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Das „kurzweilige Aufatmen“ an den Börsen kostet uns alle 750 Mrd. Euro

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Es gibt Tage, da ist es einfach schön die Zeitung aufzuschlagen, weil man eigentlich schon weiß, was drin steht. So ging es mir am  Montag. Mit der Online-Ausgabe der FTD. Diese hat doch glatt die Überschrift „EZB feuert letzten Schuss zur Euro-Rettung ab“ verwendet. Hört, hört. Da ist doch nicht einer in deren Redaktion in das am Markt so unbeliebte Lage der Pessimisten und Skeptiker gewechselt und hat seinen Job riskiert?

Die Realität ist für manchen zu bitter, um sie zu begreifen

Man könnte nun meinen: Ok, die letzten haben es nun auch kapiert. Das ist aber leider nicht so. Der Großteil der Anleger ist immer noch nicht mit der bitteren Realität vertraut. Erst kurz vor meinem Redaktionsschluss telefonierte ich mit einem Freund. Man war der wieder toll drauf. „Schau dir den Markt an, ich sage ja, das war letzte Woche einfach nur eine Korrektur. Politische Börsen haben kurze Beine….“. Eine Korrektur. Mehr nicht. Ich verstehe ihn ja. Er ist zu 100% in Aktien investiert und muss daher so etwas sagen. Charttechnik ist seine Welt, volkswirtschaftliche Zahlen und pure Fakten eher nicht.

EZB hat ihr konsequentes Handeln an den Nagel gehängt

Wenn es so wäre, würde er aus dem Markt genau jetzt aussteigen und sich eine Frage stellen: Wie kommen ich am schnellsten an physisches Gold ran? Fakt ist: Unsere ach so konsequenten Währungshüter im Frankfurter Euro-Tower haben den gleichen Weg eingeschlagen, wie ihre Kollegen der US-Notenbank Fed. Nichts ist es mehr mit europäischer Finanzstabilität. Unser Euro ist auf dem besten Weg einer der kurzlebigsten Währungen aller Zeiten zu werden. Denn unsere EZB-Jungs haben ganz klar entschieden: Wir kaufen wie die Fed und die Bank of England Staatsanleihen auf. Wir in Europa kaufen Schrott zu überzogenen Preisen auf- jawohl!

Weil man Angst hat, dass der Euro noch mehr einbricht, als er es letzte Woche schon getan hatte. Man habe nicht auf politischen Druck hin gehandelt, sagte EZB-Chef Trichet gestern in der Schweiz. Dann frage ich mich wiederum: Was für einen wahnwitzigen Grund kann es dann geben, Staatsanleihen von insolventen Staaten aufzukaufen? Oder haben Sie schon einmal ihrem Nachbarn 5.000 Euro geliehen, obwohl Sie wussten, dass dieser dutzende Schufa-Einträge und einen Offenbarungseid schon abgelegt hat, sie aber denken, Sie müssten dies tun, weil was „würden sonst die anderen Nachbarn denken“? Ich glaube, dass jeder mit Verstand solche Deals eher nicht macht. Die EZB schon…

Wir retten den Markt mit Geld, dass es eigentlich gar nicht gibt

Das Motto heißt bei uns in Europa nämlich jetzt wieder: Wir machen alles, koste es was es wolle. 750 Mrd. Euro kostet uns alle das gestrige Aufatmen im DAX und anderen Indizes. Für ein Tagesplus von nicht einmal 5% im DAX ist das ein teurer Preis. Zumal das Ganze nicht nachhaltig sein wird.

Ich bin wahrlich kein Schwarzseher. Ich bin nur ein nüchterner Realist. Wir haben hier in Europa einen Rettungsschirm von 750 Mrd. Euro aufgestellt – mit Geld, das es eigentlich gar nicht gibt. Aber es ist heute ja einfacher als vor 60 Jahren. Da mussten noch die Notenpressen angestellt werden. Heute sind es einfach ein paar Returns am PC – aber bitte nicht zu viele Nulle. Was dabei rauskommen kann, haben wir ja letzten Donnerstag an der Wall Street gesehen. Frei nach André Kostolany: „EDV-Systeme verarbeiten, womit sie gefüttert werden. Kommt Mist rein, kommt Mist raus“.

Wer Verluste mag, gehe jetzt in den Aktienmarkt

Um es ganz klar zu sagen: Jetzt in den Aktienmarkt reinzugehen, ist tödlich. Sie verbrennen Ihr Vermögen. Mehr als ein kleines Strohfeuer ist das nicht, was da zum Wochenauftakt geschah. Wer denkt, dass wir dank der gigantischen 750 Mrd. Euro uns ein großes Stück von der Finanzkrise 2.0 entfernt haben, irrt gewaltig.

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Unser Euro wird bald Geschichte sein. Denn seine Stabilität ist nur erkauft. Sie meinen ich übertreibe? Es ist Tatsache, dass infolge der Finanzkrise zuletzt 20 der 27 EU-Mitgliedsstaaten die Kriterien des Stabilitäts- und Wachstumspaktes nicht mehr erfüllen konnten und es auch künftig nicht mehr können. Die 750 Mrd. Euro sind schneller verbrannt, als wir die Zahl schreiben können.

Inflation wird Goldpreis treiben

Die Folge: Die aktuellen Kurse des Euros werden der Vergangenheit angehören, die Währung purzelt weiter gen Süden und wir können dabei nur zuschauen, wie unsere Inflation im Gegensatz zum Aktienmarkt immer weiter gen Norden streben wird. Oder aber wir handeln: Einfach und sicher in Gold investieren.

Übrigens: Trotz dieser aus dem Euro-Tower ferngesteuerten Hurra-Kurse gestern an den Börsen hat auch die vielzitierte „Krisen-Währung“ Gold hinzugewonnen. So viel zum Thema „die Aktienmärkte sind intakt“, wie es mir mein Freund erzählen will…

Take care,

Ihr
Goldfinger


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