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Die US-Wahl, politische Börsen und die langfristigen Perspektiven

In rund 30 Stunden beginnt das politische Großereignis des Jahres 2016: Die US-Präsidentschaftswahl. Der Wahlkampf bot bereits so viele Schlagzeilen, wie selten zuvor bei einer solchen Wahl. Die Unsicherheit an den Börsen war dementsprechend groß. Doch politische Börsen haben kurze Beine. Insofern dürfte in den nächsten Tagen (oder zumindest Wochen) wieder Ruhe einkehren – wenn die Anleger an der Wall Street und im Rest der Welt Klarheit über die Frage haben: Donald Trump oder Hillary Clinton?

Die Brexit-Abstimmung hat viele Anleger gelehrt: Umfrageergebnisse können durchaus falsch liegen. Emotionale Kampagnen haben schließlich ihre eigene Dynamik. Aber große, langanhaltende Probleme sind nicht zu erwarten – egal wer Präsident wird.

Quelle: J.P. Morgan Asset Management

Quelle: J.P. Morgan Asset Management

Kurzfristig kann es aber durchaus turbulent werden, wie Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt erläutert: „Sollte der republikanische Kandidat Donald Trump tatsächlich Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden, ist zumindest kurzfristig mit einer erhöhten Volatilität am Kapitalmarkt zu rechnen.“ Ihm bereiteten insbesondere Trumps protektionistische Wirtschaftsagenda und die Förderung alter Industriezweige wie etwa der Kohlebranche Sorgen.

Grundlegend wird sich aber nichts ändern, denn neben dem US-Präsidenten gibt es noch viele Player, allen voran der US-Kongress, die die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft beeinflussen. Damit kann selbst ein Donald Trump das Rad nicht zurückdrehen.

Die zuletzt sich erfreulich entwickelnde US-Wirtschaft dürfte daher keinen Schaden nehmen und sich weiter positiv entwickeln. „Diesen Pfad werden die USA kurzfristig auch nicht verlassen – ganz gleich, wer die Präsidentschaftswahl für sich entscheiden wird. Für die Märkte und die Wirtschaft dürften die Auswirkungen des Wahlausgangs schwächer ausfallen, als der Wirbel im Vorfeld der Wahlen nahelegt“, meint Tilmann Galler.

Sorgen bereitet ihm lediglich das stark gewachsene Haushaltsdefizit, das unter Obama von etwa 10 auf rund 20 Billionen Dollar anstieg. Sowohl unter den Demokraten als auch unter den Republikanern könnte es laut Galler bis 2026 auf über 85 Prozent des BIPs wachsen. „Solange das Verbrauchervertrauen und die Baubeginne aber auf hohem und die Arbeitslosenquote auf niedrigem Niveau verharren, erwarten wir weiterhin ein moderates Wachstum in den USA“, so Galler weiter.

Bleibt der Blick in die Zukunft: Die zuletzt nachlassenden Unternehmensgewinne, die als verlässlicher Frühindikator dienen, würden für die kommenden Jahre eine nachlassende Wirtschaftsdynamik signalisieren. „Innerhalb der nächsten vier Jahre sollten Anleger sich darauf einstellen, dass die USA in eine Rezession abrutschen könnten“, sagt Galler. Nichtsdestotrotz ist der US-Markt weiterhin qualitativ hochwertig und wird als sicherer Hafen wahrgenommen. „Weder die Aussichten auf eine Rezession in den kommenden Jahren noch die Auswirkungen der bevorstehenden Wahlen rechtfertigen drastische Maßnahmen“, ist Galler überzeugt.

Was also tun? Aktienanleger sollten weiter konsequent auf ihre langfristigen Anlagen schauen und die soliden Perspektiven der Aktie berücksichtigen. Das bedeutet, dass Kursschwäche aufgrund von kurzfristigen politischen Unsicherheiten stets die Chance auf billige Einstiegskurse darstellt. Wer in solchen Situationen bei gut aufgestellten, soliden Unternehmen zugreift, hat langfristig eine Chance auf Überrenditen – jenseits der statistisch langfristig zu erwartenden 7 bis 8 Prozent p.a.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage

Ihre dieboersenblogger.de-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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Bildquelle: dieboersenblogger.de


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