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Oldtimer: Der Sachwert in der Garage mit Fahrspaß

Jahrzehnte lang galten Oldtimer eher als spaßige Beschäftigung für Autonarren. Doch spätestens seit der Finanzkrise 2008 hat sich der Oldtimer als Sachwert mit hohen Renditechancen einen Namen gemacht.

Egal ob alter Mercedes-Flügeltürer 300 SL oder historischer Porsche 911 Targa: Die Beliebtheit der automobilen Raritäten macht sich im Preis bemerkbar. Immerhin 5,6 Prozent Preissteigerung pro Jahr weist der Verband der Automobilindustrie (VDA) in seinem seit 1999 aufgelegten Deutschen Oldtimer Index aus. Zum Vergleich: Der DAX hat zwischen 1999 und 2015 im Schnitt lediglich 2,8 Prozent pro Jahr zugelegt. Die Rendite mit Fahrspaß brachte also doppelt so viel Rendite wie ein DAX-Depot.

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Welche Entwicklung die Oldtimerszene in Deutschland genommen hat, wird deutlich, wenn man den Boom der H-Kennzeichen verfolgt. Allein zwischen 2010 und 2015 stieg die Zahl der H-Kennzeichen laut Kraftfahrt-Bundesamt um rund 120.000 auf inzwischen knapp 310.000 Pkw. Doch hinter den H-Kennzeichen verbirgt sich nur ein Bruchteil der tatsächlichen Oldtimer in Deutschland. Die tatsächliche Zahl an Oldtimern wird auf rund 3,1 Millionen geschätzt. Genaue Zahlen sind schwierig zu ermitteln, da nur ein Teil der Fahrzeuge angemeldet sind.

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Anleger, die auf Oldtimer setzen wollen, stehen vor der grundsätzlichen Frage: Will ich meinen „Schatz“ auch im Alltag bewegen oder nur auf die Wertsteigerung setzen. Letztere haben es leicht: Ist das Wunschmobil gefunden, reicht eine geräumige Garage und gegebenenfalls ein Transportanhänger um den Oldtimer einem geneigten Publikum zu präsentieren.

Soll das Fahrzeug dagegen auch regelmäßig bewegt werden, muss der technische Zustand des Oldtimers stets einwandfrei sein. Regelmäßige Werkstattbesuche sind Pflicht und machen den Oldtimer je nach Modell zu einem aufsehenerregenden Alltagsbegleiter. Dann hat man sogar die Option auf ein H-Kennzeichen. Dazu muss das Fahrzeug mindestens 30 Jahre alt sein. Daneben muss das Erscheinungsbild des Fahrzeugs seit der Auslieferung weitgehend unverändert sein und insgesamt einen guten Pflege- und Erhaltungszustand vorweisen. Für Fahrzeuge mit H-Kennzeichen fällt dann auch nur ein einheitlicher Kfz-Steuersatz von 191,73 Euro an (Motorräder: 46,02 Euro), immerhin wird so das „kraftfahrzeugtechnische Kulturgut in der Bundesrepublik” geschützt. Doch nicht nur das: Oldtimer mit H-Kennzeichen sind besonders für große Städte interessant, denn sie haben zu Umweltzonen freie Zufahrt!

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Wer jetzt denkt, dass Wertsteigerungen nur im Bereich von Oberklassemodellen von Mercedes oder Porsche drin sind, der irrt. Platz eins in der Rangliste der Fahrzeuge mit der höchsten Wertsteigerung gegenüber dem Vorjahr hat 2015 erstmals ein Japaner erobert: Der Toyota Celica Coupé der Baujahre 1972-1978 steht mit Abstand ganz vorne im Deutschen Oldtimer Index. Dahinter folgt ein Amerikaner: Der Pontiac Firebird der Baujahre 1978 und 1979. Den dritten Rang belegt der Porsche 356 CModell mit 75 PS, der 1964 und 1965 gebaut wurde. Für Neuanleger ist vielleicht ein Aufsteiger im Ranking interessant. Auf Platz neun befindet sich der Mazda MX-5 Cabriolet der ersten Generation (1989-1994). Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um einen Youngtimer, der im Index die Oldtimer der Zukunft repräsentiert.

Dieser Beitrag ist ein Stück aus EINBLICKE – dem neuen Magazin von dieboersenblogger.de. Unter markteinblicke.de finden Sie das gesamte Magazin. Dort können Sie in der Ausgabe blättern oder Sie laden es sich als PDF herunter. Künftig wird EINBLICKE einmal im Quartal erscheinen.

Bildquellen: dieboersenblogger.de / Volkswagen / Daimler


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