Um 10: Der schwere Weg zum Jahreshoch – Letzter Strohhalm Geldpolitik

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Eine Zinserhöhung im September in den USA dürfte nach den schwachen Daten gestern wohl endgültig vom Tisch sein. Und die EZB wird wohl eher die Tür für neue Geldgeschenke weiter öffnen. Damit sollte die Börsenwelt mit Blick auf die vorhandene Liquidität eigentlich in Ordnung sein und es könnte weiter aufwärts gehen. Könnte!

Wenn da nicht in den vergangenen Monaten ein Umdenken der Investoren stattgefunden hätte. Die Hoffnung auf eine Erholung der Weltwirtschaft hat die Sehnsucht nach noch mehr billigem Geld etwas in den Hintergrund gedrängt. Und so hatte man sich am Markt schon mit einer weiteren Zinserhöhung in den USA angefreundet, die dann auch eine Bestätigung für die gute wirtschaftliche Entwicklung gewesen wäre.

Aber nun haben mit den ISM-Indizes sowohl für das verarbeitende Gewerbe als auch den Dienstleistungssektor zwei wichtige Indikatoren stark enttäuscht. Damit kommen die Zweifel an einer nachhaltigen Erholung der US-Wirtschaft zurück. Das bremst die Wall Street, weshalb sich auch der Deutsche Aktienindex schwer tut, neue Jahreshochs tatsächlich in Angriff zu nehmen.

Ob die EZB da morgen mit einem lockeren Ausblick die Weichen für einen Ausbruch über 10.800 Punkte stellen kann, bleibt sehr fraglich. Das Enttäuschungspotenzial andererseits könnte vieles von der Rally der vergangenen Wochen wieder zunichte machen.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger


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