Warum die Deutschen ihr Finanzwissen überschätzen

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Die Niedrigzinsen sorgen dafür, dass immer mehr Anleger ihr Geld kaum mehr in etablierten Produkten wie Sparbuch oder Tagesgeld investieren. So positiv diese Entwicklung auch ist, die Mehrzahl der Privatanleger überschätzt ihr Finanzwissen und verfolgt deshalb unrealistische Ziele. Ein Grund genauer hinzusehen.

Die Schroders Global Investor Study 2016, an der 20.000 Privatanleger in 28 Ländern teilnahmen, gibt Klarheit darüber, was Anleger wissen, was sie wollen und leider auch was sie tatsächlich nur erreichen. 87 Prozent der Anleger weltweit schätzten ihre Anlagekenntnisse als mindestens durchschnittlich ein oder glaubten, dass sie sich besser auskennen als der durchschnittliche Anleger.

Millennials (Personen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren) waren dabei häufiger der Ansicht, Anlagen besser zu verstehen als der durchschnittliche Anleger. Diese Selbsteinschätzung trifft auf drei Fünftel der Millennials zu – dagegen vertrat weniger als die Hälfte der älteren Anleger diese Ansicht.

Was sind die Aufgaben eines Vermögensverwalters?

Diesem Selbstbewusstsein zum Trotz waren nur 37 Prozent der Befragten in der Lage, die Aufgaben eines Vermögensverwalters korrekt zu identifizieren. Lediglich ein Drittel der Millennials identifizierte die korrekte Definition, bei älteren Umfrageteilnehmern waren es immerhin zwei Fünftel.

Anleger in Deutschland bilden das globale Ergebnis nahezu eins zu eins ab. Nur 39 Prozent beschrieben die Aufgaben eines Vermögensverwalters richtig. Dennoch gaben über die Hälfte der Teilnehmer (57 Prozent) an, sich in der Finanzwelt besser als der Durchschnitt auszukennen. Jeder Fünfte beurteilte seinen Kenntnisstand im Finanzbereich als völlig ausreichend.

Es gibt Lösungen…

Dennoch möchten die meisten der deutschen Anleger (83 Prozent) ihre Finanzkenntnisse noch weiter ausbauen. Dafür suchen 38 Prozent unabhängige Finanzseiten auf, 34 Prozent konsultieren einen Finanzberater und 31 Prozent besuchen Online-Schulungen und Seminare.

Interessant ist für den ein oder anderen vielleicht auch so etwas wie Auf der Couch mit Markus Koch – die Show rund um die Geldanlage wird heute ab 19.30 Uhr live aus München via Livestream auf dieboersenblogger.de zu verfolgen sein.

Wer fragen stellen will, kann sich hier anmelden und dann seine Fragen per Chat in die Runde stellen.

Etwas mehr Realitätssinn ist gefragt

Doch noch einmal zurück zu den deutschen Privatanlegern. Achim Küssner, Geschäftsführer der Schroder Investment Management GmbH, kommentiert die Studie so: „Aus der Umfrage geht hervor, dass Anleger dazu neigen, ihre eigenen Anlagekenntnisse zu überschätzen. Zusammen mit anderen Ergebnissen, die zeigen, dass Anleger im Hinblick auf die Erträge ihrer Investitionen unrealistische Erwartungen haben, bedeutet dies, dass sie Gefahr laufen, ihre zukünftigen Finanzziele deutlich zu verfehlen.“

Etwas mehr Realitätssinn ist also gefragt. Geht es etwa um die Renditen, die mit Aktienanlagen im DAX zu erzielen waren, gibt das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts Aufschluss. Wer etwa im Jahr 2005 auf den DAX setzte konnte bis Ende 2015 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7,1 Prozent erzielen – nicht schlecht, oder? Und komplizierte Produkte braucht es dafür auch nicht. Einfach auf die transparenteste Anlageform, die Aktie setzen und der langfristige Vermögensaufbau gelingt.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage

Ihre dieboersenblogger.de-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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1 KOMMENTAR

  1. Ja. Langfristig lässt sich mit dem Dax wohl gut Geld verdienen. Das dachten die Japaner mit ihrem Aktienchart allerdings auch lange. Dann kamen die 90er Jahre, und deren Renditedreieck verwandelte sich in ein Verlustdreieck. Zudem frisst bei uns inzwischen die Abgeltungssteuer zusätzlich zu den Transaktionskosten eines weg.

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