Ernst Russ, Lloyd Fonds, MPC Capital: Profiteure der Hanjin-Pleite?

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Seit der großen Finanzkrise 2008/2009 leiden nicht nur die europäischen Banken, sondern mindestens genauso darbend präsentiert sich der Bereich Schifffahrt und Seehandel. Dabei gehen beide Problemzonen Hand in Hand, denn insbesondere die norddeutschen Landesbanken, aber auch die Commerzbank, waren und sind ganz stark exponiert im Bereich der Schiffsfinanzierungen. Der hohe Wettbewerbsdruck durch Überkapazitäten und dadurch sinkende Frachtraten hat zu vielen Ausfällen von Schiffsfinanzierungen geführt mit entsprechenden Belastungen für die Bilanzen der Banken und die Darlehen bzw. Investments der Anleger, die z.B. in steueroptimierte Schiffsfonds investiert hatten.

Und nun muss die weltweit siebtgrößte Reederei, die südkoreanische Hanjin Shipping, die Segel streichen und Insolvenzverwaltung beantragen. Ein Gericht entscheidet nun, ob gleich die Abwicklung erfolgt, oder ob Hanjin noch eine Chance zur Restrukturierung bekommt. Das gilt auch für die Tochterfirmen der Gruppe, zu der etwa die südkoreanische Fluggesellschaft Korean Air gehört.

Erst vor wenigen Tagen hatten die Gläubiger des Unternehmens eine Kreditlinie gekündigt, nachdem selbst eine Finanzspritze von mehr als 1 Billion Won (€804 Mio.) Hanjin Shipping nicht über Wasser halten konnte. Insgesamt hat Hanjin inzwischen einen Schuldenberg von €4,5 Mrd. angehäuft, den man nicht mehr bedienen kann.

Mit weitreichenden Konsequenzen, denn da nunmehr auch keine Hafengebühren mehr entrichtet werden können, sperren die Häfen weltweit ihre Tore für Hanjin-Schiffe. Was auch für die an Bord befindliche Ware zu einem Problem wird und damit für die Kunden der Reederei, deren Produkte nicht mehr oder zumindest nicht mehr rechtzeitig ausgeliefert werden. Die Kunden werden sich also ganz schnell andere Logistik-Partner suchen und ihre Waren über andere Reedereien verschiffen. Eine Restrukturierung von Hanjin dürfte damit kaum mehr möglich sein, denn eine Rückkehr der Kunden nach erfolgtem Wechsel zur Konkurrenz ist eher unwahrscheinlich.

Umso wahrscheinlicher ist daher die Option, dass der Mitbewerber Hyundai Merchant Marine wichtige Vermögenswerte von Hanjin übernehmen wird, darunter Schiffe und das Verkaufsnetz im Ausland…

Auf www.intelligent-investieren.net geht es weiter.

Kissig Ein Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Bildquellen: Michael C. Kissig / dieboersenblogger.de


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