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Das Thema Geldanlage ist untrennbar mit dem Finanzamt verbunden. Von jedem Euro Rendite verlangt der Fiskus seinen Teil. Soweit so gut. Entscheidend für die Rendite ist aber auch die Geschwindigkeit der Finanzbeamten – und da gibt es Unterschiede. Wir waren wirklich erstaunt.

In Deutschland ist es üblich, Geldanlage immer auch hinsichtlich der Steuerbelastung zu beurteilen. Das hat in der Vergangenheit fast dazu geführt, dass Steuersparmodelle schon fast klassische Anlageformen überholt hätten. Doch Ost-Immobilien, Medien- oder Schiffsfonds haben gezeigt, dass man Anlagen primär nach der tatsächlich erreichbaren Rendite beurteilen sollte und weniger nach der Steuerersparniss. Bei Aktien ist es ganz klar:

Der Fiskus bekommt seinen Teil, sobald die Freibeträge ausgeschöpft sind. Aber für uns ist das in Ordnung.

Eine langfristige Anlageform, die 8 Prozent vor Steuern im Durchschnitt erzielt, kann gerne auch besteuert werden. Bei solchen Renditen bleibt nämlich ordentlich was übrig. Und nur dann macht Geld anlegen auch wirklich Sinn. Allerdings ist es wichtig, dass man diesen Fakt bereits frühzeitig in das mentale Gewinnkonto einbucht, sonst ist die Überraschung bei der Steuererklärung groß.

Anleger wissen aber auch: Bis das Finanzamt jedes Jahr die Einkommen (und die zu zahlenden Steuern) aus Job und Geldanlage korrekt berechnet hat, kann es dauern. Die Wartezeit ist dabei sehr unterschiedlich, wie das Portal www.lohnsteuer-kompakt.de hat für das vergangene Jahr ermittelt hat.

Demnach hat das Bundesland Hamburg die schnellsten Finanzämter Deutschlands. Die Finanzämter der Hansestadt brauchen im Schnitt 45 Tage, um eine Steuererklärung zu bearbeiten. Knapp nach Hamburg liegt Rheinland-Pfalz mit einer Bearbeitungsdauer von 46,6 Tagen auf dem zweiten Platz. Auf dem dritten Platz landet Berlin mit einer Bearbeitungsdauer von 46,8 Tagen.

Abgeschlagen auf dem letzten Platz landet Bremen. Hier brauchen die Finanzämter im Schnitt ganze 80,1 Tage, um einen Steuerbescheid auszustellen. Der zeitliche Unterschied dürfte sich dann auch auf die Rendite auswirken, denn wer sein Geld einen Monat früher oder später hat, kann ganz anders agieren.

Deutschlands schnellstes Finanzamt kommt überraschenderweise aus Nordrhein-Westfalen. Das Finanzamt Bielefeld-Außenstadt braucht für die Bearbeitung einer Steuererklärung im Schnitt nur 28,4 Tage. Ob das daran liegt, dass Bielefeld bekanntlich nicht existiert oder an den fleißigen Beamten, ist nicht überliefert.

Infografik: Die schnellsten Finanzämter Deutschlands | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Es zeigt sich wieder einmal: Der Föderalismus hat höchst unterschiedliche Auswirkungen. Dass Bremen eines der wirtschaftlich schwächsten Bundesländer ist, hat aber sicher nichts mit der Leistung ihrer Finanzbeamten zu tun – oder?

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage

Ihre dieboersenblogger.de-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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1 KOMMENTAR

  1. Neben den deutschen Finanzämtern sind die Steuerstellen im Ausland z.B. bei Zins- und/oder Dividenden zur Rückzahlung der entsprechenden Quellensteuern wichtig. Hervorragend klappt das in der Schweiz (mit sehr freundlicher Unterstützung bei Fragen), trödelig in Österreich und hoffnungslos in Italien (ich nehme an, dass die Anträge dort sofort im Müll landen.

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