Im Fokus: Yahoo! Ein wahrer Internet-Pionier wird 15 Jahre…

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Das erste Mal bin ich mit dieser Seite im Jahr 1997 „konfrontiert“ worden. In meinem Studium. In München. Ich hatte 15 Disketten vor meinem IBM-Pentium-Rechner liegen und sollte mit diesen eine sagenhafte DFÜ-Verbindung zum Rechenzentrum der TU München aufbauen. Nach zwei Stunden hatte ich das dann mal geschafft. Dann das Unglaubliche. Ein Klick und mein Netscape Communicator “Version weiß ich nicht” baute eine Verbindung auf. Unser allerliebster Boris würde sagen: “Ich bin drin”. Ich war es auch. Im Internet – wohlgemerkt. Natürlich hatte man „damals“ (journalistische Freiheit zur Umschreibung dieses Zeitraumes…) auch als Student genügend Zeitschriften, um zu „wissen“, welche Internet-Seiten en Vogue sind. Yahoo war so eine. Und was man da nicht alles finden konnte, der Hammer. Wenn ich diese Sätze schreibe, werden meine Nachbarskinder im Alter von 18 und 14 mich mit meinen 35 Jahren nur müde anlächeln und sagen „das kann ich alles googlen, in Wiki nachlesen, twittern oder ich schreib sowas in mein Facebook rein“.

Zur Erinnerung: Vor 15 Jahren gab es gerade einmal 18.000 Webseiten und weniger als 10 Millionen Menschen waren online. Heute wird das World Wide Web von schätzungsweise 1,6 Milliarden Menschen – also einem Viertel der gesamten Weltbevölkerung – genutzt, und jeden Tag wächst es um 90.000 neue Webseiten. Genau daran merkt man, wie alt man ist und wie “jung” das Internet ist, aber was für ein Riesenschritt diese Technologie in den letzten 1,5 Jahrzehnten gemacht hat. Und Yahoo war von Anfang an dabei. Genauer gesagt diese zwei schlauen Jungs David Filo und Jerry Yang.

Sie haben 1994 ihre erste kommentierte Bookmark-Sammlung mit dem Namen "Jerry and David’s Guide to the World Wide Web" online gestellt. Über den Namen kann man sich streiten. Als sie aber auch noch 1995 an die Börse gingen, bewiesen Sie nicht nur Eier (ein stiller Gruß an Oli Kahn) sondern auch den richtigen Riecher. Wenn ich ehrlich bin, habe ich vor diesen beiden deutlich mehr Respekt, als vor den Google-Gründern. Denn Filo und Yang waren einfach die ersten. Sie haben der Welt gezeigt, dass es klappt, mit einer solchen Geschäftsidee Erfolg zu haben.

Heute ist Yahoo eines der größten Internetunternehmen der Welt. Heute nutzen weltweit mehr als 600 Millionen Menschen Web-Dienste von Yahoo!, davon 18,3 Millionen in Deutschland. "In unserer Branche sagt man, dass ein Internetjahr einem Hundejahr entspricht, also dass man das eigentliche Lebensalter gut und gern mit sieben multiplizieren kann – denn in kaum einer anderen Branche sind die Entwicklungen so rasant, so schnelllebig, und dabei ebenso spannend wie zukunftsweisend. Wir von Yahoo! Deutschland sind stolz darauf, Teil eines Unternehmens zu sein, das die Geschichte des Internets maßgeblich mit geprägt hat und auch in Zukunft mit Innovationen und Kreativität weiter gestalten wird", bekräftigt Terry von Bibra, , Geschäftsführer Yahoo! Deutschland und Vice President Advertising Marketplaces Yahoo! Europe, in einer aktuellen Pressemitteilung zum Jubiläum den Erfolg von Yahoo.

Und dieser ist unverändert nachhaltig. Auch wenn die Konkurrenz deutlich zugenommen hat. Aber die Yahoo-Jungs bleiben mit an der Spitze. Auch in Krisenzeiten. Dem Internetboom 1999, wo jeder eine Dot.com-Firma gründete und die Aktienkurse von Internetunternehmen an nur einem Tag zeitweise in schwindelerregende Höhen schossen, folgte der Börsencrash, die Dot.com-Blase. Der IT-Arbeitsmarkt, der aufgrund von Fachkräftemangel im Jahr 1999 sogar noch IT-Fachkräfte aus Indien angeworben hatte, musste sich binnen eines Jahres mit der Arbeitslosigkeit vertraut machen. Yahoo war weiterhin on Top mit seinem Geschäftsmodell. Natürlich hatte die Aktie vom Hoch aus gesehen, gewaltig verloren. Vom Allzeithoch bei über 100 Dollar im Januar 2000 ging es runter bis auf unter 5 Dollar je Aktie. Wow.

Heute liegt der Kurs wieder bei über 15 Dollar. Wer damals nach der Blase Mut hatte, wurde belohnt. Mit einem aktuellen 2010er KGV von über 30 ist die Aktie jedoch augenscheinlich nicht gerade „billig“. In der Analystenszene ist man sich daher auch nicht einig, was man mit der Aktie derzeit machen soll. Von Kaufen über Halten bis zu Downgrade gehen die aktuellen Empfehlungen. Wenn man zu den Optimisten gehört, kauft man die Aktie, weil Yahoo mit seinem überarbeiteten Webauftritt und einem wieder stärker werdenden Werbeumfeld künftig mehr Rendite machen kann. Morgan Stanley verweist hier auf die Kernthese der Investmentstory, dass Yahoo! zu einem entscheidenden Player im zukünftigen Journalismus werden könnte. Yahoo! könnte im Nachrichtenmarkt Anteile gewinnen, da traditionelle Medien weiterhin zu kämpfen hätten. Dies könnte auch mit der Verlagerung der Aufwendungen für Werbung in den Online-Bereich einher gehen. Dies passe zu den Äußerungen des Managements, dass sich das Unternehmen stärker auf Inhalte konzentrieren wolle, da sich Microsoft um die Suchprozesse kümmere, so die US-Analysten, die beim aktuellen Kurs von 15,57 Dollar ein Kursziel von 20,00 Dollar sehen.

Aber was solls. Ich wollte eigentlich keine Empfehlung abgeben, sondern vielmehr einem Unternehmen gratulieren, was mich seit 15 Jahren täglich in meinen Online-Aktivitäten beschäftigt und auch geprägt hat. In diesem Sinne, Happy Birthday Yahoo!

 


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