DAX: Punktlandung zum Verfallstag

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Der große Verfallstag und die US-Notenbanksitzung der FED waren die wichtigsten Ereignisse in dieser Woche. Und dabei kamen nicht nur die „Hexen“ beim so genannten Hexensabbat zum Zuge, sondern ebenso die Charttechniker unter den Anlegern und Tradern. Denn eine wichtige Marke wurde hier erreicht, die bereits im Vorfeld häufig genannt wurde. Dazu gleich, ebenso wie zu einem Ausblick in die letzten Handelstage des Jahres 2016.

Punktlandung nennt man dies

Im Vorfeld des Verfallstages des vergangenen Freitags wurde viel spekuliert, in welcher Region der DAX ankommen könne. Der Ausbruch im großen Chartbild über 10.800 mischte hier die Gemüter und auch Portfolios neu auf und sorgte für Handlungsbedarf bei den großen Marktakteuren. Diese mussten Short-Positionen gnadenlos schließen und Long-Positionen eröffnen. Denn niemand möchte sich nachsagen lassen, die Jahresendrallye verpasst zu haben!

Doch wie weit sollte dieser Schwung gehen? Eine genaue Punktzahl ist insbesondere am Terminmarkt wichtig, wenn Futures und Optionen verfallen. Dort wird punktgenau abgerechnet und es gilt nichts mehr – rien ne va plus, wie man so schön im Casino sagt.

Casino war es allerdings nicht, wenn man die Charttechnik als Analysemethode in seine Handelsentscheidungen mit einbezieht. Dort hatte ich in der Vorwoche als bullisches Ziel folgende Marke herausgearbeitet:

Zitat: Die bullische Ausdehnung kann sich, basierend auf dem Stundenchart seit Januar 2015, bis 11.400/500 vollziehen. Denn hier gab es einen Schnittpunkt mit dem Abwärtstrend ab Allzeithoch und hier lag das Dezemberhoch 2015.

Nachzulesen auf: DIE BÖRSENBLOGGER ->

Im aktualisierten Chartbild sieht man die Punktlandung am Dezemberhoch 2015 nun deutlich.

Sicherlich war dies nicht geradlinig, lag doch zwischen diesem Ziel noch der Verfallstermin und die US-Notenbanksitzung in dieser Woche. Darauf möchte ich hier an dieser Stelle auch noch ein wenig eingehen.

Trading-Chancen der Vorwoche

Gezogen hat auf internationaler Ebene weiterhin der Dow Jones. Er kam diese Woche mehrfach der Marke von 20.000 Punkten nahe, erreichte sie jedoch nicht. Trotz hohem Volumen stockt der Markt hier scheinbar, doch die Marke hat eine psychologische und damit magnetische Anziehungskraft. Darauf wies ich am Montag mit einem mittelfristigen Chart hin:

Vor der wichtigen FED-Entscheidung dominierte eher die Zurückhaltung. Positionierungen wurden bereinigt, aber einen Trend konnte man nicht ausmachen. So blieb den Tradern nur übrig, die Range zu handeln. Wie ich dies vollzog, ist u.a. hier vermerkt:

Dann kam sie endlich, die lang erwartete und mehrfach verschobene Zinsanhebung der US-Notenbank FED. Um 0,25 Basispunkte zog der Leitzins an. Doch das war nicht alles, denn im Folgejahr soll es bis zu 3 Zinsanhebungen geben. Diese leichte Veränderung des Ausblicks sorgte letztlich auch dafür, dass die Märkte im Handelsverlauf etwas nachgaben. Nicht merklich, wie man am Folgetag schon sehen konnte, als der DAX ein neues Jahreshoch vollzog.

Die Bewegung zur FED-Sitzung und den Folgetag, an dem die Bullen erneut dominierten, hatte ich am Donnerstag eingestreut:

Es lockte eine Marke zum Verfallstag am Freitag im DAX, die 11.400. Oftmals sind es runde Hundertermarken, an denen die Abrechnung der Terminkontrakte erfolgt. Und da lag diese Marke mit den Open Interests und die Charttechnik, wie eingangs gezeigt, recht gut überein.

Demzufolge war mein Trading auch auf das Trading rund um diese Marke am Freitag ausgerichtet. Man konnte dies im Chartbild sehr gut visualisieren und letztlich schloss der XETRA-Handel dann auch nah daran.

Zur Realtime-Nachverfolgung können Sie gerne einmal bei nextmarkets vorbeischauen und einige der Trading-Ideen mitverfolgen. Ansonsten setze ich das gezeigte Trading bei JFD Brokers um, zu dem Sie sich hier informieren (->) können.

Implikationen für die Weihnachtswoche

Nach einer erneut grünen Woche werden die Rufe nach einer Korrektur natürlich noch lauten. Warum eigentlich? Psychologisch ist es recht einfach zu begründen. Gegen den Trend handeln ist spannender, bindet stärkere Emotionen und wenn es denn klappt, ist man ein Held gegenüber der Masse, die langweilig mit ETF’s und Trendfolgestrategien einen Vermögensaufbau betreibt. Doch ist es auch gesünder? Ich denke nicht. Und so muss ich nach Abarbeitung der charttechnischen Ziele und vor dem Hintergrund der Saisonalität (Jahresende mit hoher Wahrscheinlichkeit steigende Aktienmärkte) den Blick nach oben lenken. Hier finden sich die nächsten Marken nicht weit entfernt und bilden kleinere Widerstände vor der 12.000er-Marke. Im gleichen Chartbild, wie eingangs gezeigt, sind diese nun vermerkt:

Natürlich ist eine Konsolidierung für den Gesamtmarkt gesund, kann hier auf dem Niveau jedoch auch einfach seitwärts verlaufen. Dafür hat der DAX rund 100 Punkte auf der Unterseite Platz, ohne seinen Aufwärtsimpuls zu gefährden. Zoome ich in den Stundenchart tiefer hinein, erkennt man diesen und auch den letzten kurzen Konsolidierungsbereich.

Bei 11.280/11.300 trifft dieser auf einen Aufwärtstrend, den man im Stundenchart gut einzeichnen kann. Erst wenn die Konsolidierung unter dieses Niveau fallen würde, wäre dies für mich ein sinnvoller Short-Trigger:

Dann, und nur dann, macht es Sinn, über ein eventuelles Doppel-Top aus den beiden Hochs bei 11.4xx zu sprechen. Aber so weit ist es aktuell nicht und so fokussieren wir uns erst einmal auf den Wochenauftakt am 19.12. und die letzten Handelstage vor Weihnachten.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und viel Erfolg im Eigenhandel wünscht Andreas Mueller (Bernecker1977)

andreasmuellerEin Beitrag von Andreas Mueller

Andreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf dieboersenblogger.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

Bildquelle: Andreas Mueller / dieboersenblogger.de


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2 KOMMENTARE

  1. […] Weihnachten stand ganz im Zeichen der Familie und sicher auch des Konsums. Auf den DAX schauten nur die Wenigsten. Warum auch, denn das bullische Ziel aus dem immer wieder gezeigten Stundenchart und damit das Verlaufshoch aus November/Dezember 2015 wurde bereits zum Verfallstag abgearbeitet. Entsprechend nachzulesen in der Vorwochen-Analyse auf DIE BÖRSENBLOGGER (hier->). […]

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