Beinahe-Crash an der Wall Street: NASDAQ streicht ungewöhnliche Geschäfte während der Zeit des Absturzes

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[ad#Google Adsense XL-rechts]Inzwischen sind rund 12 Stunden vergangen, seit die US-Börsen die höchsten Tagesverluste ihrer Geschichte ausweisen mussten. Bei bereits gestern im Heard in New York geschrieben, zeigt dieses Geschehen, unabhängig von seinem Auslöser wie groß die Nervosität an den Märkten derzeit ist.

Allerdings darf man sicher sein, dass die Hintergründe des Beinahe-Crash en detail aufgeklärt werden. Die Börsenaufsicht SEC hat ebenso wie die Börsen NYSE und NASDAQ umfassende Untersuchungen angekündigt. In einem ersten Schritt kündigte die NASDAQ (Pressemitteilung) in der Nacht an, Transaktionen, die zwischen 14:40:00 und 15:00:00 Uhr New Yorker Zeit getätigt wurden und dabei um mehr als 60 Prozent nach oben oder unten vom zuvor notierten Preis abweichen, zu streichen. Die Börse beruft sich dabei auf Rule 11890(b) der Börsenvorschriften – somit kann die Entscheidung auch nicht angefochten werden. Zuvor hatte die NASDAQ einen technischen Defekt „nach derzeitigen Wissensstand“ ausgeschlossen. Die Preisstellung habe immer einwandfrei funktioniert. Laut Barron’s Tech Trader Daily betreffen die zu streichenden Transaktionen 287 Wertpapiere. Dabei wird auf diese Wertpapier-Liste verwiesen.

Laut Handelsblatt hat der Beinahe-Crash inzwischen auch die Politik auf den Plan gerufen. So wollen Abgeordnete eine Untersuchung des Kongresses zu diesem Vorfall anstrengen. Daneben hat bereits ein Ausschuss des Repräsentantenhauses für kommenden Dienstag eine Anhörung angekündigt.

So oder so hat der gestrige Tag gezeigt, wie wackelig das derzeitige Handelsgeschehen ist. Es wurde auch wieder einmal deutlich in welcher rasenden Geschwindigkeit solche Eruptionen um den Erdball fegen. Computerhandel, stille Stop-Loss-Orders und unklare Ereignisse fordern eben manchmal ihren Tribut. Umso erfreulicher ist auch die Tatsache, dass sich der Markt innerhalb weniger Minuten wieder auf ein normales Maß korrigiert hat. Angesichts der Euro-Krise sind die Dow Jones-Verluste von am Ende 3,2 Prozent zwar heftig, aber nicht übertrieben. Der heutige Handelstag wird zeigen, welche Spuren das gestrige Chaos hinterlassen hat.


4 KOMMENTARE

  1. Tippfehler hat es schon öfters gegeben. Das System sollte alle Anleger davor schützen. Ich denke nach den Vorfällen der letzten Woche werden sich die Stimmen, welche dies in den USA fordern, auch durchsetzen und eine stärkere Überwachung der Automatismen umsetzen.

    Einige historische Fälle habe ich hier noch einmal aufgearbeitet; bei Interesse:

    http://www.bernecker1977.de/tippfehler-boerse

    Im aktuelle Kontext der Finanzunsicherheiten denke ich eine gute Ergänzung für Sie zu sein.

    Vielen Dank und viele Grüße
    Bernecker1977 – Andreas Mueller

  2. @Andreas Mueller
    sicherlich hat es schon immer Tippfehler gegeben. Aber ich denke nicht, dass sie in einer solchen Größenordnung Auswirkungen haben können. Dazu müssten die Schutzmechanismen zu groß sein. Die internen Überwachungssystme dürften zudem einem Händler allen nicht erlauben 16 Mrd. Dollar mit einem Knopfdruck zu bewegen. Es wird spannend sein, ob und was irgendwann über diesen Donnerstag bekannt wird.

  3. @Marc Schmidt

    Die Ironie dabei ist auch, dass soviele Aktien garnicht existieren von Procter & Gamble!

    Mit Sicherheit wird es dazu noch einige Nachwehen geben und ich hoffe auch Regulierungen, da scheinbar das „4-Augen-Prinzip“ nicht funktioniert.

    Viele Grüße
    Andreas Mueller

  4. @Andreas Mueller

    eigentlich gehe ich davon aus, dass jede Bank ab gewissen Transaktionssummen inzwischend as 4-Augen-Prinzip eingeführt. Ich dachte nach derm 87er Crash wäre dies verpflichtend gewesen?! Aber immer wieder schön zu sehen, wie sich die Bevölkerung von solchen Geschichten ablenken lässt… vertippt hat sich schließlich jeder einmal.

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