Warum der DAX sich demnächst halbieren wird – Teil 1

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Geehrte Leser, mir ist durchaus bewusst, wie die Headline klingt. Es kommt immer wieder vor, dass solche Überschriften nur provozieren sollen und am Ende haltlos im Raum stehen. Allerdings liegt mir fern, es ebenso zu tun. Ich möchte Ihnen heute begründen, warum ich davon überzeugt bin, dass sich der DAX unter gewissen Umständen durchaus halbieren könnte. Der DAX ist zu teuer, jedenfalls wenn man die Situation der Renditen mit der Inflationsrate berücksichtigt.

DAX ist zu teuer
DAX 10 Jahres Chart

DAX Schulden ex Finanz

Ich habe vor ein paar Tagen ein Gespräch geführt, in dem es vor allem um meine negative Einstellung zu den klassischen Autowerten ging. Kommt dieses Thema auf den Tisch, ernte ich regelmäßig ungläubiges Staunen. Spätestens wenn ich die Volkswagen AG mit den 316 Milliarden!! Schulden aufführe. Der ein oder andere Gesprächsteilnehmer vergleicht dann gern das Land Griechenland mit VW. Allerdings haben die beiden Akteure bis auf einen fast identischen „Schuldenstand“ im Jahr 2016 natürlich wenig gemein.

Trotzdem lohnt ein Blick hinter die Kulissen des DAX, um ein Gefühl für die aktuelle Situation zu entwickeln. Alle Schulden der DAX-Konzerne summiert (allerdings ex Finanz, da das Bild sonst unnötig verzerrt würde), ergeben für das Jahr 2016 einen Wert von circa 1,5 Billionen Euro. In diesen Schulden sind natürlich auch Pensionsverpflichtungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und ähnliche Positionen enthalten.

Schulden kosten Geld, zumindest war es mal so

Schulden haben die unangenehme Eigenschaft, Geld zu kosten. Jedenfalls war es früher einmal so. Aktuell zahlt VW als eine der Top-Adressen im Bereich der Corporate Bonds für sechsjährige Anleihen nur ca. 1 % Zins. Historisch betrachtet ist das ein absolutes Schnäppchen. Siemens zahlt aktuell sogar noch weniger. Es gab auch andere Zeiten, als selbst der „risikolose Zins“ am Markt deutlich über diesem Wert notierte.

DAX ist zu teuer
10 Jahres Swap

Quelle Finanztreff

Zusätzlich gab es dann noch kräftige Aufschläge für das allgemeine Risiko des Emittenten. Doch an der Börse wird nun mal die Zukunft gehandelt und diese ist aktuell rosig für Schuldner. Der Realzins (Nominalzins – Inflationsrate) ist weiterhin kräftig im Minus und die Unternehmen im DAX ex Finanz haben mit jedem Abfall des Zinsniveaus um 1 Prozent eine zukünftige Zinsersparnis von über 10 Milliarden Euro. Natürlich schlägt die Veränderung des Zinsniveaus nicht sofort durch, denn Schulden haben in den meisten Fällen eine Laufzeit von mehr als einem Tag. Daher fällt das durchschnittliche Renditeniveau der Verschuldung langsam immer weiter. Der Börse reicht dieser Umstand allerdings, denn an der Börse wird nun mal die erwartete Zukunft gehandelt.

Damoklesschwert über den Märkten – Der DAX ist zu teuer

Zum Damoklesschwert über den Aktienmärkten, komme ich in Teil 2 der Analyse. Diesen werde ich heute Nachmittag veröffentlichen.

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Bildquellen: Trading-Treff.de / dieboersenblogger.de


3 KOMMENTARE

  1. „Allerdings liegt mir fern, es ebenso zu tun.“ … Nein, tut es nicht.
    Ansonsten würden Sie die Verschuldung nur in Relation zum Eigenkapital angeben. Eine absolute Zahl ist überhaupt nicht aussagekräftig.
    Autohersteller haben immer eine höhere Verschuldungsquote als andere Unternehmen.
    Und dann bitte auf die Struktur der Schulden eingehen. Die Rückzahlungshöhe von Anleihen mit einem festen Coupon ist nicht zinssensitiv.

  2. „Ansonsten würden Sie die Verschuldung nur in Relation zum Eigenkapital angeben. Eine absolute Zahl ist überhaupt nicht aussagekräftig.“

    Also wenn es bei der Verschuldung um die GUV geht, dann ändert sich durch das EK doch gar nichts. Den Zusammenhang sehe ich nicht. Natürlich wirkt die Verschuldung als absolute Zahl, ganz unabhängig vom EK. (Das EK würde normal sogar mit einem kalkulatorischen Zins versehen, wäre also noch Thesen stützend)

    Und zur Struktur: Auch feste Kupons werden fällig. Und die Börse preist nun mal vorab ein.

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