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Portfoliostruktur und die Auswahl der Anlageprodukte

Sehr geehrte Leser, heute möchte ich Sie auf eine kleine Reise mitnehmen. Auf dieser Reise will ich Ihnen meine Gedanken zu dem Thema Portfoliostruktur und die Auswahl der Anlageprodukte näher bringen. Dabei wird sich die Reise über zwei Etappen erstrecken. Die erste Etappe der Reise startet bei der Portfoliostruktur und wird bei den Überlegungen zur Aktien-Auswahl enden. Die zweite Etappe wird zuerst die Verteilung auf die Anlageklassen und den Aktienbestandteil des Portfolios näher betrachten. Anschließend schwenkt der Fokus auf das Risiko und Schlussendlich zeige ich die Gewinnsicherung im Portfolio.

Die Portfoliostruktur

Nachdem man sich für einen Broker entschieden hat, ist die angestrebte Struktur, also die Aufteilung des Kapitals auf die verschiedenen Anlageklassen, Equity Beta, Anleihen oder Cash die zweite Hürde.

Bei der Portfoliostruktur achte ich darauf, dass keine Klumpen Risiken entstehen. Das bedeutet, dass ich nicht nur die Aufteilung in Aktien, Anleihen und Cash im Blick habe, sondern auch die Aufteilung in Branchen, Staaten und Währungsräume.

Mein Portfolio besteht immer aus einer Mischung von Aktien, ETF´s, Zertifikaten (eigene Wikifolio Zertifikate), Anleihen und Cash. Dabei achte ich auf folgendes:

  1. Der Cash Anteil nie zu hoch ist, denn auch Bankguthaben sind nicht Risikofrei.
  2. Anleihen + Cash Anteil nicht mehr als 65% des gesamt Portfolios ausmachen.
  3. Die Anleihen auf verschiedene Währungen lauten und von verschiedenen Emittenten stammen. Die Emittenten sind vornehmlich Staaten und Supranationale Institutionen, mit einem hervorragenden Rating.
  4. Die Laufzeit der Anleihen maximal 2,5 Jahre beträgt. Das geschieht zur Begrenzung des Kursrisikos.
  5. Der Equity Beta Anteil, also Aktien, Aktien Index ETF´s, wie z.B. ein DAX ETF und meine beiden Zertifikate nie mehr als 65% des gesamt Portfolios ausmachen
  6. Dass der Equity Beta Anteil nicht auf eine Branche konzentriert ist
  7. Die Einzelpositionsgrößen bei Aktien nicht größer als 2%, die der ETF´s 4%, der Zertifikate 8% (Ausnahme, da eigene, ansonsten meide ich Inhaberschuldverschreibungen wie die Pest) und der Anleihen 10% sind.

Die Aufteilung des Kapitals ist nicht absolut, sondern sie atmet mit dem Markt. Nur die maximalen Einzelpositionsgrößen sind davon unabhängig, da ich zum Teil so das Einzelpositionsrisiko steuere. Davon abgesehen schwankt der Aktien Anteil des Portfolios zwischen 35 bis 65%. Das ist von der gesamt Situation an den Märkten abhängig.

Nachdem die Struktur festgelegt wurde, kommt nun die Auswahl der Anlagevehikel.

Die Auswahl

Zuerst kümmere ich mich um die Anleihen. Dabei ist es wichtig die Laufzeit, die Bonität und die Währung im Blick zu behalten. Was Anleihen genau sind, dazu finden sie hier die nötigen Informationen. Auf was ich bei der Auswahl achte, habe ich im Artikel „Anleihen, reale negative Verzinsung und es ist uns egal“ geschrieben. Daneben setze ich Anleihen zu Währungsspekulationen ein, wie ich es schon an einigen Stellen hier auf der Seite gezeigt hatte. In dem Artikel „Supranationale Emittenten, eine Alternative zu Staatsanleihen“ habe ich folgendes geschrieben:

Selbst investiere ich in Anleihen der IFC mit dem Ziel einer Währungsspekulation und erfreue mich nur am Rande über einen hohen Zinskupon. Dabei achte ich besonders auf die Laufzeit, damit das Zinsänderungsrisiko so gering wie möglich gehalten wird.

Die Aktienauswahl war im alten Blog zero2one-inside-hps immer wieder ein Thema. Im Artikel „Aktien? Ja unbedingt, doch bitte die richtigen!“ schrieb ich einige Grundüberlegungen zu dem Thema der Aktienauswahl:

Es wird besser sein die teuren Wachstums Aktien zu kaufen, deren Wachstums Ende noch nicht in Sicht ist. Unternehmungen wie Google, Apple, Facebook, Amazon, Equinex und so weiter, haben alle einige Eigenschaften gemein, die ihnen Wettbewerbs Vorteile bieten gegenüber der Konkurrenz.

1. Sie besitzen eine Marktbeherrschende Stellung und eine sehr starke Marke.
2. Die Eintrittsbarriere in ihren Markt ist sehr hoch.
3. Es sind etablierte Plattformen und verfügen über ein stark wachsendes Netzwerk.
4. Aufgrund des positiven Netzwerkeffektes sind die Wachstumsraten exponentiell.

Manch einer will jetzt sagen, ja diese Unternehmungen haben eine glänzende Zukunft vor sich, doch sie sind absolut zu teuer. Das mag wohl sein, wobei man eines beachten muss, ein Investment beinhaltet immer ein Risiko von 100%.
Der Umkehrschluss daraus ist, dass es wichtig ist auch eine realistische Chance darauf zu haben eine Rendite von 100% und mehr zu erlangen. Diese Chance ist bei den Wachstums Aktien wesentlich höher, als bei einem Dividenden Papier.
Solche Überlegungen sind nicht neu, im Gegenteil eigentlich sind es Beobachtungen, die schon viele vor uns gemacht haben. Einer von ihnen war z.B. William O´Neil der in seinem Buch „How to make Money in Stocks“ schrieb: „The hard to accept great paradox in the stock market is that what seems high and risky to the majority usually goes higher and what seems low and cheap usually goes lower.“

Das was William O´Neil geschrieben hat, sollte man sich als Anleger unbedingt zu Herzen nehmen. In dem Artikel „Ein Plan entsteht“ ging ich nochmals ein wenig tiefer darauf ein, was die Unternehmungen mitbringen müssen, damit sie für das Portfolio interessant sind:

Folgende Informationen liegen uns vor:

Digitalisierte Märkte sind im zunehmenden Maße „Alles oder Nichts“ Märkte geworden, in den der Gewinner alles bekommt und es keinen zweiten Platz geben wird. Folgende drei Charakteristika machen, laut Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee, diese „Alles oder Nichts“ Märkte aus:

  • zunehmende Digitalisierung von Informationen, Gütern und Dienstleistungen
  • die enorme Verbesserung in der Telekommunikation und in geringerem Umfang auch im Transportwesen und
  • die gestiegene Bedeutung von Netzwerken und Standards

Aufgrund dessen, dass das Mooresche Gesetz immer noch seine Gültigkeit besitzt, herrscht ein exponentielles Wachstum in all den digitalisierten Bereichen:

  • Kommunikation

  • Datenbanken/Cloud

  • AI / Robotic
  • Transportation
  • Netzwerke
  • Content / Unterhaltung

Den zuvor genannten Bereichen kann man die entsprechenden Portfolio Unternehmungen zuordnen. Dabei geht es darum Unternehmen zu finden die entweder die Chance auf eine Markt dominierende Stellung haben oder über eine solche schon verfügen.

Die Charttechnik

Diese Überlegungen zur Aktienauswahl kombiniere ich immer mit dem Chart. Das tue ich, um meine Chancen zu maximieren und zu wissen, ab wann es sich nicht mehr lohnt an der Position festzuhalten. Dadurch geht das Investieren mit meinem Trading Hand in Hand, denn die Zeiteinheiten, auf denen ich nach Signalen suche, sind vornehmlich der Quartals und Monats Chart.

Hierbei kommen auch die ETF´s ins Spiel. Diese benutze ich nicht als Investitionsvehikel als solches, sondern, um schnell und Kosteneffizient auf Lageänderungen reagieren zu können. Sei es nun der letztens im CAC40 geschehene Ausbruch oder aber der initiierte Trade im S&P500, beides geschah unter Einbeziehung der gesamt Equity Beta Quote des Portfolios.

Sie sehen, nicht nur die fundamentale Einschätzung der Aktie, sondern auch die Charttechnik spielen für mich bei der Aktienauswahl eine Rolle. Die Überlegungen, ob eine Unternehmung Zukunftsorientiert aufgestellt ist, ist die erste Filterstufe auf dem Weg eine Aktie in mein Portfolio auf zu nehmen.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Spaß beim Lesen auf unserer Seite und ein erfolgreiches Investieren. Weitere Basics finden sie in unserer Akademie.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr ORBP


Dieser Beitrag von ORBP wurde von trading-treff.de zur Verfügung gestellt. Dort gibt es Analysen, Wissen und Emotionen zum Trading.

ORBP ist ein Spezialist im Währungshandel, exotischen Wertpapieren und Konjunkturanalysen. Das große Bild ist hierbei maßgeblich und wird objektiv unter die Lupe genommen. Verfolgen Sie ORBP erhalten Sie einen neuen Blick auf die Zusammenhänge der Weltmärkte.

Bildquellen: Trading-Treff.de / dieboersenblogger.de


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