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Warum Langfristanlegern die Jahresendrallye egal sein kann

Es sind nur noch wenige Handelstage bis Jahresende. An der Börse macht sich daher nervöse Unruhe breit: Kommt die Jahresendrallye oder fällt sie aus? Aus unserer Sicht ist das Phänomen Jahresendrallye hoffnungslos überschätzt und kann langfristig orientierten Anlegern egal sein.

DAX-Performance im Durchschnitt (Quelle: x-markets)

Die Zeit zwischen September und Mai gilt traditionell als die Phase der besten Börsenmonate. So zumindest die Statistik. Aber nichts ist bekanntlich so wenig aussagekräftig wie ein Durchschnitt mit großen Abweichung vom Mittelwert (für die Statistiker: Varianz). Um das zu verdeutlichen reicht ein Blick auf zu Ende gehende Jahr 2016.

Während der DAX im Januar um langfristigen Durchschnitt leicht zulegen konnte, war er 2016 der schlechteste Börsenmonat. Der deutsche Leitindex büßte in dieser Zeit 8,8 Prozent ein. Der August wiederum sollte eigentlich ein schlechter Monat sein (Durchschnitt -2,3 Prozent). Im zu Ende gehenden Jahr legte der DAX jedoch 2,5 Prozent zu.

Der Dezember wiederum gilt statistisch gesehen als drittbester Börsenmonat und tatsächlich sieht es auch dieses Jahr sehr gut aus. Bisher rangiert der Dezember mit einem Plus von 5,7 Prozent rund ein Prozentpunkt vor dem Highlightmonat Juli, als der DAX 6,8 Prozent zulegen konnte. Statistisch gesehen ist der Juli lediglich der fünfbeste Börsenmonat im DAX.

Die Zahlen machen deutlich: Nichts ist so wenig aussagekräftig an der Börse wie immerwährende Weisheiten. Und dennoch machen sich jedes Jahr die Anleger über die kommende Jahresendrallye Gedanken. Das liegt natürlich in weiten Teilen auch an den Fondsmanagern, die in den letzten Wochen des Jahres noch einmal versuchen durch Window-Dressig ihre Performance schön zu „traden“. Die daraus folgenden Kursbewegungen sind daher eher den Bemühungen der Fonds geschuldet, als realen Ereignissen. Man sieht es auch am Achselzucken der Märkte anlässlich der angekündigten Zinserhöhung in den USA.

Summa sumarum: Langfristanleger bleiben dieser Tage ganz ruhig und trinken lieber mal einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, als sich über die Jahresendrallye den Kopf zu zerbrechen. Wenn sie kommt ist es toll fürs Depot. Wenn nicht, ist es egal, weil dann die Märkte in einem anderen Monat zulegen. Unter dem Strich und auf lange Sicht kommt dann die solide Performance von Aktieninvestments zustande. Auch hier ist die Varianz natürlich vorhanden, aber bei einem Anlagehorizont von 15, 20 oder mehr Jahren kann man diese ausblenden.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage

Ihre dieboersenblogger.de-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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Bildquelle: dieboersenblogger.de


2 Kommentare zu Warum Langfristanlegern die Jahresendrallye egal sein kann

  1. Langfristanleger erinnern sich spätestens jetzt beim Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt wieder einmal daran, dass Aktien Anteile an Unternehmen sind. Und dass sie (hoffentlich) Aktien von gut wirtschaftenden, langfristig orientierten, stabil auf ihrem Markt stehenden und Gewinne einfahrenden Unternehmen gekauft haben. So wird die Beobachtung der Volatilität an den Börsen über das Jahr hinweg ein interessanter Blick in die Psychologie der mit Aktien handelnden Menschen – und im Rückblick wird daraus ein Jahr mit ziemlich vielen merkwürdigen Ereignissen und vergleichbar unerwarteten Reaktionen der „Märkte“ darauf.

    Diese Erkenntnis gibt man dann hoffentlich an andere weiter (immer wieder), so dass es nächste Weihnachten noch ein paar mehr Langfrist-Aktienanleger gibt, die das altgediente Sparbuch und die unseligen Bank-angeratenen „Finanzprodukte“ verlustfrei zu den Akten gelegt haben werden.

    In diesem Sinne Danke für beständig interessante Beiträge, und ich wünsche schöne Feiertage und ein erfolgreiches neues Jahr!

  2. Michael Wehner // 16. Dezember 2016 um 10:52 //

    Ich kann mich der Meinnung von Boris nur vollinhaltlich anschließen und auch noch mal für die ständig interessanten Beiträge bedanken und die guten Wünsche bekräftigen. Michael

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