Welt ohne Normen

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Donald Trump ist noch keine zwei Wochen im Amt, und schon scheint die Welt wie auf den Kopf gestellt zu sein. Innerhalb kürzester Zeit hat uns der neue US-Präsident vorgeführt, dass es eine neue Unordnung gibt. Aber nicht nur in den Vereinigten Staaten von Amerika, sondern in vielen anderen Bereichen der Welt verschieben sich derzeit die gesellschaftspolitischen Normen. Und das nicht, wie ich vor einigen Wochen (HIER) noch annahm, langsam und peu à peu, damit wir uns schleichend daran gewöhnen können und sich der Bezugspunkt dessen, was gemeinhin als gesellschaftlich akzeptabel gilt, unmerklich immer mehr verschiebt. Stattdessen hat sich der Maßstab für die Wahrnehmung dessen, was in unseren Augen als ethisch oder politisch korrekt gilt, nicht langsam verändert, sondern scheint zeitweise sogar schon völlig verschwunden zu sein.

Die einen sind schockiert, wenn nicht sogar paralysiert, weil sie nicht damit gerechnet hatten, dass Trump seine extremen Ansichten, die er im Wahlkampf vertrat, tatsächlich auch umsetzen würde. Längst geht es nicht mehr nur um die Diffamierung von Behinderten und Frauen, um die Ausgrenzung von Muslimen, Schwarzen und anderen ethnischen Gruppen, die Ablehnung von Homosexuellen und Abtreibungsbefürwortern, sondern um nichts Geringeres als die Abschaffung der Gleichheit vor dem Gesetz, der Pressefreiheit, der Menschenrechte und allem, was nach unserem Verständnis die westlichen Demokratien ausmacht.

Wahlversprechen erfüllt

Längst wird nicht mehr zurückgerudert oder relativiert. Vielmehr hat es den Anschein, als müsste die US-Gesellschaft die neuen Regeln exakt so hinnehmen, wie sie gemeint waren. Hierzulande wenden sich zwar viele Menschen von Donald Trump ab, weil er für die Folter eingetreten ist. Waterboarding gutzuheißen, das geht vielen doch entschieden zu weit. Interessanterweise sind dies aber manchmal dieselben Leute, die mehr oder weniger offen den Hut vor Donald Trump ziehen, weil er (im Gegensatz zu den etablierten Politikern und Parteien) seine Wahlversprechen 100prozentig erfüllt. Auch wenn diese Vorsätze noch so irrsinnig gewesen sein mögen. Hauptsache: erfüllt. Wer sich an seine Versprechen und Zusagen hält, gilt als edel…

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GoldbergEin Beitrag von Joachim Goldberg.

Er beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein. Seitdem setzt er sich intensiv mit der ”Behavioral Finance” genannten verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse auseinander.

Joachim Goldberg schreibt regelmäßig auf seinem Blog www.joachim-goldberg.com.

Bildquelle: Joachim Goldberg / dieboersenblogger.de


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