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«En marche!» Frankreich hat gewählt

Der Kampf um die französische Präsidentschaft geht in die heisseste aller Phasen über, sagen die einen. Der spannendste Teil sei bereits um, die anderen. Was könnte ein Wahlsieg Macrons mit sich bringen?

Auch wenn das Erwartete eintrat und auch als wahrscheinlichstes Szenario für die zweite Wahlrunde gilt, wird es wohl spannend bleiben. Denn vom Ausgang der zwei Wahlrunden im April und Mai hänge laut Experten immerhin die Zukunft der Europäischen Union ab. So könnte die Position des «euro-freundlichen» Zentrumspolitikers und gestrigen Etappensiegers Macron von der seiner als rechtspopulistisch geltenden Widersacherin Le Pen (zum Beispiel in Bezug auf den Europakurs) nicht unterschiedlicher sein. Doch obwohl die alles entscheidende Stichwahl noch ansteht und in diesen Tagen ohnehin nichts als sicher gelten kann, sprechen sich die jüngsten Umfragen weiter für eine hohe Wahrscheinlichkeit von Macrons Präsidentschaftssiegs aus.

Macron ist EU-«freundlich»

Laut zahlreichen Marktteilnehmern und Kommentatoren sei der absehbare Sieg Macrons für die Wirtschaft Frankreichs die bestmögliche Wahl (neben dem liberalen Herausforderer François Fillon, der derzeit auf dem dritten Platz verweilt). Der junge Macron, der sich jedoch klarer als Fillon für die EU und den Euro ausspricht, stehe dabei für einen gemässigten Reformkurs. Ebenso könnte eine Regierung unter ihm in der Lage sein, den Arbeitsmarkt zu reformieren, mehr in Bildung zu investieren und den Staatshaushalt langfristig zu sanieren. Zwar verfüge der liberale Fillon über das wirtschaftsfreundlichste Arbeitsmarkt- und Liberalisierungsprogramm, doch könnte dies auf starken Widerstand bei beispielsweise Staatsangestellten stossen. Fillon stehe zudem gegen eine stärkere Zentralisierung und Erweiterung der EU und damit weniger EU-«freundlich» als Macron.

Tiefgreifender Wandel – mit erwartetem Ausgang

Macron oder Fillon? Diese Frage stellt sich nicht mehr; sie ist «Schnee von gestern». Im Rennen befinden sich nur noch Macron und Le Pen. Ein tiefgreifender Wandel ziehe sich damit durch die französische politische Landschaft, liess Le Monde, eine der wichtigsten meinungsbildenden Zeitungen Frankreichs, noch am Abend kurz nach Bekanntgabe der ersten Resultate verlauten. Denn auch wenn das Ergebnis insgesamt nicht überraschte, wurden immerhin zwei grosse politische Kräfte eliminiert, der rechtspopulistische Front National bestätigt und die Entstehung einer neuen politischen Kraft in Form von Emmanuel Macron forciert.

Interessant: Banken aus der EU und insbesondere Frankreich

Wie könnte man sich als Investor innerhalb des wahrscheinlichen «Macron»-Szenarios positionieren?

Weiter geht es auf dem Vontobel-Blog.

Bildquelle: dieboersenblogger.de


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