Was sich bei Zalando ändern könnte…

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Bildquelle: Pressefoto Zalando

Der Online-Modehändler Zalando blieb auch Anfang 2017 auf Wachstumskurs. Allerdings zeigten sich Investoren davon nicht besonderes überzeugt. Einige von ihnen würden gerne endlich größere Erfolge auf der Ergebnisseite sehen. Das MDAX-Unternehmen hat es anscheinend jedoch erst einmal auf Wachstum abgesehen. Koste es was es wolle.

Im Schlussquartal 2016 knackte Zalando bei den Umsätzen erstmals in einem Dreimonatszeitraum die Milliardengrenze. Zwischen Januar und März 2017 konnte der Online-Modehändler dieses Kunststück nicht wiederholen, trotzdem blieb Zalando auch zu Beginn des neuen Jahres auf Wachstumskurs. Schließlich trug das Weihnachtsgeschäft in besonderem Maße zu den hohen Umsätzen bei Ende 2016 bei. Laut Unternehmensangaben vom 9. Mai legten die Umsatzerlöse im ersten Quartal 2017 wiederum gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 23,1 Prozent auf 980,2 Mio. Euro zu. In der DACH-Region (Deutschland, Österreich & Schweiz) wuchs der Umsatz um 17,0 Prozent auf 475,0 Mio. Euro, im übrigen Europa um 28,0 Prozent auf 428,3 Mio. Euro.

Während Zalando damit weiterhin auf Wachstumskurs bleibt, blicken einige Investoren mit Enttäuschung auf die Ergebnisentwicklung. Möglicherweise ein Grund, warum sich die Zalando-Aktie trotz eines überzeugenden Unternehmenswachstums zuletzt lediglich seitwärts bewegte. Aktuell wird im Unternehmen dem Wachstum vieles untergeordnet. Die hohen Investitionen in die Infrastruktur mit Rechen- und Logistikzentren, in das Kundenerlebnis und in das Angebot für Markenpartner drücken die Ergebnisse. Auch die anhaltend großzügige Retouren-Politik dürfte nicht gerade förderlich sein. Dass Zalando dank der Investitionen zuletzt ein effizienteres Marketing, begünstigt durch eine starke Markenbekanntheit und einen loyalen Kundenstamm, vorzuweisen hatte, konnte Anleger nicht vollständig umstimmen.

Im ersten Quartal lag das bereinigte Konzern-EBIT bei 20,3 Mio. Euro und damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahrs. Allerdings rutschte die entsprechende bereinigte EBIT-Marge von 2,5 auf 2,1 Prozent ab. Trotz der im Vorjahresvergleich rückläufigen Profitabilität, blieb das Management bei der Gesamtjahresprognose, wonach die bereinigte EBIT-Marge in 2017 zwischen 5,0 und 6,0 Prozent liegen soll. Damit würde der Vorjahreswert von 5,9 Prozent im besten Fall erreicht oder nur ganz knapp übertroffen werden. Die Umsatzerlöse sollen dagegen um 20 bis 25 Prozent (Vorjahr 3,64 Mrd. Euro) gesteigert werden.

Diese Steigerung soll unter anderem dank der inzwischen über 20 Millionen aktiven Kunden erreicht werden. Auch die zunehmende Nutzung mobiler Geräte wie Smartphones ist ein wichtiger Wachstumsfaktor. Es bleibt jedoch die Frage, ob Anleger irgendwann den Umstand ausblenden, dass die Gewinne zunächst für mehr Wachstum geopfert werden müssen. Im Fall des großen US-Online-Händlers Amazon haben Investoren dies seit vielen Jahren verinnerlicht. Werden sie dies auch im Fall von Zalando tun?

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Zalando-Aktie erwarten, könnten mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DL9VAA) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 4,15, die Knock-Out-Schwelle bei 34,00 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem Wave XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DM4CP8), aktueller Hebel 3,04; Knock-Out-Schwelle bei 52,25 Euro) auf fallende Kurse der Zalando-Aktie setzen.

Stand: 24.05.2017/ Ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Direktor db x-markets

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