Schlussgong: Der März kann an den Aktienmärkten wieder die Entscheidung bringen

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Der Monat März kann schon wieder der „Schicksalsmonat“ für das Börsenjahr werden. In den Jahren 2000, 2003 und 2009 wurde jeweils im März die Richtung für das Gesamtjahr vorgegeben.

Nach einem schwachen März-Beginn 2010 nehmen die Aktienmärkte wieder Tempo auf. Der DAX konnte sich heute zum ersten Mal deutlich von der 6.000-Punkte-Marke absetzen. Setzt sich der Aufwärtstrend fort, kann der DAX den Seitwärtstrend nach rund sechs Monaten verlassen und Richtung 7.000 marschieren. In den nächsten Handelstagen kann schon die Vorentscheidung fallen.

Gute Mischung: Schlechte Börsenstimmung, steigende Kurse

Besonders positiv: Der Aufwärtstrend wird nicht von blinder Euphorie getragen. Die Mehrheit ist sogar skeptisch gestimmt. Da erst wenige Investoren voll investiert sind, gibt es noch genug freies Kapital, das in die Aktienmärkte investiert werden kann.

Hinzu kommen die Umschichtungen, die ich gestern im Schlussgong angesprochen habe. Mit jeder Länderkrise steigt die Unsicherheit bei Staatsanleihen. Staatsanleihen bieten aktuell lächerliche Renditen und verlieren ihren 100-prozentige Sicherheits-Status. Dann kann ich als Investor auch direkt in Aktien investieren. Auch in diesem Markt muss ich mit Unsicherheiten leben, habe aber zumindest die Chance auf attraktive Renditen.

USA: Die Zinsen bleiben im Keller

Die gute Stimmung an den Aktienmärkten wird heute aus unterschiedlichen Quellen gespeist. In den USA betonte der amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke, dass die Zinsen niedrig bleiben. Die rasant steigende Schuldenproblematik lässt auch keine großen Zinssprünge zu.

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Inflation offen ausbricht. Sobald die Wirtschaft wieder besser ausgelastet ist, wird sich die gestiegene Geldmenge bemerkbar machen. Die Flucht in Sachwerte hat schon begonnen. Der Dow-Jones-Index ist nicht mehr weit von der 11.000-Punkte-Marke entfernt.

Europa: Euro-Schwäche und Konjunktur-Daten beflügeln

In Europa erleben wir einen Stimmungswechsel. Gestern hat die Portugal-Herabstufung kurzzeitig für starke Verluste am Aktienmarkt gesorgt. Jetzt setzt sich immer mehr der Gedanke durch, dass der angeschlagene Euro ein „Geschenk“ für die europäischen Export-Unternehmen ist. Hält der Trend an, kann man Export-Titel im Depot wieder höher gewichten.

Hinzu kommt, dass sich die Stimmungsindikatoren im März fast schon dramatisch verbessert haben. Die Prognosen wurden pulverisiert. Die Manager-Stimmung im Bereich Industrieproduktion erreichte sogar Rekordwerte. Aus meiner Sicht ist das aber keine so große Überraschung.

Zwei Gründe sprechen dafür: Zum einen hat der sehr harte und lange Winter in den Vormonaten zu einer Verschlechterung geführt. Es hat sich Nachholpotenzial aufgebaut. Der Frühlingsbeginn ist jetzt das Startsignal. Zum anderen entlastet die Euro-Schwäche. Noch vor wenigen Monaten mussten die Unternehmen befürchten, dass die Euro-Stärke (im Vergleich zum Dollar) die Export-Wirtschaft abwürgt. Das Problem hat sich in Luft aufgelöst.

Die Gemeinschaftswährung ist für Griechenland kein Problem, sondern ein Glücksfall

Einige Experten kritisieren in den Medien, dass Länder wie Griechenland fast zwangsläufig unter der Last der Gemeinschaftswährung zusammenbrechen müssten. Früher hätten die südlichen Länder einfach ihre Heimatwährung abgewertet und so das Problem „gelöst“.

Dabei übersehen die Experten: Wer würde heute Griechenland Geld leihen, wenn das Land nicht Teil der EU wäre und auf Unterstützung hoffen könnte? Und welchen Zinssatz müsste Griechenland zahlen, um doch noch Investoren anzulocken? Unter dem Strich dürfte die EU-Lösung für Griechenland deutlich besser sein.

Euro-Schwäche macht das Leben in der Krise leichter

Das Argument der fehlenden Abwertungs-Möglichkeit verliert von Tag zu Tag an Gewicht. Aktuell kostet ein Euro nicht einmal mehr 1,33 Dollar. Seit Dezember hat der Euro deutlich über 10 Prozent verloren. Viel schneller und stärker hätte Griechenland die eigene Währung auch nicht abwerten können.

Fazit: Griechenland kann mit dem Euro sehr gut leben und die europäischen Unternehmen können mit der Griechenland-Krise (= schwacher Euro) ebenfalls gut leben.


1 KOMMENTAR

  1. Tweets die Schlussgong: Der März kann an den Aktienmärkten wieder die Entscheidung bringen | Die Börsenblogger erwähnt -- Topsy.com

    […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Die Börsenblogger erwähnt. Die Börsenblogger sagte: Schlussgong: Der März kann an den Aktienmärkten wieder die Entscheidung bringen http://is.gd/aZ8qE […]

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