Aurelius punktet mit bärenstarken Quartalszahlen und Rekorddividende

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Der Finanzinvestor Aurelius Equity Opportunities ​SE & Co.​KGaA (WKN: A0JK2A / ISIN: DE000A0JK2A8) hat nun seine Zahlen für das erste Quartal 2017 vorgelegt und die sind wie erwartet sehr positiv ausgefallen. Und positive Nachrichten hat Aurelius auch bitter nötig, nachdem das Unternehmen aufgrund der massiven Short-Attacke von Gotham City kräftig unter die Räder gekommen und sein Aktienkurs von 65 Euro auf 35 Euro eingebrochen war.

Aurelius-Chart: finanztreff.de

Die meisten Vorwürfe von Gotham erwiesen sich als Unterstellungen, als haltlose Anwürfe oder geschickt negative dargestellte Interpretationen. Die beiden wesentlichsten Ungereimtheiten betreffen die angebliche Wertlosigkeit der bisher größten Aurelius-Beteiligung Secop, die Aurelius nun anstelle der angeblichen 17,5 Mio. Euro zu immerhin 185 Mio. Euro an die japanische Nidec-Gruppe verkaufen konnte. Und, anders als von Gotham behauptet, handelt es sich eben nicht um einen dubiosen Resteverwerter, sondern um einen führenden japanischen Konzern mit immerhin knapp 10 Mrd. Euro Jahresumsatz.

Auch wenn Aurelius nicht alle Vorwürfe restlos aufklären konnte oder wollte, insbesondere nicht den aktuellen Anteilsbesitz einiger Insider um CEO Dr. Dirk Markus aus Vorstand und Aufsichtsrat, so scheinen sich die Blicke der Anleger zunehmend wieder auf das eigentliche Business von Aurelius zu richten: das Aufspüren von günstig zu erwerbenden Unternehmen in Sondersituationen und das Heben von deren Wertpotenzialen.

Und genau ein solches hatte Aurelius Ende letzten Jahres an Land gezogen, wobei die Übernahme im ersten Quartal 2017 erfolgt. Dabei handelt es sich um Office Depot Europe, die europäischen Geschäftsaktivitäten des US-Konzerns Office Depot, Inc., die immerhin einen Jahresumsatz von 2 Mrd. Euro erwirtschaften. Die nun vorgelegten Zahlen zum ersten Quartal sind natürlich positiv von der Erstkonsolidierung von Office Depot Europe geprägt. Das EBITDA des Gesamtkonzerns hat sich mit 293,2 Mio. Euro nahezu verdreifacht (Q1 2016: 101,2 Mio. Euro), während das operative EBITDA der Konzernunternehmen um 69% auf 41,3 Mio. Euro stieg (Q1 2016: 24,5 Mio. Euro).

Aktionäre können sich darüber hinaus auf ein tolles Ergebnis auch für das zweite Quartal freuen, denn der kürzlich verkündete erfolgreiche Verkauf der Beteiligung Secop findet sich noch nicht in den Zahlen zum ersten Quartal wieder. Obwohl natürlich das operative Ergebnis unter dem Verkauf leiden wird, steht dem gegenüber der sehr erfolgreiche Verkaufserlös von 185 Mio. Euro, mit dem Aurelius in sieben Jahren seinen Einsatz verelffachen konnte. Was ein EK-Multiple bedeutet, das sogar noch über dem bisherigen langjährigen Durchschnitt von 8,9 liegt und damit den Secop-Verkauf zum erfolgreichsten Deal der Aurelius-Geschichte macht.

Aurelius hatte wegen des hohen Verkaufserlöses angekündigt, die Partizipationsdividende zu verdreifachen, so dass die Aktionäre Ende Juni nach der Hauptversammlung nun insgesamt 4 Euro je Aurelius-Aktie ausgezahlt bekommen werden. Des Weiteren ist das angekündigte neue Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 50 Mio. Euro gestartet worden, was den Kurs zusätzlich antreiben sollte, ebenso wie die Meldungen über Insider-Aktienkäufe in zweistelliger Millionenhöhe durch Vorstand und Aufsichtsratsmitglieder…

Auf www.intelligent-investieren.net geht es weiter.

Kissig Ein Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Bildquellen: Michael C. Kissig / dieboersenblogger.de


3 KOMMENTARE

  1. Wenn ich Gotham wäre, würde ich mich „long“ eindecken und danach eine Entschuldigung/ Richtigstellung (auf Grund mangelder/falscher Informationen)raus schicken 😉

  2. ein solches Eingeständnis würde aber mit Sicherheit die Börsenaufsicht und eventuell die Staatsanwaltschaft auf den Plan rufen… und ob sie dass wollen?

  3. Naja…wer so dreist und offen mit schlechten Behauptungen/Nachrichten seine Short-Positionen verkauft um Millionen daran zu verdienen, scheint sich um das „Recht“ nicht viel zu kümmern. Aber es wundert mich schon, wie leicht und wohl legal ein Unternehmen in den Schmutz gezogen werden kann. Zumal die Anleger die „Dummen“ sind und mit den Verlusten die Zeche zahlen.

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