9 Mrd. Euro. In den ersten drei Monaten des Jahres verzeichnete das Unternehmen 1,1 Millionen Neukunden. Insgesamt liegt die Kundenbasis bei 72,6 Millionen Kunden.

Allerdings könnten der anhaltende Erfolg und eine mögliche Fusion von T-Mobile US auch zum Problem für die Deutsche Telekom insgesamt werden. Schon heute erzielt der ehemalige deutsche Staatsmonopolist rund die Hälfte seiner Umsätze in den USA. Dieser Anteil nahm zuletzt deutlich zu. Neben regulatorischen Fragen könnte eines Tages auch die Frage aufkommen, warum die Deutsche Telekom ihren Unternehmenssitz nicht in den USA hat. Weiteres Rückschlagspotenzial könnte für die Aktie der Deutschen Telekom in einem Scheitern neuer Fusionsgespräche liegen. Schließlich profitierte die Aktie zuletzt sehr stark vom Erfolg von T-Mobile US und der brodelnden Gerüchteküche.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Deutsche-Telekom-Aktie erwarten, könnten mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN: DM2KGH / ISIN: DE000DM2KGH7) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 4,40, die Knock-Out-Schwelle bei 14,05 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem Wave XXL-Put der Deutschen Bank (WKN: DM0H8U / ISIN: DE000DM0H8U7, aktueller Hebel 4,49; Knock-Out-Schwelle bei 20,00 Euro) auf fallende Kurse der Deutsche-Telekom-Aktie setzen.

Stand: 01.06.2017/ Ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Direktor db x-markets

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Telekom


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