Um 10: DAX zurück in der neutralen Zone – Ruhiger Wochenausklang

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Mario Draghi kündigte auf der gestrigen EZB-Sitzung nichts Neues an. Er hielt sich gleichzeitig aber alle Optionen offen, in Zukunft die Einlagenzinsen weiter abzusenken oder das QE-Programm zeitlich zu verlängern. Der Ausblick auf das Jahr 2017 hat sich zwar verschlechtert, aber nicht stark genug, um Änderungen der Geldpolitik zu rechtfertigen.

Das kam am deutschen Aktienmarkt wie erwartet nicht gut an, der DAX musste den Rückzug antreten. Heute Morgen nun sind die Anleger hin- und hergerissen. Einerseits sehen sie das Risiko, dass größere Gewinnmitnahmen nach Ausbleiben der geldpolitischen Impulse einsetzen. Andererseits wollen sie die Hoffnung noch nicht aufgeben, dass der Markt in den nächsten Wochen die 10.800 Punkte doch noch knacken kann. Dass sich allerdings noch vor dem Wochenende entscheidet, wohin die Reise geht, darf bezweifelt werden. Es dürfte wohl ein eher ruhiger Wochenschluss werden.

An den Börsen verlagert sich der Fokus nun wieder auf die US-Notenbank. Bleibt sie ähnlich tatenlos wie die EZB, wenn sie in zwei Wochen tagt, öffnet sich ein Liquiditätsfenster bis Dezember, das an den Aktienmärkten sehr positiv aufgenommen werden könnte. Denn handelt die Federal Reserve im September nicht, wird sie vermutlich auch wenige Tage vor den Präsidentschaftswahlen im November nichts tun. Das bedeutet, es wäre bis zum 14. Dezember Zeit, bevor man sich mit dem Thema Zinswende noch einmal beschäftigen müsste.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger


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