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24 Prozent weniger Ergebnis? War Buffett wirklich so schlecht im letzten Quartal?

Auf die Zahlen der Investorenlegende Warren Buffett, dem „Orakel von Omaha“, warten Anleger rund um den Globus immer ganz gespannt, hat er doch in seinen zurückliegenden 50 Jahren als Großaktionär und CEO seiner Investment Holding Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2 / ISIN: US0846707026) eine Rendite von annähernd 20 Prozent erzielt. Jahr für Jahr, wohlgemerkt. Und der Kurs der BRK-Aktien stieg von damals etwa $50 auf aktuell etwa $215.000 für eine Aktie der Klasse A – eine Wahnsinnsrendite für die Aktionäre.

Berkshire-Chart: finanztreff.de

Berkshire-Hathaway-Chart: finanztreff.de

Nun hat er Ergebnisse für das dritte Quartal 2016 vorgelegt und das Nettoergebnis fiel um 24% niedriger aus als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Man könnte meinen, es reihe sich damit in eine ganze Reihe von schlechten Quartalsergebnissen ein, die an der Wall Street dieser Tage berichtet wurden. Doch ein zweiter Blick auf die Zahlen zeigt durchaus Interessantes und so schauen wir mal auf einzelne, durchaus prägende, Sparten bzw. Tochtergesellschaften.

Eisenbahn/Transport
Und hier sticht die Eisenbahnsparte heraus, wo Burlington Northern Santa Fe (BNSF) einen um 12% auf $1,02 Mrd. zurückgegangenen operativen Gewinn ausweisen muss, da das Frachtvolumen rückläufig ist aufgrund gesunkener Öl-, Gas- und Kohlepreise und daher auch die Preise, die hier vereinnahmt werden können. Diese Rückgänge sind durch andere wichtige Transportgüter, die Autos aus den Fertigungsstätten in Mexiko, (bisher) nicht zu kompensieren.

Versicherungen
Die Versicherungssparte, die u.a. den Versicherer Geico Corp. und den Rückversicherer Generel Re umfasst, erzielte ein operatives Investment-Einkommen von $850 Mio., während der operative Gewinn um 35% auf $272 Mio. sank.

Energie
Erfolge gab es in der Energiesparte Berkshire Hathaway Energy (vormals MidAmerican Energy), die $932 Mio. an Profiten ausweisen kann ggü. $786 im Vorjahresquartal. Die Sparte betreibt Kraftwerke in Großbritannien, Gaspipelines zwischen den großen Seen im Norden der USA bis runter nach Texas und hat Tochtergesellschaften u.a. in Iowa und Nevada. Dabei legt sie auch immer mehr den Fokus auf regenerative Energien, vor allem Solarenergie.

Sonderfaktoren und Sonstiges
Im dritten Quartal konnte BRK $2,35 Mrd. an Investmentgewinnen ausweisen, was deutlich unter den Vorjahreswerten liegt. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass dieses Ergebnis einerseits durch den Verkauf der Tochter Wrigleys an Mars um rund $1,6 Mrd. aufgehübscht wurde, während im Vorjahresquartal noch ein $4,4 Mrd. Sonderertrag zu Buche schlug aus dem KraftHeinz-Zusammenschluss. Daher sollte man den 24-prozentigen Rückgang des Nettoergebnisses auch nicht überbewerten, denn die Sondereinflüsse prägen diese Momentaufnahme doch deutlich und werden beim nächsten Vorjahres-Quartalsvergleich eine Rolle mehr spielen…

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Kissig Ein Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Bildquellen: Michael C. Kissig / dieboersenblogger.de


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