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Janet Yellen und das Timing-Problem

Janet Yellen die Vorsitzende der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) hat es versemmelt oder, um es weniger flapsig auszudrücken, sie hat nun ein Timing-Problem durch ihre Politik des Abwartens. Im vergangenen Dezember hat sie die Leitzinsen in den USA homöopathisch erhöht. Danach sollte es flott so weitergehen. Vier Zinserhöhungen waren für die USA 2016 angedacht. Doch es kam anders [klar, weil es an den Finanzmärkten meist anders kommt als gedacht].

Zu Jahresbeginn gerieten die Märkte ins Straucheln, weil der Öl-Preis immer tiefer fiel und natürlich sorgte man sich auch schnell um die US-Wirtschaft, deren Verfassung wohl doch nicht so robust ist, wie propagiert wird. Also keine Leitzinserhöhung. Erstmal abwarten, was so an Wirtschaftsdaten reinkommt. Dabei blieb es dann. Und als die Fed eigentlich gewollt hätte – Überraschung – da war plötzlich(!) US-Wahlkampf. So knapp vor der Wahl … nein, das geht nicht. So eine Mitgift will man dem neuen Präsidenten(in) nicht mit auf den Weg geben, zumal, wenn man diesem wohlgesonnen ist. Schließlich könnte ein Zinsschritt sogleich Turbulenzen an den Märkten und in der Wirtschaft auslösen.

Dow Jones-Chart: finanztreff.de

Dow Jones-Chart: finanztreff.de

Und gleich nach der Wahl? Auch das wäre kein guter Zeitpunkt für eine einschneidende geldpolitische Maßnahme – und ebenso für keine Maßnahmen. Es könnte dann schnell heißen, man wolle dem neuen Präsidenten(in) nur einen Gefallen tun, wenn man die Zinsen nicht erhöht…

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SchummEin Beitrag von Thomas Schumm von Plusvisionen.de

Thomas Schumm ist Gründer und Herausgeber von Plusvisionen.de. Autor. Journalist. Früher auch: Reporter, Redakteur oder Chefredakteur. Seit 25 Jahren an der Börse. Bestimmt fast alles an der Börse gehandelt, was es so zu handeln gibt, jetzt aber ruhiger in dieser Hinsicht. Seit 20 Jahren publizistisch im Finanzbereich tätig. Begeistert von Wirtschaft und Börse.

Bildquellen: Thomas Schumm / dieboersenblogger.de


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