Schlussgong: VW-Kapitalerhöhung schlägt alle Erwartungen

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An den Aktienmärkten herrschte heute die Ruhe vor dem Sturm. In den nächsten Tagen muss sich der Markt für eine Richtung entscheiden. Da sich der DAX am letzten Handelstag der Woche fast nicht bewegt hat, wurde die Entscheidung vertagt.

Im DAX gab es kaum Kursschwankungen. Die große Ausnahme: Die Vorzugsaktie von VW. Mit einem Plus von fast 4 Prozent war die Aktie ganz klarer Tagessieger. Kurstreiber waren die unerwartet guten Konditionen bei der laufenden Kapitalerhöhung.

VW-Management holt den maximalen Preis raus

Heute hat VW die Details der Kapitalerhöhung veröffentlicht. Schon vorher gab es das Gerücht, dass die Nachfrage nach den jungen Aktien riesig sei. Dank dieser Ausgangslage konnte das VW-Management beim Bezugspreis einen „Kampfpreis“ durchsetzen.

Bereits vor einigen Tagen hatte ich hier im Schlussgong auf die Kapitalerhöhung hingewiesen. Die VW-Aktie stand damals unter Druck. Einige Investoren hatten versucht, den Kurs zu drücken, damit die jungen Aktien möglichst günstig angeboten werden.

Dieser Plan ist grandios gescheitert. Aufgrund der großen Nachfrage musste VW nur einen Mini-Rabatt einräumen. Der Bezugspreis in Höhe von 65 Euro je Aktie liegt nur rund 2,5 Prozent unter dem Schlusskurs des Vortages. Ich hatte mit mindestens 10 Prozent Abschlag gerechnet.

2009 mussten die Unternehmen einen riesigen Rabatt anbieten, um Aktionäre anzulocken

Selbst ein solcher Abschlag von 10 Prozent wäre noch im Vorjahr viel zu niedrig gewesen, um neue Aktionäre anzulocken. Aktionäre forderten 2009 mindestens einen Abschlag von 20 bis 30 Prozent. Bei zyklischen Unternehmen sogar noch mehr.

Ein gutes Beispiel ist der DAX-Wert K+S. Die Aktie des Düngemittelherstellers notierte im November 2009 bei 40 Euro. Die jungen K+S-Aktien aus der Kapitalerhöhung wurden für nur 26 Euro angeboten. Zum Vergleich: Die VW-Aktie kostete gestern knapp 67 Euro, die jungen Aktien werden für stolze 65 Euro platziert – und gehen trotzdem weg wie warme Semmeln.

Der Weg Richtung 80 Euro ist frei – Privatanleger können noch abwarten

Der größte Belastungsfaktor der VW-Aktie löst sich damit in Luft aus. Die Drohung „Kapitalerhöhung“ zieht nicht mehr. Ich gehe daher davon aus, dass die VW-Vorzüge wieder zügig auf das alte Niveau von 80 Euro steigen.

Wer die VW-Vorzüge bereits im Depot hat, kann sich jetzt über Ostern entspannt zurücklehnen und die weitere Kursentwicklung beobachten. Da die Bezugsfrist bis zum 13. April läuft, müssen sich Privatanleger jetzt noch nicht entscheiden, ob sie die jungen Aktien für 65 Euro kaufen.


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