Das Geheimnis des Börsenerfolgs

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Die reine Kursentwicklung ist für den Börsenerfolg weniger wichtig als gemeinhin angenommen wird. Denn der Großteil der Performance kommt aus einer anderen Quelle…

Man verdient Geld an der Börse, indem man Aktien teurer verkauft als man sie gekauft hat. Richtig? Klar, doch die Kursentwicklung ist nicht alles für den Anlageerfolg. Anleger vergessen gerne die Dividenden, also die Gewinnausschüttungen der Unternehmen an ihre Aktionäre, die für die langfristige Performance mindestens so wichtig sind wie die Kursentwicklung.

Wie wichtig Dividenden tatsächlich sind, zeigt ein Vergleich zwischen dem DAX-Performanceindex und dem DAX-Kursindex. Beim Kursindex bleiben die Dividenden unberücksichtigt, beim Performanceindex werden sie hingegen reinvestiert. Der folgende Chart vergleicht die Entwicklung zwischen Performance- und Kursindex für die vergangenen zehn Jahre. Während der Kursindex nur um rund 29 Prozent zulegen konnte, stieg der Performanceindex um ganze 78 Prozent.Quelle: Guidants

Quelle: Guidants

Hätte ein Anleger vor zehn Jahren also in den DAX investiert (zum Beispiel über einen ETF), so hätte er allein an Kursgewinnen nur eine Performance von 29 Prozent erzielt. Inklusive der erhaltenen (und reinvestierten) Dividenden wären es hingegen stolze 78 Prozent gewesen.

Die von den DAX-Unternehmen ausgeschütteten Dividenden waren also für den Anlageerfolg viel wichtiger als die reinen Kursgewinne der Aktien. Je länger der Betrachtungszeitraum, umso mehr gilt: Entscheidend für den Anlageerfolg ist nicht die Kursentwicklung allein, sondern die Kursentwicklung plus der erhaltenen Dividenden. Das gilt vor allem dann, wenn die Dividenden reinvestiert werden, denn hier profitiert der Anleger vom Zinseszinseffekt.

Doch warum ist die Dividende so wichtig? Betrachtet man allein den Tag der Ausschüttung, dann sind Dividenden tatsächlich ein Nullsummenspiel: Der Kurs wird ja um die ausgeschüttete Dividende bereinigt – der sogenannte Dividendenabschlag. Bei der Ausschüttung selbst handelt sich nur um eine Vermögensverlagerung, vom Unternehmen (das den Anlegern gehört) auf das Privatkonto der Anleger. Ein irgendwie gearteter Ertrag ist mit der Dividendenausschüttung für den Anleger nicht verbunden.

Doch diese Betrachtung ignoriert vollkommen, dass ein Unternehmen in der Regel erst verdienen muss, was es als Dividende an die Anleger ausschütten will. Dividenden werden nicht aus der Substanz des Unternehmens gezahlt, sondern aus den Gewinnen. Die Gewinne wiederum haben einen echten Vermögenseffekt: Sie mehren das Vermögen des Unternehmens und damit das Vermögen seiner Aktionäre.

Unternehmen, die nachhaltig profitabel sind und sich nicht mehr in der Phase des starken Wachstums befinden, schütten in der Regel auch einen Teil ihres Gewinns an die Aktionäre aus. Studien haben wiederholt gezeigt, dass Dividendenzahler auf lange Sicht eine bessere Performance versprechen als Nicht-Dividendenzahler. Dividenden sind deshalb eine Art Qualitätsmerkmal für gute Unternehmen. Das gilt besonders dann, wenn Unternehmen ihre Dividenden kontinuierlich anheben oder zumindest nicht senken. Unternehmen, die seit mindestens 25 Jahren ihre Ausschüttung ohne Unterbrechung angehoben haben, werden auch als Dividendenaristokraten bezeichnet.

Autor: Oliver Baron, Finanzmarktanalyst bei GodmodeTrader.de.

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1 KOMMENTAR

  1. Hallo Herr Baron,

    schön geschriebener Artikel (mit einem aufreißerischen Titel), der aber leider nur die halbe Wahrheit ist.

    Denn so schön Dividenden für den Anleger auf dem Kontoauszug auch wirken, in Wahrheit sind sie doch hauptsächlich eines: Ein Armutszeugnis des Managements. Denn wenn ein Unternehmen seine Gewinne (oder einen Teil davon) ausschüttet, sagt das Management doch hauptsächlich eines damit aus: Wir können das Geld im Unternehmen auch nicht renditeträchtiger investieren als du, lieber Anleger, außerhalb des Unternehmens. Nicht umsonst hat Warren Buffett bzw. Berkshire Hathaway noch niemals einen Cent Dividende gezahlt. Er traut sich selbstverständlich zu, mit dem Geld der Anleger eine im Unternehmen eine höhere Rendite zu erzielen, als es außerhalb des Unternehmens dem Anleger möglich wäre. Und das darf man ja wohl vom Management seines Utnernehmens erwarten. Daher ist und bleibt die Dividende ein Armutszeugnis und – im besten Fall – ein taugliches Marketinginstrument, um wenig ahnungsvolle Anleger von einer Anlage im betreffenden Unternehmen zu überzeugen.

    Nun mag ein cleverer Anleger einwenden, dass man dank der Dividende ja selbst entscheiden könne, ob man seine erhaltene Ausschüttung wieder in das Unternehmen investiere, indem man sich für die erhaltene Ausschüttung einfach wieder Aktien zurückkauft. Dem muss aber gleich entgegnet werden, dass durch die Dividende aber eine Steuerpflicht auf Ebene des Anlegers ausgelöst wird, die es nicht geben würde, wenn er nie eine Dividende erhalten hätte. Und diese 25% Steuer tun auf lange Sicht richtig weh.

    Nicht umsonst sind die Dividendensätze in den USA relativ niedrig und dafür die Ausschüttungsfrequenz (idR. quartalsweise) relativ hoch. US-Unternehmen wissen eben, wie man sich den Marketingeffekt der Dividende maximal zunutze macht, ohne die Rendite des Anlegers zu stark zu mindern.
    Wenn man dann doch den Anleger einmal überproportional begünstigen will, wird das über den echten Rückkauf von Aktien bewerkstelligt.

    Und dieses (letztgenannte) Instrument zeigt auch, was Sie in Ihrem Artikel falsch darstellen: Nicht die Dividende erhöht die Rendite des Aktionärs, sondern der Unternehmensgewinn bzw. der Free Cash Flow.

    Mit den besten Grüßen

    Oliver

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