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Jetzt darf ein Italiener die Suppe auslöffeln, die ihm sein ganzes Land eingebrockt hat. Die sich durch den Ausgang des Referendums in Italien fortsetzende politische Unsicherheit in der Eurozone könnte schon bald den Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, auf den Plan rufen. Draghi hat nun erst recht alle Gründe auf seiner Seite, geldpolitisch weiter auf dem Gas zu bleiben.

Diese Hoffnung trieb den Deutschen Aktienindex heute entgegen der Erwartung der meisten Marktteilnehmer und Beobachter dick ins Plus. Es scheint auch so, als hätten die Käufer nur darauf gewartet, dass die Wahlen in Österreich und das Referendum in Italien vorbei sind, um einzusteigen. Wenn ihnen jetzt nicht wieder schnell die Puste ausgeht, könnten wir doch noch eine Jahresendrally in letzter Sekunde bekommen. Dabei wird aber die Hürde bei 10.800 Punkten zu nehmen sein, sonst stellt auch die heutige Rally lediglich eine Fortsetzung der monatelangen Seitwärtsphase dar.

Denn der DAX ist heute Morgen am unteren Ende der monatelangen Handelsspanne angelangt, was für kurzfristig orientierte Anleger als Signal zum Einstieg interpretiert wurde. Es ist deshalb gut möglich, dass der Index zunächst wieder bis 10.800 Punkte anziehen wird. Langfristig allerdings dürfte die Entscheidung der Italiener für sorgen, dass die internationalen Investoren weiter einen großen Bogen um europäische Aktien machen und somit auch der deutsche Aktienmarkt Mühen haben wird, richtig durchzustarten.

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Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

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