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Grammer und der Unsicherheitsfaktor

Unsicherheit ist die ungeliebte Verwandte der Verlässlichkeit. Besonders an der Börse, aber auch in der Wirtschaft generell wollen die Marktteilnehmer kalkulieren können, wenn die Zukunft schon nicht vorhersagbar ist. Für den Automobilzulieferer Grammer (WKN: 589540 / ISIN: DE0005895403) fallen Prognosen inzwischen schwer, was zum Problem für die Aktie werden könnte.

Rückblick: Seit Monaten tobt ein erbitterter Streit zwischen der bosnisch-deutschen Investorenfamilie Hastor (Cascade International Investment beziehungsweise Prevent) und dem Grammer-Vorstand. Hastor sagt verkürzt: Der Vorstand ist unfähig, koste nur Geld, bringe zu wenig und müsse deshalb weg. Grammer-Vorstandschef Hartmut Müller hält dagegen: Hastor vergraule die Kundschaft. Aufträge würden storniert. Prevent ist nach dem Streit mit Volkswagen im vergangenen Sommer in der Branche geächtet. Die Autobauer schätzen es nicht, wenn wegen einem Zulieferer die Bänder still stehen müssen, nur weil dieser höhere Preise durchsetzen möchte. Volkswagen ist ein wichtiger Grammer-Kunde.

Grammer-Chart: finanztreff.de

Auf der kürzlich (24. Mai) stattgefundenen Hauptversammlung (HV) kam es zum Showdown … und Grammer siegte. Sämtliche Cascade-Ansinnen fielen bei der Abstimmung durch. Aber Hastor will nicht aufgeben, sagt deren Anwalt Franz Enderle. Die Aktionäre werden sehen, ob die Familie nach der Niederlage vielleicht doch die Lust an Grammer vergeht.

Einstweilen muss sich der Autozulieferer damit herumschlagen, dass keiner etwas Genaues weiß. Dieses zusätzliche Risiko wird an der Börse natürlich mit einem Abschlag geahndet. Da verpuffen auch Sensationsergebnisse wie sie zum ersten Quartal veröffentlicht wurden. Zum Jahresauftakt stieg der Betriebsgewinn (Ebit) um 52 Prozent und der Jahresüberschuss gar um 89,2 Prozent auf 14 Millionen Euro. Zurückzuführen ist das auf Wachstum und eine verbesserte Profitabilität

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SchummEin Beitrag von Thomas Schumm vonPlusvisionen.de

Thomas Schumm ist Gründer und Herausgeber von Plusvisionen.de. Autor. Journalist. Früher auch: Reporter, Redakteur oder Chefredakteur. Seit 25 Jahren an der Börse. Bestimmt fast alles an der Börse gehandelt, was es so zu handeln gibt, jetzt aber ruhiger in dieser Hinsicht. Seit 20 Jahren publizistisch im Finanzbereich tätig. Begeistert von Wirtschaft und Börse.

Bildquellen: Thomas Schumm / Grammer AG


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