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Der nicht zu gewinnende Kampf gegen die Immobilienblase

Die Immobilien-Investments in Deutschland erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Man sieht es an der Preisentwicklung, vor allem in den großen Metropolen. Die Angst vor einer Immobilienblase ist dabei groß, so dass die Politik auf die merkwürdigsten Ideen kommt.

Die erste Idee ist dabei bereits seit dem Frühjahr im Einsatz: Die EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie. Damit wollte die EU die Verbraucher vor zu großen Risiken schützen. In der Umsetzung muss das Kreditinstitut die finanzielle und wirtschaftliche Lage des Kreditkunden besonders eingehend prüfen. Diese an sich gut gemeinte Regelung führt jedoch aufgrund des in Teilbereichen unklar formulierten Gesetzestextes dazu, dass einige Immobilieninteressierte Schwierigkeiten bei der Kreditvergabe haben.

Betroffen sind vor allem Menschen, die kurz vor dem Ruhestand stehen oder junge Familien. Laut dem deutschen Gesetzestext darf eine Bank einem Kredit nur vergeben, wenn wahrscheinlich ist, dass der Darlehensnehmer den Kredit vertragsgemäß erfüllen wird. Dies verstehen die meisten Kreditinstitute so, dass die Laufzeit des Darlehens nicht länger sein darf als die statistische Lebenserwartung des Darlehensnehmers.

Ebenso werden derzeit junge Paare mit kleinen Kindern und eventuellem Kinderwunsch benachteiligt. Bei ihnen prüft die Bank das Einkommen der nächsten 30 Jahre. Dennoch kommen auch hier Kreditwünsche nicht immer zum tragen, da die Kreditgeber befürchten, dass ein Partner bald nicht mehr arbeitet und der andere das Darlehen alleine nicht bedienen kann. In der Politik kamen die Probleme bereits an. Aber ob das Gesetz tatsächlich geändert wird, steht noch in den Sternen.

Derweil macht sich Berlin schon Gedanken wie es eine Immobilienblase grundsätzlich verhindern kann. Die Lösung lautet derzeit „Makroprudenzielle Aufsicht“. Diesem Konzept nach soll die Bundesbank bzw. die EZB künftig vier Punkte im Auge behalten. Neben einer Obergrenze für die Darlehenshöhe im Verhältnis zum Immobilienwert sollen auch eine Obergrenze für die Kreditraten im Verhältnis zum Einkommen sowie eine Obergrenze für das Verhältnis von Verschuldung und Einkommen gesetzt und überwacht werden. Zusätzlich soll es auch eine Vorgabe dafür geben, in welchem Zeitraum welcher Teil des Kredits getilgt sein muss.

Doch alle diese Ideen setzen letztlich beim kleinen Häuslebauer an. Wenn ausländische Investoren den heimischen Immobilienmarkt leerkaufen und dadurch die Preise steigen, laufen die gesetzlichen Regelungen völlig ins Leere. Die Blase bildet sich trotzdem, nur deutsche Häuslebauer sind nicht davon betroffen. Da wir aber alle irgendwo wohnen müssen, sind steigende Immobilienpreise so oder so ein Problem für alle. Am Ende muss sich die Politik also wieder etwas einfallen lassen. Aber vielleicht etwas sinnvolleres als die nichts bringende Mietpreisbremse…

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage

Ihre dieboersenblogger.de-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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Bildquelle: dieboersenblogger.de


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