Shoppen was das Zeug hält führt nicht zu mehr Vermögen!

1
1.120 views
Bildquelle: dieboersenblogger.de

Der langfristige Vermögensaufbau ist angesichts der Niedrigzinsen nicht leicht, aber was viele Europäer – trotz der Chancen am Aktienmarkt – stattdessen in diesem Zinsumfeld tun, ist erstaunlich. Die Europäer, und insbesondere auch die Deutschen, verlagern ihre Interessen auf den Konsum – kreditfinanziert.

Laut der Studie „Consumer Credit Market in Europe“ der französischen Crédit Agricole Consumer Finance haben europäische Verbraucher Ende 2015 Konsumentenkredite in einer Gesamthöhe von 1,1 Bio. Euro in Anspruch genommen. Damit sind die Kreditbestände erstmals seit 2008 wieder gestiegen: Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Plus 3 Prozent.

Angesichts der Lockzinsangebote vieler Banken, kann man es den Verbrauchern nicht verdenken. Doch kreditfinanzierter Konsum hat auf Dauer immer äußerst negative Folgen. Wir kennen das bereits aus den letzten zehn Jahren. Egal ob USA oder Europa. Immerhin stiegen die Kredite in Deutschland nicht ganz so stark wie in Europa. Das Plus beträgt lediglich 1 Prozent auf 225 Mrd. Euro.

Deutschland zählt zu den drei größten Konsumkreditmärkten in Europa. Die deutschen Verbraucher liegen mit ihren Außenständen im Vergleich der 28 untersuchten Länder auf Platz zwei. Mit Abstand Spitzenreiter ist Großbritannien: Die britischen Kreditbestände sind seit 2012 stetig gestiegen – auf 329 Mrd. Euro im vergangenen Jahr. Damit sind sie im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent gewachsen und haben sogar das Niveau von 2008 erstmals überschritten. Drittgrößter Konsumkreditmarkt ist Frankreich (153 Mrd. Euro), gefolgt von Italien (106 Mrd. Euro) und Spanien (67 Mrd. Euro).

Dass die Entwicklung in Europa alles andere als einheitlich verläuft, zeigt ein Blick auf die einzelnen Länder und Regionen. In 16 von 28 untersuchten Ländern ist die Kreditnachfrage gestiegen, in zwölf von ihnen mit Wachstumsraten von mehr als 3 Prozent sogar überdurchschnittlich. Die stärksten Zuwächse verzeichnen die Slowakei (+10 Prozent), Tschechien (+9 Prozent) und Luxemburg (+8 Prozent). Frankreich erreicht mit plus 4 Prozent den stärksten Anstieg seit fünf Jahren.

Im krisengeschüttelten Südeuropa zeichnet sich zumindest in einigen Ländern eine Wende ab, die wirtschaftliche Erholung kommt auch bei den Verbrauchern an: Steigende Kreditbestände sind in Spanien (+6 Prozent), Italien (+2 Prozent) und Portugal (+1 Prozent) zu beobachten. In neun Ländern sind die Kreditvolumen gesunken, dazu gehören Griechenland (-3 Prozent), Irland (-2 Prozent), Österreich (-4 Prozent) und die Niederlande (-7 Prozent). Am stärksten ist die Nachfrage in Ungarn (-17 Prozent) zurückgegangen.

Angesichts der realwirtschaftlichen Lage in Ländern wie Spanien, Italien und Portugal sind die Pluszahlen kein Grund zur Freude. Doch die EZB macht es möglich. Banken verdienen an Einlagen nur noch Geld, wenn sie diese als Kredite weiterreichen. Man darf gespannt sein, wie die Entwicklung weitergeht.

Als Anleger sollte man sich in diesen Zeiten auf die langfristige Perspektive seiner Investments konzentrieren. Shopping (egal ob kreditfinanziert oder nicht) macht nur kurzfristig glücklich. Daher besser mal einen Euro mehr zu Seite legen und ertragreich anlegen.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage

Ihre dieboersenblogger.de-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

Melden Sie sich hier für unsere kostenlosen Newsletter an. Sie finden dort unser kostenfreies Newsletter-Angebot mit dem Namen “Die Börsenblogger Auf die Schnelle” (Wochentags) und “Die Börsenblogger D-A-CH Rundschau” (Samstags).

Bildquelle: dieboersenblogger.de


1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here