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Die inzwischen als Industrieholding agierende Ringmetall AG (WKN: 600190 / ISIN: DE0006001902) hat nur noch wenig mit der H.P.I. Holding zu tun, als die sie bis vor einiger Zeit noch firmierte. Und das hat weniger mit der zwischenzeitlichen Namensänderung zu tun, als mit den personellen Veränderungen und dem neuen Schwung, der in die Unternehmensaktivitäten gekommen ist, seitdem ich das Unternehmen vor rund viereinhalb Jahren erstmals als „schön langweiliges Beteiligungsdornröschen“ vorgestellt und auf meine Empfehlungsliste genommen habe.

Aus der bisherigen Beteiligungsgesellschaft wird eine operativ tätige Industrieholding geformt mit dem Schwerpunkt Industrial Packaging und Industrial Handling für Kunden in der chemischen, petrochemischen, pharmazeutischen und Lebensmittel verarbeitenden Industrie. Aus der grauen Provinzmaus wird ein globaler Herr der Ringe.

Ringmetall-Chart: finanztreff.de

Umsatz- und Gewinnsprung in 2016
Und dieser nicht mehr ganz so „Hidden Champion“ hat nun vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 vorgelegt und kann wahrlich überzeugend. In fast allen Bereichen.

Denn der Geschäftsbereich Industrial Handling, also das zweite Standbein mit der Tochter HMS Sauermann, kommt nicht in die Gänge. Rationalisierungsmaßnahmen führten im abgelaufenen Geschäftsjahr ab dem dritten Quartal erstmals wieder zu einem positiven Ergebnisbeitrag der Einheit, allerdings hat sich die positive Tendenz nicht in vollem Ausmaß im vierten Quartal fortgesetzt, wie Christoph Petri, Vorstandssprecher der Ringmetall Gruppe, erklärt.

Der Umsatz des Geschäftsbereichs lag mit €15,3 Mio. leicht unter dem Vorjahr (2015: €15,4 Mio.) bei einem im Vergleich zum Vorjahr nahezu unveränderten EBITDA von €0,6 Mio. „Vor dem Hintergrund der Hebung weiterer Prozessoptimierungspotenziale hat der Vorstand der Ringmetall-Gruppe in den letzten Wochen bereits Maßnahmen eingeleitet, die aktuell umgesetzt werden. Weitere Informationen hierzu wird das Unternehmen im zweiten Quartal veröffentlichen“, heißt es von Unternehmensseite. Das klingt nicht wirklich viel versprechend, sondern schon ein bisschen nach Durchhalteparole. Ich stehe diesem Geschäftsbereich ja eher skeptisch gegenüber und meine, entweder man verkauft ihn ganz oder man nimmt richtig Geld in die Hand, um ihn sinnvoll zu verstärken und auszubauen. Synergien mit der erfolgreichen Sparte Industrial Packaging sind doch eher begrenzt.

Und so wenden wir uns auch schon der Schokoladenseite unseres mittlerweile wachgeküssten Dornröschens zu. Im Kerngeschäftsfeld Industrial Packaging trug maßgeblich die Ende 2015 akquirierte US-Tochtergesellschaft Self Industries zum Erfolg des Konzerns bei. So stieg der Umsatz des Geschäftsbereichs um 54,2% auf €79,1 Mio. (2015: €51.3 Mio.), während sich das EBITDA des Geschäftsbereichs um 112,5% auf €11,8 Mio. erhöhte (2015: €5,5 Mio.).

Dabei gliederten sich die Geschäftsaktivitäten von Self Industries nach der Übernahme nahtlos in die Konzernstrukturen der Ringmetall Gruppe ein, was sich unmittelbar in einer deutlichen Ergebnissteigerung bei der US-Tochter niederschlug. Eine verbesserte Materialaufwandsquote, bedingt durch verbesserte Einkaufkonditionen bei Rohstoffen, war hier einer der maßgeblichen Ergebnistreiber.

In Summe stieg der Konzernumsatz um 41,5% auf €94,4 Mio. (2015: €66,7 Mio.). Dabei war die Bruttomarge mit 43,7% leicht rückläufig (2015: 46,8%), während das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) mit €11,4 Mio. mehr als doppelt so hoch ausfiel wie im Vorjahreszeitraum (2015: €5,5 Mio.). Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) vervielfachte sich sogar auf €6,4 Mio. (2015: €1,4 Mio.)…

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Kissig Ein Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Bildquellen: Michael C. Kissig / dieboersenblogger.de


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