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Lange genug hat die Wall Street den Versprechungen des neuen US-Präsidenten Donald Trump mehr Beachtung geschenkt als den tatsächlichen Taten in den zwei Monaten seiner Amtszeit. Das könnte sich jetzt ändern. Erst die Gesundheits-, dann die Steuerreform, so sind wohl die Prioritäten im Weißen Haus verteilt. Und schon dort droht Ungemach selbst innerhalb der republikanischen Partei. Was soll dann erst bei den nächsten und für die Börse viel wichtigeren Vorhaben passieren? Ernüchterung kehrt an den Märkten ein – die Wall Street verbuchte gestern den größten Verlust seit Oktober vergangenen Jahres.

Das muss noch nicht viel bedeuten, kann aber! Es könnte der Anfang der von vielen herbeigesehnten, aber auch oft herbeigeredeten größeren Korrektur sein. Gerade letzteres aber spricht auch dafür, dass sich die Kurse nur schnell schütteln und dann die Reise nach oben weiter geht. Auch am deutschen Aktienmarkt ist solange alles möglich, wie der DAX die Marke von 11.800 Punkten halten kann.

Wer mit längerem Anlagehorizont arbeitet, braucht noch nicht aktiv zu werden. Wer darauf gewartet hat, tiefer in den Markt einzusteigen, für den könnte sich in den kommenden Tagen die Gelegenheit dazu bieten. Jetzt liegt es an der Wall Street – noch sind viele institutionelle Investoren unterinvestiert. Es bleibt die Frage, wie lange sie warten, bis sie bei Aktien weiter zugreifen. Denn die Alternativen fehlen trotz langsam steigender Zinsen immer noch.

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Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

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