Um 5: DAX sammelt Kraft für den weiteren Aufstieg – Ölpreis sorgt für gute Stimmung

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Nachdem sie die Bank von England im Regen stehen ließ, hat die amerikanische Notenbank für ihre geldpolitischen Normalisierungspläne keine Verbündeten mehr in der Welt. Die Federal Reserve kämpft jetzt allein auf verlorenem Posten. Daher scheint es gerade fast schon egal zu sein, ob Wirtschaftsdaten besser oder schlechter ausfallen. Enttäuschende Daten versprechen tiefe Zinsen für noch längere Zeit, während gute Daten einen zweiten Zinsschritt auch nicht viel wahrscheinlicher werden lassen. Diese günstige Konstellation offener Geldschleusen lässt die Börsen weiter steigen. So ist das Luftholen des Deutschen Aktienindex zum Ende dieser Woche ein positives Signal, da größere Gewinnmitnahmen weiter ausbleiben. Der Weg bis zu 11.000 Punkten ist bereitet.

Der dynamische Anstieg der Ölpreise in dieser Woche hilft der Stimmung an der Börse. Dass Saudi Arabien die Gerüchteküche über mögliche Produktionsbegrenzungen mit anheizte, war in dieser Woche der Funke im Pulverfass, der die Ölpreise explodieren lies. Sie geben vor, Allianzen zu schmieden, dabei schmoren die Ölmächte im Nahen Osten in Wirklichkeit im eigenen Saft. Gerade erst hat Saudi Arabien eine neue Rekordproduktion für Juli ausgewiesen. Am Ende waren es die Leerverkäufer, die für diese Länder die Kohlen aus dem Feuer holten, weil sie sich von den Gerüchten beeindrucken ließen und ihre Positionen auf Long drehten. Nach wie vor haben wir es am Ölmarkt aber mit einer fragilen Situation zu tun, die durch einen saisonal untypischen Lageraufbau bei Rohöl in den Staaten in dieser Woche nur noch einmal verschärft worden ist. Die Staaten im Nahen Osten, aber auch Russland müssen noch den richtigen Ton finden, um die Kontrolle über den Ölmarkt zurückzuerlangen. Für den Moment ist der Krug aber an Märkten vorübergegangen, da es glücklicherweise nicht zu einem neuerlichen Ausverkauf im Ölpreis gekommen ist.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger


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