Rickmers Holding – erneuter Anleihe Kurssturz

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Ich habe hier schon ein paar Mal angedeutet, dass die Anleihe von Rickmers Holding (WKN: A1TNA3 / ISIN: DE000A1TNA39) ein Investments ist, mit dem ich mich nicht mehr wirklich wohl fühle. Es ist eines nach dem Motto gewesen „kann man mal was machen, muss man aber nicht unbedingt“. Solche Investments werde ich künftig auf jeden Fall vermeiden. Es stellt sich aber die Frage, wie ich jetzt mit dieser Anleihe verfahre, die sich jetzt schon in meinem Depot befindet und deren Kurs schon unten ist.

bisherige Entwicklung der Rickmers Holding Anleihe

Die Entwicklung der Containerschifffahrt war wie in meiner ersten Analyse erwartet schwierig. Insofern war es gut und richtig in diesem Bereich nicht in Aktien zu investieren. Die Entwicklung war allerdings so schlecht, dass der Eigenkapitalpuffer, den man durch eine Anleihe hat auch nicht mehr viel hilft. Ende 2014 ist der Kurs der Rickmers Holding Anleihe zum ersten Mal eingebrochen. Nach dem die 2014’er Geschäftszahlen vorgelegt wurden, hat sich der Kurs allerdings genauso steil wieder erholt und im April 2015 habe ich sogar noch mal bei 92% nachgekauft. Im weiteren Verlauf von 2015 notierte die Anleihe dann fast durchgängig im Bereich zwischen 90% und 100%. Seit 2016 geht es allerdings wieder steil bergab und lag seit Juni nur noch im Bereich von 30%. Statt panisch zu verkaufen, habe ich dann wieder auf das Reporting gewartet.

Rickmers-Anleihe-Chart: finanztreff.de
Rickmers-Anleihe-Chart: finanztreff.de

aktuelle Situation bei Rickmers Holding

Am 12.08 hat Rickmers in einer Pressemitteilung vorab einen Verlust im ersten Halbjahr 2016 von EUR 131,5 Mio. berichtet. Dieser Verlust nach einem kleinen Gewinn in der Vorjahresperiode ist in erster Linie auf Sonderabschreibungen auf die Schiffe in Höhe von EUR 124 Mio. zurückzuführen. Das Konzerneigenkapital betrug danach nur noch EUR 410 Mio. davon EUR 254 Mio. von den Aktionären der Rickmers Holding AG.

Es wurde außerdem erneut berichtet, dass man im ersten Quartal Teile der Fremdfinanzierung verlängern konnte und an einem Paket zur Stärkung der gesamten Finanzierungssituation arbeitet.

Am 18.08 hat Creditreform sein Rating für die Anleihe zwar auf CCC belassen, D wäre wohl auch erst der Ausfall, aber den Ausblick auf negativ geändert. Dies zeigt nochmal wie wichtig die laufenden Restrukturierungsverhandlungen sind. Direkt darauf reagiert hat der Kurs der Anleihe nicht.

Gestern stürzte der Kurs dann innerhalb eines Tages auf zeitweise unter 20%. Die schlechten Nachrichten waren doch eigentlich draußen, woher kam jetzt dieser plötzliche Kurssturz?

Eine Recherche bei und über Rickmers Holding hat nichts zu Tage gefördert. Fündig wurde ich dann bei der in Singapur börsennotierten Tochtergesellschaft Rickmers Maritime. Bei Rickmers Maritime besteht ebenfalls die dringende Notwendigkeit einer Restrukturierung der Verbindlichkeiten. Die gute Nachricht ist, dass es bereits eine grundsätzliche Einigung mit einem Banken Syndikat über USD 260 Mio. gibt, die sämtliche Darlehensverbindlichkeiten neu ordnen und bis 2021 verlängern würde. Dies steht allerdings unter verschiedenen Bedingungen. Neben üblichen Dingen, wie der Zustimmung verschiedener Gremien bei den beteiligten Banken, müssen auch die 2017 fälligen Anleihen von Rickmers Maritime restrukturiert werden. Das Management schlägt den Anleihe Gläubigern nun vor die Anleihen mit einem Nominalwert von SGD 100 Mio. in Wandelanleihen mit endloser Laufzeit und einem Nominalwert von SGD von 28 Mio. zu wandeln. Die Umwandlungsquote soll den Anleiheinhabern indirekt einen Anteil von 20% an Rickmers Maritime sichern und zu einem Marktwert der Wandelanleihen in Höhe von ca. SGD 40 Mio. führen.

Die Anleiheinhaber behalten zwar gewisse Chancen, erleiden aber erstmal einen Verlust in Höhe von ca. 60%…

Auf www.value-shares.de geht es weiter.

Mario BrünjesEin Beitrag von Mario Brünjes

Mario Brünjes studierte in Deutschland und England Finanzwirtschaft und Rechnungswesen und ist seit mehr als 15 Jahren als professioneller Sachwertinvestor in den Bereichen Flugzeugleasing, Immobilien und Erneuerbare Energien tätig.

In seinem Value Investing Blog www.value-shares.de schreibt er regelmäßig über seine privaten Value Investments mit Schwerpunkt Sachwerte.

Bildquellen: Mario Brünjes / dieboersenblogger.de


1 KOMMENTAR

  1. Na toll, bewaheitet sich mal wieder a&d, alt und dumm und zudem von der Bank wie immer schlecht beraten. Der Leidtragende ist immer der kleine Renter.

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