Lenzing, Wienerberger und voestalpine: Weltmarktführer im ATX

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Bildquelle: Pressefoto Börse Wien

Die Entscheidung der Briten, die EU verlassen zu wollen, hat auch beim ATX Spuren hinterlassen: Ende Juni ist der Wiener Leitindex erstmals seit vier Monaten wieder unter die Marke von 2.000 Punkten gefallen. Doch beinahe genauso rasant fiel die Aufholjagd aus: Ausgehend vom Tief hat der ATX inzwischen rund 18,5 Prozent zugelegt und notiert aktuell auf dem höchsten Stand seit Anfang Mai.

Anleger scheinen wieder Gefallen an Wiener Aktien zu finden. Kein Wunder: Nirgendwo sonst an der Börse ist die Dichte an global führenden Unternehmen derart groß. Fünf von 20 ATX-Konzernen sind „waschechte“ Weltmarktführer: Andritz (WKN: 632305 / ISIN: AT0000730007), Lenzing (WKN; 852927 / ISIN: AT0000644505), RHI (WKN: 874182 / ISIN: AT0000676903), voestalpine (WKN: 897200 / ISIN: AT0000937503) und Wienerberger (WKN: 852894 / ISIN: AT0000831706). Weitere global führende Unternehmen finden sich in der zweiten Reihe des Wiener Aktienmarkts, zum Beispiel Mayr-Melnhof, Kapsch TrafficCom und Rosenbauer.

ATX-Chart: finanztreff.de
ATX-Chart: finanztreff.de

Über Jahrzehnte hinweg haben sich diese Gesellschaften auf ganz bestimmte Branchen oder Produkte konzentriert und dabei ein immenses Know-how aufgebaut. Der Kundennutzen steht absolut im Mittelpunkt. Viele Produkte sind bei den Abnehmern im Lauf der Zeit so unentbehrlich geworden, dass sie inzwischen zum Standard geworden sind. Das schlägt sich in der Regel in hohen Verkaufspreisen nieder. Daher sind viele Weltmarktführer auch deutlich profitabler als klassische Konzerne. Und ihre Aktien gehören an der Börse zu den Dauerläufern.

Ein Musterbeispiel ist Lenzing: Die Aktie des Weltmarktführers in Zellulosefasern hat nach Vorlage der Halbjahreszahlen ein neues Allzeithoch markiert. Der Umsatz legte um acht Prozent auf 1,03 Mrd. Euro zu. Das Ergebnis ist sogar um 84 Prozent auf 94,6 Mio. Euro nach oben gesprungen. Die Zuwächse sind vor allem auf die starke Nachfrage und die gestiegenen Verkaufspreise zurückzuführen. Aus heutiger Sicht ist kein Ende des Aufwärtstrends erkennbar. Risikobereite Anleger können mit einem Turbo (WKN: EB0S2Z / ISIN: AT0000A1LAF4) von der Erste Group Bank aufspringen.

Beim Baustoffkonzern Wienerberger, weltweit führender Ziegel-Anbieter, ging der Erlös im ersten Halbjahr ganz leicht auf 1,47 Mrd. zurück. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stieg um neun Prozent. Unter dem Strich hat sich der Gewinn auf 27,1 Mio. Euro mehr als vervierfacht. Die Ebitda-Prognose von 405 Mio. Euro für das Gesamtjahr behielt Wienerberger bei. Allerdings sind hier mögliche negative Währungseffekte noch nicht eingerechnet. Gute Chancen verspricht ein Capped Bonus-Zertifikat (WKN: RC0D6G / ISIN: AT0000A1JB85) von Raiffeisen Centrobank. Bei einem Puffer von knapp 23 Prozent liegt der mögliche Maximalertrag im September 2017 bei 13,6 Prozent.

Auch bei Voestalpine könnte ein Puffer, also der Einstieg mittels eines Capped Bonus-Zertifikats (WKN: RC0ECU / ISIN: AT0000A1JRP1) Sinn machen. Wegen niedriger Stahlpreise sowie schwache Bestellungen aus der Öl- und Gasindustrie ist das bereinigte Ebit im ersten Quartal (per Ende Juni) um 27,6 Prozent auf 172 Mio. Euro gefallen. Der Umsatz ging um 7,6 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro zurück. Für den weiteren Geschäftsverlauf ist das Management dennoch recht zuversichtlich. Die jüngsten Preiserholungen dürften zunehmend auch in den Ergebnissen ankommen. Daher bestätigte der Vorstand seine Prognose, wonach das Ebit in etwa den Vorjahreswert erreichen soll. Die Aussagen sollten die Aktie im Jahresverlauf stützen.

voestalpine-Chart: finanztreff.de
voestalpine-Chart: finanztreff.de

Die Aktie von Voestalpine notiert seit sechs Monaten in einer relativ engen Spanne zwischen 27 und 33 Euro. Aktuell hält sich der Titel exakt in der Mitte dieser Trading-Range auf. Erst ein Ausbruch über die obere Begrenzung würde frische Impulse liefern. Positiv ist, dass sich der Kurs über der im Juli zurückeroberten 200-Tage-Durchschnittslinie, die aktuell bei rund 29 Euro verläuft, aufhält. Hier liegt auch die erste Unterstützung. Die Marke von 22 Euro – hier sitzt die Barriere des Capped Bonus-Zertifikats – hat der ATX-Titel zuletzt im Jahr 2013 von unten gesehen. Selbst der heftige Ausverkauf im Februar dieses Jahres endete knapp oberhalb der Barriere, bei 22,13 Euro.

Fazit: Das Capped Bonus-Zertifikat auf die Aktie von Voestalpine ermöglicht auch dann eine Rendite von 8,2 Prozent, wenn der Basiswert nur seitwärts oder sogar leicht abwärts läuft. Dafür nimmt das Zertifikat an Kursgewinnen über den Bonuslevel von 32,00 Euro hinaus nicht teil. Die Barriere ist bei 22,00 Euro eingezogen. Diese Marke liegt 26,9 Prozent vom aktuellen Kurs der Voestalpine-Aktie entfernt. Sollte die Barriere während der Laufzeit wider Erwarten auch nur ein einziges Mal berührt oder unterschritten werden, entfällt die Bonus-Funktion des Zertifikats. Am Ende der Laufzeit würde das Papier somit entsprechend der tatsächlichen Kursentwicklung der Aktie zurückgezahlt. Unter Umständen können dann hohe Verluste die Folge sein.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: Pressefoto Börse Wien


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