Die Aktienmärkte legen auch heute leicht zu. Der DAX gewann 0,5 Prozent und schloss wieder über der Marke von 6.000 Punkten. Ein größeres Plus verhinderte der starke Kursabschlag bei der VW-Vorzugsaktie.

Das VW-Management hat heute endlich Nägel mit Köpfen gemacht und die Kapitalerhöhung für Ende März angekündigt. Der Plan war schon lange bekannt und lastete seit Ende 2009 auf dem Aktienkurs. Der Grund: Die Ausgabe von neuen Aktien „verwässert“ den Anteil der Alt-Aktionäre. Daher belasten Kapitalerhöhungen oft kurzfristig.

Fehlende Transparenz drückt den Aktienkurs

Bei VW kam hinzu, dass die Transparenz vollständig fehlte. Auf der Hauptversammlung hat sich VW eine sehr große Kapitalerhöhung genehmigen lassen. Die Angst vor der Verwässerung drückte den Kurs von 80 auf unter 60 Euro.

Vor wenigen Tagen wurde dann vom VW-Management angedeutet, dass die Kapitalerhöhung doch nicht so groß ausfallen würde. Der Aktienkurs stieg prompt von 60 auf über 70 Euro. Heute wurden dann die ersten Details veröffentlicht. Die Reaktion an der Börse: Der Aktienkurs fiel um rund 6 Prozent.

Investoren hoffen auf günstigen Einstiegs-Kurs

Volkswagen hat die Ausgabe von 65 Mio. jungen Vorzugsaktien angekündigt. Damit wurde die Markterwartung leicht übertroffen. Es bleibt jedoch eine Restunsicherheit: Der Bezugspreis und das Bezugsverhältnis werden voraussichtlich erst am 26. März veröffentlicht. Noch kann also niemand sagen, ob die jungen Aktien ein „Schnäppchen“ werden. Daher ist auch noch keine Empfehlung möglich, ob sich eine Zeichnung der neuen Aktien lohnt. Angesichts der durchwachsenen Marktstimmung erwarte ich jedoch einen deutlichen Preisabschlag als „Kauf-Anreiz“.

Die Unklarheit über den Bezugspreis belastet heute auch den Aktienkurs. Die Investoren können jetzt natürlich versuchen, die VW-Aktie auf 65 oder 60 Euro zu drücken, damit es die jungen Aktien für 50 Euro oder noch günstiger gibt.

Put-Strategie gefährlich

Eine Wette auf fallende Kurse kann jedoch riskant werden. Wenn sich VW und die Banken, die die Kapitalerhöhung begleiten, hinter den Kulissen mit den wichtigen Investoren bereits über die Konditionen geeinigt haben, kann der Kurs blitzschnell wieder drehen.

Denn dann haben die Besitzer der alten und auch der jungen Aktien ein Interesse an steigenden Kursen. Eine Spekulation auf fallende Kurse lohnt sich nicht, wenn der Preis schon feststeht. Wenn der Bezugspreis am 26. März veröffentlicht wird, dann ist eine fundierte Analyse möglich.

Nach Abschluss der Kapitalerhöhung besitzt die VW-Aktie Nachholpotenzial

Die Kursschwankungen werden aber noch etwas länger anhalten, denn die Bezugsfrist läuft voraussichtlich vom 31. März bis zum 13. April. Anschließend müssen die Aktionäre, die sich günstig mit den jungen Aktien eingedeckt haben, entscheiden, ob sie die Aktien halten oder verkaufen. Gleichzeitig tauchen neue Käufer auf, die sich in der Phase der Kapitalerhöhung aufgrund der großen Schwankungen zurückgehalten haben.

Ich erwarte daher, dass die Schwankungsstärke (Volatilität) der VW-Vorzüge in der zweiten April-Hälfte deutlich nachlässt. Die „Drohung“ Kapitalerhöhung ist dann vom Tisch.


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