Tanz um ein Viertelprozent

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Senti_07092016-300x114Mangels anderer wichtiger Einflussfaktoren auf die Finanzmärkte konzentriert sich das Interesse der Akteure auf die kommende Sitzung der US-Notenbank, die allerdings erst in zwei Wochen stattfindet. Und so haben Mitglieder des Offenmarktausschusses noch einmal Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, ob nun endlich die Voraussetzungen für eine weitere Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte gegeben sind. Dabei scheinen sich die Marktteilnehmer grundsätzlich nicht darüber im Klaren zu sein, dass sich die ökonomischen Wahrnehmungswelten von Händlern und von den Entscheidern in der Fed doch voneinander unterscheiden müssten. So haben Börsianer aus den jüngsten, enttäuschenden Arbeitsmarkdaten, vor allen Dingen aber aufgrund der deutlich schlechter als erwartet ausgefallenen ISM-Indices von Dienstleistungen und Industrie vielfach die Schlussfolgerung gezogen, dass es im September wohl keinen Zinsschritt der Notenbank geben werde. Daher wurde von der gestrigen Rede des Chefs der Fed von San Francisco, John Williams, erwartet, wenn nicht erhofft, dass er angesichts der jüngsten Datenentwicklung – übrigens wie im Vorjahr zur gleichen Zeit – taubenhaftere Töne anschlüge.

Tatsächlich scheint der nicht stimmberechtigte Williams mit einem anderen Zeithorizont unterwegs zu sein, als die Akteure dies gerne hätten. Denn er favorisiert eine baldige Zinserhöhung, mit der Begründung, die US-Konjunktur habe sich doch von der Finanzkrise vollends erholt und sei robust genug. Wird sich aber tatsächlich eine Mehrheit für einen Zinsschritt im Offenmarktausschuss finden?

Markterwartung beeinflusst Fed

Stärker als die jüngsten Konjunkturdaten dürfte indes die Tatsache ins Gewicht fallen, dass der Markt derzeit eine Zinserhöhung kaum einpreist…

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GoldbergEin Beitrag von Joachim Goldberg.

Er beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein. Seitdem setzt er sich intensiv mit der ”Behavioral Finance” genannten verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse auseinander.

Joachim Goldberg schreibt regelmäßig auf seinem Blog www.der-goldberg.de.

Bildquelle: Joachim Goldberg / dieboersenblogger.de


2 KOMMENTARE

  1. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Anleger eigentlich gar keine Ahnung von der Materie haben. Sie spekulieren und können evtl. Alles verlieren…

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