DBAG formt europ. Marktführer für gekühlte Convenience-Produkte durch zwei Zukäufe

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Bildquelle: Deutsche Beteiligungs AG

Das SDAX-Unternehmen DBAG, wie die Deutsche Beteiligungs AG (WKN: A1TNUT / ISIN: DE000A1TNUT7) auch gerne genannt wird, ist eine der ältesten deutschen Beteiligungsgesellschaften, bei der mit knapp 20 Prozent die Drogeriefamilie Rossmann mit an Bord ist. Sie ist als Asset Manager tätig und investiert das Geld ihrer Aktionäre und Investoren in Unternehmensbeteiligungen. Vor einem halben Jahr führte die DBAG eine Kapitalerhöhung durch, um frisches Geld für neue Investments zu haben und legte umgehend den neuen Buy-out-Fonds DBAG Fund VII im Gesamtvolumen von 1 Mrd. Euro auf. Dabei sind höhere Co-Investitionen an der Seite des Fonds vorgesehen und der Eigenanteil der DBAG wird knapp 200 Mio. Euro, also rund ein Fünftel des Fondsvolumens.

Und inzwischen ist die DBAG sehr aktiv auf Akquisitionssuche für den Milliarden-Fonds. Als erste Investition tätigte man den Kauf zweier Radiologiepraxen, die künftig als ein regional führender Anbieter radiologischer Untersuchungen und Behandlungen am Markt operieren werden. Der Fonds erwirbt dabei die Anteile von einer Gruppe aus 18 Ärzten, die die beiden Gemeinschaftspraxen in den vergangenen Jahren geführt und sehr erfolgreich weiterentwickelt haben. Alle bisherigen Gesellschafter werden sich mit etwa 44 Prozent rückbeteiligen, die übrigen Anteile wird der DBAG Fund VII halten. Die DBAG selbst wird für ihre Co-Investition zunächst rund 15 Mio. Euro aus ihrer Bilanz aufwenden und auf sie entfallen künftig rund elf Prozent der Anteile. Der Vollzug des Kaufvertrags wird für die Jahresmitte erwartet; er bedarf noch der Zustimmung der Kartellbehörden und anderer Institutionen.

Und heute man nun zwei Unternehmen aus der Fleischindustrie übernommen. Dazu erwirbt der DBAG Fund VII über eine Management-Holding die Anteile der Abbelen GmbH und der Oscar Mayer Limited. Abbelen ist der größte Hersteller gekühlter Frikadellen und Fertig-Hamburger in Deutschland; die Produkte werden überwiegend unter den Handelsmarken der Lebensmittelketten angeboten. Oscar Mayer ist ein in Großbritannien führender Hersteller von Fertiggerichten und Snacks für große Lebensmittelketten und Discounter. Beide Unternehmen sollen eigenständig weitergeführt werden, künftig jedoch unter dem Dach einer gemeinsamen Management-Holding aktiv sein.

DBAG-Chart: finanztreff.de

Ziel der DBAG ist, die Produktpalette der Unternehmen auszubauen und die Vertriebsaktivitäten der Gruppe stärker zu internationalisieren. Hierzu sollen auch weitere Unternehmenszukäufe beitragen, die das Angebot ergänzen und deren Produkte sich ebenfalls in mehreren Ländern vermarkten lassen. Geplant ist eine Steigerung des Gruppenumsatzes auf deutlich mehr als 500 Mio. Euro. Umgesetzt wird dieses Konzept von Helmut Morent und Francois Legrain, zwei Managern mit langjähriger internationaler Führungserfahrung in dem Segment. Die DBAG berät den DBAG Fund VII und ist Co-Investor des Fonds.

Abbelen und Oscar Mayer waren bisher familiengeführt. So wird mit dem Management-Buy-out auch die Familiennachfolge in den Unternehmen geregelt. Der DBAG Fund VII wird rund 90 Prozent der Anteile der Management-Holding übernehmen; die übrigen Anteile werden die beiden Manager der Holding und Führungskräfte der Gruppen-Unternehmen halten. Zur Finanzierung der Transaktion wird deshalb auch der Top-up Fund des DBAG Fund VII genutzt, der Eigenkapitalbeteiligungen von bis zu 200 Millionen Euro für eine einzelne Transaktion ermöglicht. Zunächst sind für die beiden ersten Beteiligungen der Management-Holding rund 80 Mio. Euro Eigenkapital vorgesehen. Auf die DBAG werden davon rund 15 Mio. Euro entfallen; sie wird künftig rund 16 Prozent der Anteile der Unternehmensgruppe halten…

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Kissig Ein Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Bildquellen: Michael C. Kissig / Deutsche Beteiligungs AG


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