Before the Bell: EZB-Aussagen im Fokus, US-Futures vor Konjunkturdaten kaum verändert

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Der deutsche Aktienmarkt steht heute ganz im Zeichen der EZB-Sitzung. Mit Spannung erhoffen sich die Anleger auf der Pressekonferenz von EZB-Chef Trichet Hinweise auf die erhoffte oder gefürchtete Zinswende. In der Folge verharrt der DAX weiter auf dem Vortagesniveau und pendelt dabei um die 5.800er Marke. In Athen feiert man diesen Tag wiederum, denn Griechenland nutzte die Gunst der (Verunsicherungs-)Stunde und sammelte Milliarden ein. Das Handelsblatt schreibt von einer Rendite von rund 6,5 Prozent für die zehnjährige Staatsanleihe. Das Ganze ist höchst zweischneidig, denn zwar konnte sich Athen bequem refinanzieren – auch günstiger als erwartet – aber der Preis dafür wird in die Zukunft verlagert, und das stärkt nicht unbedingt das langfristige Vertrauen in Griechenland.

Beiersdorf: Schwache Zahlen, halbwegs optimistischer Ausblick

Das noch junge DAX-Mitglied Beiersdorf konnte heute mehr oder weniger überzeugende Zahlen vorlegen. Umsatz und Gewinn gingen zurück und auch bei der Dividende macht man Abstriche. Allerdings konnte Vorstandschef Thomas-B. Quaas mit seinem Ausblick überzeugen. So sieht sich Beiersdorf hinsichtlich der geforderten Flexibilität und der stärkeren Fokussierung auf Kernkompetenzen bereits gut aufgestellt. Zudem will man Chancen für weiteres Wachstum nutzen – was wohl neben organischem Wachstum auch Übernahmen nicht ausschließt. Das Umsatzwachstum soll über dem Marktschnitt ausfallen und auch bei der Marge will man deutlich zulegen. Die starken Marken des Konzern (u.a. tesa, Nivea) lassen diese Aussicht auch durchaus, als realisierbar erscheinen, von daher reagiert der Markt auch nicht ganz so negativ auf die Zahlen. Die Beiersdorf-Aktie legt leicht zu. Dennoch dürfte sich der Kursanstieg der vergangenen Wochen erst mal weiter verlangsamen, zumal der Titel auch aus KGV-Sicht eine hohe Bewertung erreicht hat.

IPO-Front: Talanx will bald, Facebook hat keine Eile

An der Front der Börsengänge kommt so langsam Bewegung auf. Nachdem Indien ja immer mehr zum Geheimtipp für IPO-Fans wird (per Twitter versuchen wir die Leser auf dem laufenden zu halten), kommt nun auch hierzulande die Lust auf den Börsengang zurück. Herbert Haas, der Chef des Versicherers Talanx, immerhin einer größten in Deutschland, wird im Handelsblatt mit den Worten zitiert: „Es ist nicht mehr die Frage, ob es einen IPO gibt, sondern wann.“ Auf der Handelsblatt-Tagung „Assekuranz im Aufbruch“ begründete er die Überlegung mit dem weiteren Wachstum. Nachdem bisher vieles über die Aufnahme von Fremdkapital finanziert wurde, wolle man nun das Eigenkapital stärken. Allerdings soll auch nach einem Börsengang die Anteilsmehrheit beim HDI verbleiben. So oder so, wäre der Titel eine Bereicherung für den Sektor der Finanzaktien.

Bei Facebook dagegen scheint man weiterhin keine Eile zu haben. Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sagt dem Wall Street Journal: „Wir sind ganz bestimmt nicht in Eile.“ Allerdings sei ein Börsengang vertraglich mit Investoren vereinbart, von daher wird hier noch jede Menge Gesprächsstoff fabriziert werden. Allerdings auch vollkommen zurecht, denn Facebook wird der Börsengang der kommenden Jahre.

Yahoo! ist 15

Mit 15 sollte man sich ja bekanntermaßen mitten in der Pubertät befinden. Nun ja, ob dieser Vergleich auch bei einem Internetpionier wie Yahoo! gerechtfertigt ist, sei dahin gestellt. Aber fest steht, ohne Yahoo! sähe auch unsere Welt heute wohl anders aus. Wer weiß ob es Google gegeben hätte oder ob das Internet noch immer ein Medium für Freaks wäre. Kollege Scherbaum hat jedenfalls seine ganz persönliche Sicht auf 15 Jahre Yahoo! dargestellt und auch ein bisschen in die Zukunft und auf die Aktie geblickt: Im Fokus: Yahoo! Ein wahrer Internet-Pionier wird 15 Jahre…

US-Futures vor Konjunkturdaten kaum verändert

Auch an der Wall Street blickt man gespannt auf die Entwicklungen in Europa. Sowohl die EZB-Aussagen, als auch das weitere Vorgehen in Griechenland werden genauestens beobachtet. Allerdings blickt man genauso gespannt auf die eigenen Konjunkturdaten. Neben den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe, folgen die Arbeitsproduktivität im vierten Quartal, die Industrieaufträge für Januar sowie die anstehenden Hausverkäufe für Januar. Da auch von den Quartalszahlen kaum neues zu erwarten ist, zeigen die US-Futures kaum Bewegung. Der S&P 500 gewinnt 0,1 Prozent, während der NASDAQ 0,1 Prozent abgibt. Der DAX in Frankfurt gibt wiederum 0,4 Prozent auf 5.797 Punkte ab.


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