Before the Bell: DAX verringert seine Verluste, US-Futures vor den Arbeitsmarktdaten klar im Plus

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Die europäischen Anleger scheinen den Höllenritt, den die Wall Street am gestrigen Abend vollführte, ganz gut verkraftet zu haben. Die Aktienkurse gingen nach schwachem Start auf Erholungskurs. Der DAX, der mit einem Minus von mehr als 2 Prozent in den Handel gestartet war, konnte inzwischen einen ordentlichen Teil seiner anfänglichen Verluste wieder aufholen. Stabilisierend wirken einige gute Unternehmenszahlen und die Hoffnung auf gute US-Arbeitsmarktdaten.

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Die Verunsicherung bleibt

Das Kursdebakel in New York, wo der Dow Jones gestern kurzzeitig mit über 9 Prozent ins Minus rutschte, hat heute nicht die befürchteten drastischen Kursverluste zur Folge. Der DAX liegt inzwischen nur noch rund 1 Prozent im Minus. Gleichwohl ist die Verunsicherung an den Märkten weiter mit Händen zu greifen. Die Angst, dass die Griechenlandkrise möglicherweise einen Flächenbrand nach sich zieht, der die globale Konjunkturerholung abwürgen könnte, treibt die Anleger um und wird wohl so schnell auch nicht wieder verschwinden.

Commerzbank größter DAX-Gewinner

Die Zahl der DAX-Werte, die im Plus liegen, ist äußerst überschaubar. Deutliche Zugewinne verbucht allein die Aktie der Commerzbank. Die Analysten der Credit Suisse sprachen nach den guten Quartalszahlen vom Vortag eine Kaufempfehlung aus. Die Commerzbank-Aktie gewinnt derzeit gut 2 Prozent. Am Ende der DAX-Kursliste steht die E.ON-Aktie, die aktuell um gut 6 Prozent nachgibt. Der größte Teil dieser Einbußen ist allerdings auf den Dividendenabschlag zurückzuführen. Der Energieversorger hat seinen Aktionären heute eine Ausschüttung in Höhe von 1,50 Euro je Aktie ausgezahlt.

Münchener Rück meldet Zahlen

Die Münchener Rück meldete heute gute Zahlen für das erste Quartal. Trotz hoher Belastungen durch Naturkatastrophen konnte der Rückversicherer den Überschuss um 11 Prozent auf 485 Mio. Euro steigern. Analysten hatten einen Gewinnrückgang um 11 Prozent auf 391 Mio. Euro prognostiziert. Darüber hinaus kündigte das Unternehmen weitere Aktienrückkäufe an. Weniger begeistert waren die Anleger vom eher skeptischen Ausblick. Zwar will der Konzern im Gesamtjahr 2010 weiterhin mehr als 2 Mrd. Euro verdienen. Finanzvorstand Jörg Schneider bezeichnete dieses Ziel angesichts der hohen Schadensbelastung jedoch als „zunehmend ambitioniert“. Die Münchener-Rück-Aktie hält sich dennoch wacker und verliert derzeit nur rund 1 Prozent.

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Gute Zahlen aus der zweiten Reihe

Auch in der zweiten Reihe sorgen einige Unternehmenszahlen für Bewegung. So meldete die Kupferhütte Aurubis für die ersten 6 Monate des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatzsprung um 50 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis explodierte sogar von 7 auf 77 Mio. Euro. Das im MDAX gelistete Unternehmen erwartet, dass sich die gute Ergebnisentwicklung auch im zweiten Halbjahr fortsetzt. Die Aurubis-Aktie kann daraufhin gegen den Markt um knapp 3 Prozent zulegen.

Im TecDAX macht die Medigene-Aktie sogar einen Sprung um über 4 Prozent nach oben. Der Biotechnologiekonzern meldete für das vergangene Quartal zwar einen um 21 Prozent höheren Verlust von 2,34 Mio. Euro, doch fiel dieser deutlich geringer aus als erwartet. Für die Kursavancen sind daneben gute Studienergebnisse für das Krebsmedikament Endotag verantwortlich.

US-Arbeitsmarktdaten im Blick

Nach den herben Verlusten gestern dürften die US-Börsen heute erholt in den Handel starten. Ihre Hoffnungen setzen die Börsianer dabei vor allem auf die aktuellen US-Arbeitsmarktdaten, die um 14:30 Uhr veröffentlicht werden. Nach überraschend guten Zahlen der privaten Arbeitsagentur ADP zur Wochenmitte könnten auch die offiziellen Arbeitslosenzahlen eine positive Überraschung bringen und möglicherweise die Wende am amerikanischen Arbeitsmarkt signalisieren. Die US-Futures liegen aktuell klar im Plus. Während der S&P 500 um 0,8 Prozent zulegt, verbessert sich der NASDAQ um 0,7 Prozent. Der DAX verliert in Frankfurt derzeit 1,1 Prozent und notiert bei 5.841 Punkten.


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